Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein TSV Westfehmarn integriert Flüchtlinge
Lokales Ostholstein TSV Westfehmarn integriert Flüchtlinge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:45 18.04.2016
Vorsitzender Sven Schmidt ehrte im Vereinshaus des TSV Westfehmarn die langjährigen Mitgliederinnen Hilde Schütt, Hilke Rahlf und Wiebke Kähler (von links). Quelle: Schwennsen

Luftholen beim TSV Westfehmarn: Der Petersdorfer Sportverein, dessen Kicker sich als einzige 2014 nicht der inselweiten SG Fehmarn angeschlossen haben, bleibt auf seinem eigenständigen Weg. Und trotzt dabei auch einigen herben Rückschlägen.

So beklagte Trainer Heinz Wohlert auf der Jahresversammlung einen schmerzlichen Aderlass in der Fußball-Sparte: „Im fünften Jahr bin ich beim TSV, habe alle Höhen und Tiefen eines Dorfvereins miterlebt.“ Er sprach in markigen Worten von „Fahnenflucht“ einiger Spieler zum Saisonstart, die ihm fest zusagt hätten, dass sie bleiben. „Grotesk“ sei, dass sogar der Fußball-Obmann „mit wehenden Fahnen“ den TSV verlassen habe.

Dazu kam das Gerangel mit dem Fußball-Verband und ein Punkteabzug, nachdem ein gemeldeter Schiedsrichter nicht anerkannt wurde. Wohlert sagt mit Blick zurück auf frühere harte Bandagen: „In der Fairplay-Tabelle stehen wir jetzt so gut wie noch nie da, steigen womöglich aber am grünen Tisch ab.“ Einmal in Rage, forderte er „Gleichbehandlung“ aller Vereine — notfalls über Europa.

Und dennoch erklingen auch zuversichtliche Töne aus dem Inselwesten. In der Fußballmannschaft integriert sind etliche Flüchtlinge. Wohlert: „Die passen hier rein, wir sprechen mit ihnen Deutsch.“

Einige wollten nur ihren Spaß haben, andere verfügten über über so viel Talent, dass sie eine oder zwei Klassen höher mithalten könnten.

Der TSV Westfehmarn hat positive Erfahrungen mit den Flüchtlingen gesammelt, setzten sich auch Vorsitzender Sven Schmidt und Kassenwart Bruno Brandtner für die Fortsetzung dieser Integrationsarbeit ein. Zusätzliche Anreize gibt es in der neuen Bushido-Sparte, die im Sommer in Petersdorf erneut ein Kampfkunst-Sommercamp mit rund 200 Teilnehmern plant. Schriftführerin Sandra Schmahl betonte aus eigener Erfahrung: „Kinder mit Einschränkungen werden in dieser Sparte extrem gefördert.“

Sie wurde ebenso in ihrem Amt bestätigt wie der 2. Vorsitzende Ulf Stoltenberg. Fehmarns 2. stellvertretender Bürgermeister Heinz Jürgen Fendt (SPD) betonte: „Es ist nicht immer einfach, einen Verein im Fluss zu halten. Ihr seid aber wichtiger Bestandteil im Inselwesten.“ Besonders dankbar sei er für die Flüchtlings-Integration, die hier ehrenamtlich geleistet werde.

Vorsitzender Schmidt ehrte im Vereinshaus langjährige Mitglieder. Seit 50 Jahren dabei sind Heinrich Hinrichsen, Günter Wetendorf und Johannes Detlef, seit 45 Jahren Drews Höpner und Ellen Wetendorf, seit 40 Jahren Hilke Rahlf (die aber schon 1957 Gründungsmitglied war). Weitere Jubilare: Klaus-Anton Sievert, Friedel Beck, Brigitte Fleth (alle 35 Jahre), Wiebke Kähler, Jan Claussen-Mackeprang, Susanne Henrici Wetendorf und Hilde Schütt (alle 30 Jahre).

Von Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige