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Ostholstein Süsels Gemeindewehrchef hört nach 18 Jahren auf
Lokales Ostholstein Süsels Gemeindewehrchef hört nach 18 Jahren auf
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14:35 23.06.2017
Auch aus diesem Fahrzeug heraus hat Süsels Gemeindewehrführer Kai Nagel in den vergangenen Jahren häufig Einsätze geleitet. Quelle: Foto: Christina Düvell-Veen
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Süsel

Hauptbrandmeister Kai Nagel hat schon vor längerer Zeit einen weitreichenden Entschluss gefasst: „18 Jahre Gemeindewehrführer sind genug.“ Der 60-Jährige Mitarbeiter beim Kreis Ostholstein wird heute Abend während einer Versammlung der Gemeindewehr Süsel in Kesdorf für eine vierte Amtszeit nicht zur Verfügung stehen. Als Nachfolger kandidiert Rolf Müller, Ortswehrführer in Röbel.

Nagels Bilanz fällt durchaus positiv aus: „Zusammen haben wir viel erreicht. Manchmal war es Kampf, aber immer gab es nette Kameraden.“ Derzeit gehören der Wehr 254 Aktive sowie drei Jugendwehren, der Spielmannszug und die Ehrenabteilung, zusammen etwa 380 Männer und Frauen, an. Organisiert sind sie in neun Ortswehren – eine weniger als bei Nagels Dienstantritt, da die Ekelsdorfer Wehr aufgelöst wurde.

Gekämpft hat Nagel von Beginn seiner Amtszeit an für ein gutes Miteinander der Ortswehren. „Damals waren sich Süsel und Röbel spinnefeind. Das hat sich geändert“, erzählt er und erläutert sein Einsatzkonzept, nach dem jeweils drei Wehren in einem Zug ausrücken. Dies sei nicht zuletzt deshalb wichtig, weil tagsüber viele Freiwillige nicht zu Hause seien. „Jetzt sind wir eine große gemeinsame Truppe“, fasst Nagel die Situation zusammen.

Nicht immer nur erfreuliche Diskussionen seien mit Süsels Politikern geführt worden. Mal ging es um den Bau neuer Feuerwehrhäuser, mal um die Anschaffung von neuen Fahrzeugen. Wichtig war ihm auch, dass alle Aktiven mit Piepern ausgestattet wurden. Da viele von ihnen außerhalb der Gemeinde arbeiten, sei die Alarmierung durch Sirenen sinnlos geworden. Zudem habe er darauf geachtet, dass auch die Ortswehren am Gemeinderand über Wasser und Atemschutz verfügen.

Wenn Nagel an die 18 Jahre als Gemeindewehrführer zurückdenkt, erinnert er sich natürlich an den Unfall, der noch immer als folgenschwerster in der Geschichte Schleswig-Holsteins gilt. Wenige Monate nach seinem Amtsantritt, im Mai 2000, kamen auf der Bundesstraße 76 bei einem Verkehrsunfall elf Menschen ums Leben, sechs wurden verletzt. Aber auch Tote an den Bahnübergängen, verheerende Brände und viele weitere Unfälle gehörten zum Einsatzgeschehen. Immer dann, wenn Nagel zweifelte und überlegte: „Warum tue ich mir das alles an?“ war es Ehefrau Sabine, die ihn motivierte. „Sie hat mir stets den Rücken frei gehalten und mir auch schon mal in den Hintern getreten“, sagt Nagel. Er freut sich besonders auf mehr freie Zeit, die er mit der Familie verbringen kann – mit seiner Frau, den drei Töchtern, den Schwiegersöhnen und den bald sieben Enkelkindern.

 cd

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