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Täglich 78 Güterzüge: Landrat fordert mehr Lärmschutz

Ostholstein Täglich 78 Güterzüge: Landrat fordert mehr Lärmschutz

Ostholsteins Verwaltungschef möchte die Bundes- und Landespolitik zu nächsten Schritten auffordern, damit Berliner Antrag auch umgesetzt werden kann.

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Lärmschutz erwünscht: Die Schienenanbindung führt unter anderem sehr nah an den Häusern der Gemeinde Heringsdorf vorbei.

Quelle: Marohn

Ostholstein. /Lübeck. Neue Hoffnung zwischen Lübeck und Fehmarn im Kampf um den Lärmschutz für die Schienenanbindung zur festen Fehmarnbeltquerung: Ein Antrag im Deutschen Bundestag (die LN berichteten) stellt Lärmschutz über das gesetzliche Maß in Aussicht. Denn mit der Fertigstellung von Belt- und Sundquerung rollen innerhalb weniger Jahre auf der Trasse täglich bis zu 78 Güterzüge.

LN-Bild

Ostholsteins Verwaltungschef möchte die Bundes- und Landespolitik zu nächsten Schritten auffordern, damit Berliner Antrag auch umgesetzt werden kann.

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Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) fordert daher konkrete Maßnahmen der Politik. „Der Antrag von CDU/CSU und SPD ist noch zu vage“, erklärt Sager. Da will der Kreis einhaken. „Der Antrag hat Schwächen. Er hat keinen Gesetzes-Charakter, er stellt keine neue Planungsgrundlage für die Bahn dar und er zielt auf eine Einzelfallbewertung ab“, sagt Sager. Die Politik müsse umsetzbare Kriterien finden und die Basis für die Realisierung definieren. Nur dann könne Lärmschutz über das gesetzliche Maß hinaus betrieben werden.

Bahnsprecherin Maya Weihgold bestätigt: „Es ist notwendig, hierfür ein klares Entscheidungsvorgehen zu definieren. Dabei ist die Finanzierung dieser Maßnahmen zu klären.“ Der Bedarf sei vorhanden.

Weihgold weiter: „Oft gibt es Forderungen von Betroffenen nach Maßnahmen, die über das gesetzlich verankerte Maß und die daraus folgende Planungen der Deutschen Bahn hinausgehen.“

Bei allen Maßnahmen zum Schutze der Menschen geht es um immense Summen. Laut Bundesverkehrswegeplan werden die Kosten inzwischen auf 1,5 Milliarden Euro beziffert. Ursprünglich war von 850

Millionen Euro die Rede. Geht es nach Sager, lautet die Formel „Lärmschutz um jeden Preis“.

Grundsätzlich begrüße die Bahn die neue Tendenz aus Berlin. Derzeit befinde sie sich in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. In dieser würden detaillierte schalltechnische Untersuchungen durchgeführt. Weihgold: „ Jedes Haus und jedes Zimmer im Untersuchungsraum entlang der zu planenden Neu- und Ausbaustrecke wird betrachtet.“

Sager wünscht sich noch mehr, erläutert: „Das Dialogforum sollte den Prozess mitgestalten. Hierfür müsste das Land jedoch Mittel bereit stellen.“ Sager benennt ein Beispiel hierfür.

Es brauche für wirksamen Lärmschutz einen zusätzlichen unabhängigen Gutachter, der die Trasse bewertet. Hierfür müsste das Land die Mittel zur Verfügung stellen. In Baden-Württemberg sei dies beim Offenburg-Tunnel als ein Positivbeispiel geschehen.

Auf der Trasse Puttgarden — Lübeck sind von Bahnlärm neben Fehmarn vor allem betroffen: Heringsdorf, Göhl, Oldenburg, Lensahn, Bad Schwartau und auch Lübeck. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) begrüßt daher den Vorstoß Sagers und erklärt: „Natürlich unterstützen wir mehr Lärmschutz“, sagt Saxe. Allerdings sei die Situation in der Hansestadt nicht direkt mit der in Ostholstein zu vergleichen.

Innerhalb Lübecks gehe es „um vorhandene Trassen, die auch bisher schon die Lärmschutzvorschriften erfüllen müssen“.

Sager zufolge ginge es auch um die gesetzliche Gleichstellung von Neubau und Ausbau von Bahntrassen. Denn laut Eisenbahnkreuzungsgesetz müssen beispielsweise beim Wegfall von Bahnübergängen — was die Bahn derzeit für die Schienenanbindung prüft — die Kosten für Über- und Unterführungen gedrittelt (Land, Kommune, Bahn) werden. Künftig sollten diese Kosten allein bei der Bahn liegen.

Heute spricht der Landrat beim Dialogforum im Gewerbezentrum Oldenburg über seine Forderungen. Die Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU) sind auch da. Das Dialogforum ist öffentlich, los geht die Veranstaltung um 17 Uhr.

Von Peter Mantik

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