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Ostholstein Kreisumlage engt Süsel ein
Lokales Ostholstein Kreisumlage engt Süsel ein
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16:57 10.12.2018
Süsels Bürgermeister Adrianus Boonekamp (l.) und Kämmerer Torsten Bruhn beratschlagen über den Finanzplan der kommenden Jahre. Quelle: Ulrike Benthien
Süsel

Wenn am Donnerstag die Süseler Gemeindevertretung zusammenkommt (19 Uhr, Hotel „Gute Stube“, Musenredder 2, Süsel), wird sie den Haushalt 2019 mit einem Minus von knapp einer halben Million Euro verabschieden. „Mit einem planerischen Minus. Wir hoffen, dass es nicht stehen bleibt“, sagen die Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Eutin und Süsel, Torsten Bruhn und Andreas Lietzke. Denn die Jahresabschlüsse für 2014 und 2015 wiesen positive Ergebnisse aus, die beide darauf hinweisen, dass dies auch für 2016 und 2017 der Fall sein wird und sich für 2018 fortsetzt.

Süsel habe einen „Pflichthaushalt“ aufgestellt, so Bruhn. Es sei viel Augenmerk auf Konsolidierung gelegt worden, freiwillige Leistungen seien kaum enthalten. 8,046 Millionen Euro stehen an Aufwendungen im Ergebnisplan. „Davon gehen 24,8 Prozent als Kreisumlage weg“, erläutert er. Diese zwei Millionen Euro ärgern Bürgermeister Adrianus Boonekamp (CDU). „Der Kreis hätte die Umlage ruhig stärker senken können. Das eine Prozent ist kein Zeichen guten Willens“, findet er.

Gemeindezuschüsse für Kitas steigen

Zu den Aufwendungen zählen in Süsel außerdem 935  000 Euro für die Bezuschussung der Kindertagesstätten. „Die Summe steigt stetig. Im vergangenen Jahr waren es 867 000 Euro“, merkt Torsten Bruhn an. Für die Unterhaltung der 150 Kilometer Straßennetz in der Gemeinde mit ihren 15 Ortschaften wird Süsel 460 000 Euro ausgeben. 500  000 Euro müssen für Unterhalt und Bewirtschaftung der kommunalen Immobilien ausgegeben werden. Für Süseler Kinder, die andernorts weiterführende Schulen besuchen, muss die Gemeinde 720 000 Euro an Schulkostenbeiträgen zahlen. Die Offene Ganztagsschule benötigt 215 000 Euro Förderung. Jeweils 72 000 Euro sind für Schülerbeförderung und Schulsozialarbeit aufzubringen. Die Unterbringung von Flüchtlingen kostet Süsel 164 000 Euro, 122 000 Euro kommen über Integrationspauschalen und Mieterstattungen wieder zurück. 2018 kamen zehn Asylsuchende nach Süsel, insgesamt leben aktuell 31 in der Gemeinde.

Mit 911 500 Euro muss sich Süsel an den Kosten der Verwaltungsgemeinschaft mit Eutin beteiligen. Sowohl die Summe als auch diese „Zwangsehe“ bereiten im Nachbarort einigen Gemeindevertretern seit Langem Bauchschmerzen – über eine mögliche Scheidung wird immer wieder laut nachgedacht.

Auf der Ertragsseite kann Süsel als größten Posten rund 2,5 Millionen Euro verbuchen, das ist der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer. Hinzu kommen 1,5 Millionen Euro Schlüsselzuweisungen, 955­ 000 Euro Gewerbesteuer, 631 000 Euro Grundsteuer B, 65 000 Euro Hundesteuer.

Investitionen nur per Kredit

Rund eine Million Euro wird Süsel 2019 investieren – kreditfinanziert. Es stehen an: ein Neubau des Bauhofes für circa 320 000 Euro, das vorgesehene Grundstück neben der Feuerwehr muss noch für 40 000 Euro erworben werden. Die Straße zwischen Woltersmühlen und Ottendorf muss saniert werden: Dafür sind 408 000 Euro eingeplant, die Hälfte soll als Zuschuss vom Land wieder hereingeholt werden. 68 500 Euro sind für die Ausrüstung der Feuerwehr bestimmt. „Die Atemschutzträger müssen eine Zweitgarnitur haben“, sagt Bürgermeister Boonekamp. Zuschüsse bis zu 50 Prozent erhofft sich Süsel bei der Ausstattung der Sporthalle mit LED-Beleuchtung (61  500 Euro). Für neue Spielgeräte auf den Spielplätzen der Dorfschaften sind 50 000 Euro vorgesehen.

Zwei Neubauten in den kommenden Jahren

Der Finanzplan für die Zukunft: In den Jahren 2021/22 will die Gemeinde den Bau einer neuen Grundschule stemmen: Dafür sind 5,20 Millionen Euro nötig. In Groß Meinsdorf rechnet sich die Sanierung der Kindertagesstätte „Kunterbunt“ nicht, ein Neubau im Wohngebiet Selmsdörp ist für 2020 vorgesehen. Kosten: 800 000 Euro.

Ulrike Benthien

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