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Ostholstein TSV funkt SOS: „Schönwalde lässt Sportanlage verkommen“
Lokales Ostholstein TSV funkt SOS: „Schönwalde lässt Sportanlage verkommen“
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20:37 27.09.2016
Maulwurfshügel auf dem Fußballfeld: Vereinsvorsitzende Claudia Piutti (l.) und ihre Stellvertreterin Anja Kröger fordern die Gemeinde auf, „ihrer Pflicht nachzukommen“ und die Anlage besser zu pflegen.

Der Grandplatz ist gesperrt, die Laufbahn zugewachsen, und auf dem Rasen-Fußballfeld buddelt eifrig ein Maulwurf – die Sportstätte des TSV Schönwalde hat schon bessere Tage gesehen. „Wenn jetzt nichts passiert, können wir bald ganz dicht machen“, warnt Vereinsvorsitzende Claudia Piutti. Sie wirft der Gemeinde vor, die Pflege der Bungsberg-Anlage zu vernachlässigen und sich nicht an den Nutzungsvertrag zu halten. Würden sich viele der insgesamt 540 TSV-Mitglieder nicht in ihrer Freizeit selbst um die gröbsten Arbeiten kümmern, „wäre kein Spielbetrieb mehr möglich“, betont sie.

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Maulwurfshügel auf dem Fußballfeld: Vereinsvorsitzende Claudia Piutti (l.) und ihre Stellvertreterin Anja Kröger fordern die Gemeinde auf, „ihrer Pflicht nachzukommen“ und die Anlage besser zu pflegen.

Das Leichtathletik-Angebot könne schon jetzt nicht mehr aufrecht erhalten werden, erzählt Piutti. Im vergangenen Jahr seien noch mehr als 170 Sportabzeichen auf der Anlage abgenommen worden – und damit die zweithöchste Anzahl aller Vereine in Ostholstein. „Doch dafür brauchen wir die Laufbahn“, sagt die Vereinsvorsitzende. Deren Pflege ist laut Vertrag Aufgabe der Gemeinde. Als Laufbahn ist sie zurzeit allerdings kaum noch zu erkennen: Löwenzahn hat die Aschebahn farblich dem angrenzenden Rasen angepasst.

Beim Fußball sieht es nach Angaben des Vereinsvorstands ähnlich düster aus: Die Frauenmannschaft musste wegen des gesperrten Grandplatzes schon nach Griebel ausquartiert werden. Der Rasenplatz wurde zu Beginn der Saison von den Kickern selbst auf Vordermann gebracht, damit die Punktspiele wie geplant ausgetragen werden konnten. Das Tor wurde wegen der Maulwurfshügel versetzt – inzwischen buddelt das Tier allerdings schon wieder innerhalb des Spielfeldes.

„Wir können da nichts machen“, erklärte Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung – zu der fast 60 Zuschauer kamen, viele davon TSV-Mitglieder. Maulwürfe dürften nicht bekämpft werden; die einzige Möglichkeit sei, das Tier durch regelmäßiges Mähen zu vertreiben.

Dafür ist vertragsgemäß der Verein selbst zuständig. Die Gemeinde muss allerdings die benötigten Gerätschaften für die Sportplatz- Unterhaltung bereitstellen – und laut TSV fehlen die. Der große Rasenmäher ist kaputt; die Fläche wird zurzeit mit privaten Geräten gemäht. „Zwei Leute brauchen dafür sechs Stunden“, berichtet Piutti. Nicht nur könne der Verein wegen der drastisch gestiegenen Arbeitszeit die Platzwarte bald nicht mehr bezahlen, auch „würde ich gerne wissen, wer von Ihnen sein Privateigentum zur Verfügung stellen möchte, um eine öffentliche Anlage instand zu halten“, so die Vereinsvorsitzende in Richtung Gemeindevertreter.

Ebenfalls benötigt werde zum Beispiel eine Heckenschere. Die Beratung über einen entsprechenden Antrag des Vereins hat der Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung auf November vertagt. „Und bis dahin?“, fragt Claudia Piutti. Ständig müsse sie „hinter allem herbetteln“, sagt sie, „die Gemeinde reagiert immer erst, wenn wir mindestens fünfmal nachgefragt haben – das nervt wirklich“.

„Wir können nicht einfach Geld ausgeben, das wir nicht haben“, hält Bürgermeister Plötner dagegen. Er versichert jedoch, der Rasenmäher werde repariert und „bald wieder laufen“. Bis dahin werde nun der Bauhof den Sportplatz einmal die Woche mähen, verspricht er. Auch die Laufbahn solle wieder hergerichtet werden. Die Gemeinde stehe zum TSV, betonte der Bürgermeister, „er ist unser größter Verein und wir sind stolz auf ihn“. Weitere Gemeindevertreter äußerten sich ähnlich – wenngleich die stellvertretende Bürgermeisterin Bärbel Seehusen (SPD) konstatierte, sie fühle sich angesichts der großen Anzahl von Vereinsvertretern „bedroht“, was wiederum Empörung in den Reihen der Zuschauer auslöste.

Über die weiteren Anschaffungen soll im November bei einem Treffen mit Vertretern der politischen Fraktionen und des Vereins gesprochen werden, bevor das Ganze erneut von einem offiziellen Gremium beraten wird. Wie es mit dem gesperrten Grandplatz weitergeht, bleibt derweil zunächst unklar. „Der wurde in den vergangenen Jahren vernachlässigt“, gibt Plötner zu, „den Schuh müssen wir uns alle anziehen – die Gemeinde und der Verein.“ Es solle nun geprüft werden, ob der Platz in der jetzigen Form wieder hergerichtet oder in einen Kunstrasenplatz umgewandelt wird.

Zuschuss für neue Matte

500 Euro steuert die Gemeinde Schönwalde bei, damit der TSV eine sogenannte „Air-Track-Matte“ – eine mit Luft gefüllte Matte für die Turnabteilung – anschaffen kann. Insgesamt kostet die Unterlage zwischen 4500 und 5000 Euro; nach Angaben des Vereins liegen bereits Zusagen für Zuschüsse und Spenden in Höhe von insgesamt 3000 Euro vor.

Jennifer Binder

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