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Ostholstein Süsels Feuerwehr-Jugend im Einsatz wie die Profi-Retter
Lokales Ostholstein Süsels Feuerwehr-Jugend im Einsatz wie die Profi-Retter
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21:14 14.05.2016
Maximilian Haennicke setzt die Büffelwinde an, um den Container anzuheben, unter dem eine Puppe eingeklemmt ist. Der altgediente Feuerwehrmann Manfred Taube (rechts) steht ihm zur Seite. Quelle: Fotos: Petersen

In Süsel und Umgebung ist das Martinshorn der Feuerwehr an diesem Pfingstwochenende ungewohnt häufig zu hören: kein Wunder bei neun Einsätzen in gut 24 Stunden. Es begann damit, dass gestern Morgen eine eingeklemmte Person in Ekelsdorf gerettet werden musste. Nachmittags brannte es im Schulungsraum der DRK-Unterkunft und am Abend im Wald bei Tannenhöhe. Und kurz vor Mitternacht galt es noch, das DRK zum Kieswerk Rumpel zu begleiten, um einen Verkehrsunfall abzusichern und auszuleuchten.

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Vom Waldbrand bis zur Bergung einer eingeklemmten Person: Neun unterschiedliche Übungen in gut 26 Stunden – Von der Wehr-Führung gibt es Lob für den Nachwuchs.

Aktiver Nachwuchs

25 Kinder und Jugendliche engagieren sich bei der Freiwillige Feuerwehr Süsel. Aktuell hat die Wehr mit ihren 47 aktiven Feuerwehrleuten deshalb keine Nachwuchssorgen.

Eine breite Palette unterschiedlicher Einsätze mussten die 21 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Süsel, die sich am Berufsfeuerwehrtag beteiligen, in den vergangenen Stunden meistern. Sie erleben – der Name verrät es – für einen Tag Anforderungen, mit denen die Profi-Retter konfrontiert werden. „Ziel ist es, die Alltag einer Berufsfeuerwehr nachzuempfinden“, erläutert Jugendfeuerwehrwart Dirk Martens, der die höchst realistische Einsatzübung organisiert hat. Sie begann gestern Morgen um 10 Uhr, noch ist sie nicht zu Ende. Auch heute stehen noch bis zum Mittag drei Einsätze und eine Abschlussübung auf dem Programm.

Die Kinder und Jugendlichen wissen selbstverständlich nicht, wann der nächste Alarm in der Wache eingeht. So viel sei aber verraten: Heute in aller Frühe sollten sie im Musenredder eine Katze vom Baum holen – bei gleichzeitiger Betreuung der „unter Schock stehenden Besitzer“. Die Kinder und Jugendlichen müssen stets selbst entscheiden, was zu tun ist, und den Einsatz in Eigenregie abwickeln.

Zum zehnten Mal hat Dirk Martens jetzt den Berufsfeuerwehrtag organisiert – das Highlight im Ausbildungskalender schlechthin, aber auch eine Menge Arbeit. Zehn Aktive stehen der Jugend als Betreuer zur Seite, dazu muss mit Eigentümern von Grundstücken und Häusern die Übung abgesprochen werden. „Man darf nicht überall üben, aber hier empfangen uns alle mit offenen Türen“, freut sich Mike Cassel, stellvertretender Wehrführer. In all den Jahren sei der 24-Stunden-Einsatz gut gelaufen und von den Jugendlichen bestens angenommen worden. Ginge es nach dem Nachwuchs, könnte die Übung auch 48 Stunden dauern, berichtet Martens. Auch eine Nachtruhe von gerade einmal knapp sechs Stunden störe nicht. „Den Jugendlichen ist das lang, die wollen am liebsten noch mehr Einsätze“, weiß Martens.

Auch wenn der Berufsfeuerwehrtag zu Pfingsten inzwischen Tradition ist, sollen sich sich die Übungen nicht wiederholen. „Wir versuchen jedes Mal, etwas Neues zu finden und noch eine Schwierigkeit hinzuzufügen“, so Martens. In diesem Jahr ist auch das Rote Kreuz mit eingebunden, was Abstimmung etwa beim Bergen von Verletzten nach einem Unfall erfordert.

Mit dem Start der Einsatzübung waren Martens und Cassel gestern sehr zufrieden. Unter Leitung von Tobias Rüting mussten die Jugendlichen auf dem Hof Pitz in Ekelsdorf eine unter einem Container eingeklemmte Person zu befreien. Eine Schwierigkeit dabei: Das für solche Unfälle bestens ausgestattete Einsatzfahrzeug TLF 16 / 25 wurde abkommandiert, kaum dass es angekommen war. Stattdessen musste die Besatzung vom Begleitfahrzeug LF 16 TS ran. Dirk Martens: „In Anbetracht der Situation haben sie die Aufgabe gut gelöst.“ Mike Cassel lobte: „Sie haben sehr gut geschaltet, sehr gut gearbeitet. Das Zusammenspiel mit dem DRK hat auch sehr gut geklappt.“ pet

LN

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Mitglieder des Jugendausschusses debattierten außerdem über die Arbeit der Tafel.

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