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Ostholstein Sven Markus Kockel will ins Rathaus
Lokales Ostholstein Sven Markus Kockel will ins Rathaus
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22:18 13.02.2018
Sven Markus Kockel ist einer von bisher vier bekannten Bewerbern für den Chefsessel im Rathaus von Timmendorfer Strand. Quelle: Foto: Hfr
Timmendorfer Strand

Kockel sagt, er stelle sich der Kandidatur in seiner Heimatgemeinde mit „viel Ortsverständnis und Zuversicht“. „Wahre Unabhängigkeit bedeutet für mich, dass man nicht Parteien und Interessenverbände für sich die Werbetrommel rühren lässt. Diese Unterstützer erwarten eines Tages auch Dank und Anerkennung für ihren Einsatz, das sehe ich als nicht unproblematisch. Zudem kenne ich den Ort wie kein anderer Kandidat und kandidiere aus Berufung und nicht für einen Job“, sagt der Jurist, der vor 42 Jahren im Urlaub an der Ostsee laufen lernte, bevor er 1983 mit seinen Eltern und der Großmutter nach Timmendorfer Strand zog.

Wahl im April

Gewählt wird am Sonntag, 22. April. Die Stichwahl für den Chefposten im Rathaus ist am 6. Mai, dem Tag der Kommunalwahl. Etwa 7800 Menschen sind wahlberechtigt.

Lediglich für das Studium und den anschließenden juristischen Staatsdienst, das Referendariat, verließ er seine Heimat, in der er fortwährend neben dem Studium auch wirtschaftlich tätig war. Viele Jahre war er unter anderem Pächter eines Strandpavillons, Gästeführer und erklärte Menschen bei Rundfahrten im Elektrobus seine Heimat. Heute betreibt seine Mutter noch das gemeinsam gegründete örtliche Seniorenmobilunternehmen und gibt alten und behinderten Gästen Tipps. Tourismus sei für ihn seit dem Kindesalter Teil seines Lebens, ohne diesen wäre die Familie damals nicht hier gelandet, hätte der Vater diese Gegend nicht für kaufmännisch interessant befunden, sagt Sven Markus Kockel.

Als Bürgermeisterkandidat setzt er dennoch auf wesentliche strukturelle Veränderungen in Timmendorfer Strand. „Ich persönlich vertrete die Auffassung, dass das Maß der touristischen Nutzung sein Maximum erreicht hat, mehr muss nicht mehr sein, stattdessen sollten die Marktteilnehmer die bestehenden Kapazitäten besser nutzen.“ Eine Spezialisierung auf Aktiv-,Wellness-, Sport- oder Seniorenurlaub könnte ganzjährig ein beachtliches Gästeniveau liefern.

Immer nur zusätzliche Betten zu schaffen, Massen an Veranstaltungen und ständig neue unüberlegte Leuchtturmprojekte seien kein zeitgemäßes Handeln mehr und belasteten Timmendorfer Strand in vielerlei Hinsicht über Gebühr, meint Kockel, der lieber sehen möchte, dass die örtlichen Schulen, Straßen, Parkanlagen und Wälder sowie Angebote für Bürger in allen Altersklassen dem Anspruch eines „Lieblingsortes“ entsprechen.

„Im Bereich Tourismus und Leuchtturmprojekte kennt man hier weder ein vernünftiges Maß noch eine finanzielle Verantwortung. Wenn es hingegen um die einheimische Bevölkerung geht, ist vieles im Argen.

Und wenn dann doch mal etwas Besonderes geschieht, dann ist es jedes Mal ein finanzielles Desaster mit erheblichen Mehrkosten.“ In erster Linie müsse der Mensch, der im Ort dauerhaft lebt, Zentrum aller Investitionen und Bestrebungen sein und nicht das Gewinnstreben einiger wenigen Geschäftsleute und Spekulanten.

An Kompetenz fehle es ihm nicht, sagt Kockel. Durch seine Zeit beim Verwaltungsgericht sei er für das Richteramt befähigt und erfülle die Voraussetzungen für eine Beamtenlaufbahn im höheren Dienst. „Mit mir an der Spitze werde ich der Gemeinde wohl mehr Geld durch vermiedene Rechts- und Gerichtskosten einsparen als ich Vergütung für das Amt erhalten werde.“

sas

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