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Ostholstein Süsel: Wohnmobilisten sollen sich besser benehmen
Lokales Ostholstein Süsel: Wohnmobilisten sollen sich besser benehmen
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22:08 30.10.2013
Gemeindevertreter Adrianus Boonekamp überprüft das WC-Häuschen am Seeweg. Die Behindertentoilette lässt sich nur mit einem so genannten Euro-Schlüssel öffnen. Quelle: Benthien

Der Zustand des öffentlichen Toilettenhäuschens im Süseler Seeweg verärgert seit mehreren Wochen Anwohner: Die Papierkörbe in Damen- und Herren-WC seien vollgestopft mit Lebensmittelresten und Haushaltsabfällen, der Zustand halte zum Teil mehrere Tage an, ehe eine Reinigungskraft einschreite. Verantwortlich für den Müll machen die Anwohner ein Paar aus Lettland, das seit Wochen mit seinem Wohnmobil immer wieder für mehrere Tage auf der Fläche hinter dem Toilettenhäuschen stehe.

Die Vorwürfe des wilden Campens möchten die Süseler allerdings keinesfalls unter Nennung ihres Namens veröffentlicht wissen, sie fürchten Repressalien. Daher haben sie sich an den CDU- Fraktionsvorsitzenden Adrianus Boonekamp gewandt, der sich von übel riechenden Papierkörben in den WCs und Hausmüll im Gebüsch überzeugt hat. „Es geht nicht darum, dass hier jemand mit seinem Wohnmobil steht, wohl aber darum, dass alles verdreckt wird“, sagt er. Dass das Toiletten-Häuschen täglich gereinigt wird, wie von der Verwaltung erklärt, mögen weder die Anwohner noch Boonekamp glauben: „Das kann nicht stimmen, das ist hier über Tage zugemüllt. Eine Woche lang haben hier zum Beispiel Melonenschalen ‘rumgegammelt.“ Im Gebüsch lägen Kaffeebecher aus Pappe und zerknüllte Taschentücher — mittlerweile vom Laub zugedeckt. „Wenn jemand irgendwo zu Gast war, erwarte ich, dass er seinen Platz ordentlich hinterlässt“, ärgert sich Boonekamp.

Auch die Polizei ist auf Drängen der Anwohner schon bei den Wohnmobilisten vorstellig geworden. „Unerlaubtes Dauercampen ist dem Paar nicht nachzuweisen, der Müll kann nicht zugeordnet werden“, sagt Polizeipressesprecher Stefan Muhtz.

In Kürze könnte sich das Problem mit dem Toilettenhäuschen ohnehin erledigt haben. „Die Mitarbeiter des Bauhofs sollen es winterfest machen. Es wird dann geschlossen und erst im April wieder geöffnet“, erklärt Sarah Fick, Mitarbeiterin der Bauverwaltung. Diese seit Jahren gängige Praxis stößt bei Adrianus Boonekamp auf Kopfschütteln: „Das WC liegt direkt an der Bäderstraße. Natürlich wird es auch im Winter von Friedhofsbesuchern oder Kirchgängern frequentiert. Wir brauchen doch keine öffentliche Toilette, die nur im Sommer zugänglich ist.“ ben

LN

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