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Sundbrücke: Bahn widerspricht Politik

Fehmarn/Großenbrode Sundbrücke: Bahn widerspricht Politik

Kein Stau in der Instandhaltung und volle Verfügbarkeit der Brücke bis 2030 gewährleistet.

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Die Sundbrücke mal aus einer anderen Perspektive: Bahnprojektleiter Bernd Homfeldt (r.) und Jean-Pierre Goos, Leiter für Instandhaltung bei der Bahn, zeigten den LN exklusiv den Zustand des Bauwerks.

Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen (3)

Großenbrode. Die Deutsche Bahn reagiert nun auf die Kritik der Politik und widerspricht Äußerungen, wonach bei der Sundbrücke die Instandhaltung in den vergangenen 15 Jahren nicht vorangetrieben worden sei.

LN-Bild

Kein Stau in der Instandhaltung und volle Verfügbarkeit der Brücke bis 2030 gewährleistet.

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Die LN waren exklusiv mit Bahnprojektleiter Bernd Homfeldt und dem Bahnleiter für Instandhaltung, Jean-Pierre Goos, am und im Brückenbauwerk. Ein Aufstieg auf den Kleiderbügel war wegen des Orkans aus Sicherheitsgründen unmöglich. Das Bauwerk ist ein Labyrinth aus verschiedenen Ebenen, Gängen, Schächten und Aufstiegen. „Das Innenleben des Bauwerkes ist voll intakt, hier gibt es keine Roststelle oder dergleichen“, erklärt Goos. Viele Instandhaltungsarbeiten würden außerhalb des Blickfeldes der Menschen vonstatten gehen. Bernd Homfeldt sagt dazu: „Wir haben seit 2000 etwa fünf Millionen Euro in die Brücke investiert, seit 1995 zusätzlich neun Millionen Euro in Korrosionsschutz.“ In den kommenden Jahren fließen nochmals 17 Millionen Euro in den Korrosionsschutz. Insgesamt wurde 2012 ein Instandhaltungsbedarf von 21 Millionen Euro ermittelt. Bei all diesen Zahlen betont Jean-Pierre Goos: „Es gibt bei der Sundbrücke keine Einschränkung, sie ist voll verfügbar.“ Die Bahn plane, dass ein verminderter Güterbahnverkehr – sobald der Belttunnel fertig ist – bis 2028 über die Sundbrücke führe. Die Brücke sei sogar bis 2030 fit.

Allerdings hätte sich seit dem Bau die Verkehrssituation gravierend verändert. Homfeldt erklärt: „Der Brückenplaner war sehr intelligent. Aber die Zeiten haben sich verändert. Früher gab es weit weniger Schwerlastverkehr.“ Homfeldt fliegt bei einer Windbö beinahe die Brille von der Nase. Er sagt: „Brückensperrungen für leere Lkw oder Pkw mit Anhängern wie heute würden bei einer neuen Querung entfallen.“ Auch sei das Tempolimit mit 60 Stundenkilometern nicht dem Zustand der Brücke geschuldet, sondern habe mit geballten Lkw-Schüben, etwa wenn die Fähre in Puttgarden anlegt, zu tun. Dadurch könne die Brücke in Schwingung geraten und Schaden nehmen.

Fakt ist aber auch: Der Rechnungsprüfungsausschuss hat das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn zur sofortigen Instandsetzung der alten Fehmarnsundbrücke verpflichtet. Laut der ostholsteinischen Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) könne mit „entschlossenen Investitionen“ die 53 Jahre alte Sundbrücke für weitere 40 bis 50 Jahre „fitgemacht werden“. Homfeldt betont hierzu: „Die Lebensdauer der Brücke endet 2045.“ Eine Verstärkung könne dieses um einige Jahre hinauszögern, wäre aber aus Sicht der Bahn hochgradig unwirtschaftlich. „Wir müssten beispielsweise 80000 Nieten durch Schrauben ersetzen, was technisch schwierig sein dürfte.“ Auch müssten 256 Querträger verstärkt werden und vieles andere mehr.

Allein das Austauschen des defekten Stahlseils ist eine komplizierte Angelegenheit. Jean-Pierre Goos erläutert: „Es gibt diese nicht mehr baugleich.“ Daher müsse die Bahn Ersatzkomponenten finden, die zunächst geprüft und in einem komplexen Verfahren auch noch genehmigt werden müssen. Noch in diesem Jahr soll das Seil ausgetauscht werden. Kosten gesamt: 235000 Euro. Allein das Seil kostet 120000 Euro. Weitere Schäden seien nach Angaben von Goos derzeit nicht zu erwarten. Laut Homfeldt könne die Sundbrücke für Rad- und Fußgänger sowie für langsamen Verkehr wie aus der Landwirtschaft noch lange genutzt werden. Allerdings müsse ein neuer Träger gefunden werden, Pflichten und Kosten blieben bestehen.

Sundquerung: Variantenprüfung kostet 18 Millionen

Die Deutsche Bahn befindet sich in der Variantenprüfung für eine neue Sundquerung. Vier stehen zur Wahl. Ein neuer Bohrtunnel (circa 800 Millionen Euro), ein Absenktunnel, zwei separate Brückenbauwerke und eine kombinierte Brücke (Schiene und Straße/ 250 Millionen Euro).

Die Kosten allein für die Variantenprüfung betragen 18 Millionen Euro.

Bewertungskriterien in einer Nutzwertanalyse der Bahn, in die auch die alte Sundbrücke als Variante einfloss, waren Lebenszykluskosten, Baurisiken, Wirtschaftlichkeit, Denkmalschutz, Restnutzungsdauer, Erreichbarkeit der Insel, Tourismus, Verkehrsnutzen, Umweltrisiken, Zukunftsfähigkeit und Baulärm (Reihenfolge nicht nach Priorität).

Projektleiter Bernd Homfeldt sagt: „Wenn es zu einer Brückenlösung käme, würde diese östlich der alten Sundbrücke sinnvoll sein.“

Peter Mantik

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