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Ostholstein Tafel zieht in frühere Leichenhalle um
Lokales Ostholstein Tafel zieht in frühere Leichenhalle um
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20:39 06.12.2017
2018 zieht die Fehmarn-Tafel in die frühere Leichenhalle um. Das Friedhofsgebäude kann dann zur Hälfte genutzt werden. Quelle: Fotos: Schwennsen
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Burg a. F

Beim traditionellen Nikolaus-Essen im Evangelischen Gemeindehaus war es für viele das Gesprächsthema. Am Nachmittag fand die Tafel-Ausgabe aber wie jeden Dienstag noch in den beengten Räumen in der Priesterstraße statt. Doch ab 16. Januar finden Mitarbeiter wie Kunden mehr Platz. Das Friedhofsgebäude kann dann zur Hälfte genutzt werden.

Seit Jahren ist die Fehmarn-Tafel auf der Suche nach neuen Räumen für die Lagerung und Ausgabe der Lebensmittel. Jetzt bietet die Evangelische Kirchengemeinde die frühere Leichenhalle an. Bereits Anfang 2018 ziehen die ehrenamtlichen Helfer auf den Neuen Friedhof in Burg um.

„Unsere Kunden müssen dann bei Regen, Kälte und Schnee nicht mehr draußen stehen.Brigitte Kempe Vorsitzende der

Fehmarn-Tafel

Zwar liegen – so Ostholsteins Kirchenkreis-Sprecher Marco Heinen – noch nicht alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen vor. Doch das für die hygienischen Voraussetzungen zuständige Kreisveterinäramt habe sich bereits positiv geäußert.

„Ich bin sehr froh, dass sich der Kirchengemeinderat und die Fehmarn-Tafel einvernehmlich auf diese Lösung haben einigen können“, betont die Kirchenvorstandsvorsitzende Margarethe Heydebreck. Der Kirchengemeinderat hat zuvor mit seinem Beschluss die letzten notwendigen Weichen gestellt.

„Wir freuen uns, dass wir künftig sogar einen kleinen Raum für unsere Kunden zur Verfügung haben. Dann müssen sie bei Regen, Kälte und Schnee nicht draußen stehen“, erklärt die Vorsitzende der Fehmarn-Tafel, Brigitte Kempe, zum bevorstehenden Umzug.

Trotzdem: Dass es sich bei dem neuen Gebäude ausgerechnet um die frühere Leichenhalle handelt, ließ alle Beteiligten verständlicherweise erst einmal schlucken. Doch nach einem Gespräch mit dem Vorstand der Fehmarn-Tafel sowie einem Ortstermin mit den rund 25 ehrenamtlichen Helfern reifte die fast einhellige Überzeugung, dass dieser Standort schlicht besser geeignet ist als die bisherige Ausgabestelle am Pastorat in der Burger Priesterstraße.

Dort ist die Fehmarn-Tafel über ein Dutzend Jahre beheimatet. Doch die räumliche und konzeptionelle Ausstattung entspreche nicht mehr den hygiene-rechtlichen Ansprüchen, wie das Kreisveterinäramt monierte. Außerdem stehen am Pastorat nebenan in nächster Zeit Umbauarbeiten an, um künftig einer Pastoren-Familie ein attraktives Zuhause anbieten zu können. Die zweite Burger Pastorenstelle ist seit Monaten vakant.

Neuer Anlaufpunkt bietet mehr Anonymität

Auch Propst Dirk Süssenbach unterstützt die gefundene Lösung ausdrücklich: „Wir als Christen glauben an das ewige Leben, weshalb ein Friedhof für uns kein Ort ist, den es zu meiden gilt. Und wenn hier künftig zugleich ein Ort ist, von dem ganz konkret Hilfe für die Lebenden ausgeht, dann kann ich das nur begrüßen.“

Hinter vorgehaltener Hand gibt es zwar einige kritische Stimmen. Doch auch Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) meint: „Die Lage ist ein bisschen anonymer als vorher direkt an einer Hauptstraße.

Und viele wissen heute gar nicht mehr, dass dies früher mal eine Leichenhalle war.“

Tatsächlich: In der ehemaligen Leichenhalle wurden in den vergangenen zehn Jahren nur noch vereinzelt Verstorbene aufgebahrt. Das Gebäude ist inzwischen umgewidmet. Seit 2015 liegt die Genehmigung zur Nutzung als Ausstellungsraum für einen Steinmetzbetrieb vor, was aber nicht zustande kam. Weitere Pluspunkte: Das Gebäude hat nicht nur Parkplätze vor der Tür, sondern bietet auch einen gewissen Sichtschutz und ein Maximum an Diskretion. Heinen: „Schließlich geht es niemanden etwas an, wer sich Lebensmittel bei der Tafel holt.“ Da alles ebenerdig ist, wird sich überdies die Anlieferung der Lebensmittel künftig erheblich leichter gestalten. Die Kirchengemeinde St.-Nikolai nimmt rund 6000 Euro in die Hand, um in dem Gebäude die bestmöglichen Voraussetzungen für die Tafel-Mitarbeiter zu schaffen.

Gerd-J. Schwennsen

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