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THW und Havariekommando üben Ölbekämpfung vor Putlos

Putlos THW und Havariekommando üben Ölbekämpfung vor Putlos

180 Einsatzkräfte aus ganz Deutschland testeten am Samstag neue Gerätschaften für den Einsatz bei Ölunfällen und wappneten sich für den Ernstfall.

Putlos. Auf der Ostsee, 20 Kilometer vor Putlos, kollidiert der Frachter „MS Helios“ mit dem Tankschiff „MS Soltup“. Der Tanker verliert am Unfallort 500 Tonnen Öl, 200 Tonnen davon treiben auf die Küste zu. Dieses Szenario auf einer der dichtbefahrensten Wasserstraßen Europas lag gestern einer Übung zugrunde, bei der rund 180 Einsatzkräfte des THW, des Havariekommandos und der DLRG den Einsatz neuer Gerätschaften erprobten.

In Putlos haben das Havariekommando und das Technische Hilfswerk am Samstag die Ölbekämpfung für den Ernstfall geübt. In dieser großangelegten Ausbildungsübung mit 150 Beteiligten wurden die Neuanschaffungen - darunter geländegängige LKW, Mehrzweckboote mit Ölaufnahmesystem und Ersteinsatzcontainer -  erstmalig zusammengeführt und gemeinsam erprobt.

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Für die Großübung hatte das THW Fachgruppen zur Ölbekämpfung aus ganz Deutschland geordert. Sie konnten in dem simulierten Fall das Zusammenspiel neuer Gerätschaften testen, die das Havariekommando im Auftrag der fünf Küstenländer beschafft hatte. Dazu zählten geländegängige Lkw, Mehrzweckboote mit Ölaufnahmesystem oder auch Ersteinsatzcontainer mit Schutzausrüstungen für die Einsatzkräfte.

„Jeder Ölunfall ist anders“, machte Dirk Baake die Problematik deutlich. Wind, Regen, Strömungsverhältnisse und viele weitere Faktoren hätten Einfluss auf den jeweiligen Einsatz, so der technische Sachbearbeiter vom Fachbereich Schadstoffbekämpfung Küste des Havariekommandos. Im günstigsten Falle dauere es im Ernstfall etwa zwei Stunden, bis die ersten Einsatzkräfte mit dem Aufnehmen des Öls beginnen könnten.

Baake erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte: „Bereits im Vorfeld hat die Einsatzleitung die Bekämpfungsstellen festgelegt. Dann wird der sogenannte Schwarz-Weiß-Bereich aufgebaut.“ Dies seien Zelte, in denen die notwendigen Schutzanzüge angelegt (weiß) beziehungsweise die verdreckten Anzüge entsorgt (schwarz) werden. Aufgrund der gestrigen Hitze hatte die Einsatzleitung jedoch von dem Anlegen der Anzüge abgesehen. Baake: „Die Anzüge sind nicht atmungsaktiv, wirken von daher wie eine Sauna. Bei derartigen Temperaturen kann darin maximal zwei Stunden gearbeitet werden. Danach braucht man eine Pause.“

Doch auch ohne die Anzüge kamen die Helfer mächtig ins Schwitzen. Ölsperren auf dem Wasser und an Land mussten ausgelegt werden. Sogenannte Skimmer nahmen dann das Öl-Wasser-Gemisch – im Übungsfall eben nur Wasser – von der Oberfläche auf. Über Schläuche wurde es zunächst in Auffangtanks und von dort aus in Separations-Container geleitet. Hier finde dann die endgültige Trennung von Öl und dem dann wieder geklärten Wasser statt, das im günstigsten Falle zurück in die Ostsee befördert werden könne, so Baake. Besonders effektiv bei der Öl-Aufnahme ist der Bürsten-Skimmer, der bei der von Donnerstag bis Sonntag dauernden Übung zum Einsatz kam. Dieser nehme zu 90 Prozent Öl aus dem Wasser auf.

Sämtliches Material wurde mit mächtigen geländegängigen Lkw zum Strand gebracht – Fahrzeuge, so Braak, die nahezu in allen Geländelagen einsetzbar sind. „Im Einsatz ist es wichtig, dass die Einsatzkräfte mit dem Gerät vertraut sind und wissen, wie sie es richtig einsetzen. Nur so ist Ölbekämpfung effektiv“, betonte Jens Rauterberg, Fachbereichsleiter Schadstoffbekämpfung beim Havariekommando des Landes.

Nur wenige Meter hinter dem Einsatzgebiet sah man gestern Badende, die dem Treiben zuschauten. Im Ernstfall hätten diese sich mit Sicherheit nicht mehr in die Fluten der Ostsee trauen können.

 Thomas Klatt

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