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Ostholstein Tanz der Rollatoren
Lokales Ostholstein Tanz der Rollatoren
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20:10 28.06.2013
Von Sebastian Rosenkötter
Im Foyer des Dana-Pflegeheims tanzen die Senioren mit Heidrun Seidel (vorne) und ihren Rollatoren. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Sie haben zwei Räder, zwei Griffe und eine Bremse. Ihre Aufgabe: Menschen, die körperlich schwach oder gehbehindert sind, zu stützen. Doch sie können auch noch andere Funktionen haben: Im Neustädter Dana-Pflegeheim werden Rollatoren zu Tanzpartnern. Immer freitags um 16.30 Uhr trifft sich eine Gruppe von Bewohnern im Foyer der Einrichtung, um Cha-Cha-Cha, Salsa oder sogar Rock‘n‘Roll zu tanzen.

Einer der Tänzer ist Manfred Jacobsen. Der 69-Jährige ist bereits wenige Minuten vor Beginn der Stunde da. Die Vorfreude treibt ihn an. „Es ist das erste Mal, dass ich in meinem Leben tanze“, erzählt er. Auch berichtet er, dass die Musik — die Tanzlehrerin Heidrun Seidel auswählt — gut sei. Nur der Rollator, der wolle nicht immer dahin, wo er ihn hin haben möchte. „Es ist ein bisschen kompliziert, macht aber nichts. Schließlich haben wir Spaß“, betont Jacobsen.

Freude an der Bewegung hat auch Hildegard Schönhoff. Sie ist 86 Jahre alt, lebte lange in Rheinland-Pfalz, bevor sie an die Ostsee zog. „Wir haben früher viel gesungen und getanzt — häufig Walzer.

Das geht auch mit dem Rollator.“

Kaum hat Hildegard Schönhoff den Satz ausgesprochen, startet Heidrun Seidel die Tanzstunde. Sie legt eine CD ein, dreht den Ton laut, bittet die Senioren einen Kreis zu bilden. Dann greift sie sich ihren Rollator und nimmt ihren Platz ein. Im Rhythmus der Musik beginnt sie mit beiden Händen zu schnipsen. Die sechs heute anwesenden Tänzer — darunter zwei Männer — machen mit. „So merke ich, ob alle die Musik hören“, erklärt Seidel.

Und sie hören sie. Dafür muss man nicht unbedingt auf die Finger achten, ein Blick in die Gesichter reicht aus. Sie lachen. Auch ihre Körper scheinen sich schlagartig zu lockern. In Arme und Hüften kommt Bewegung. Da spielt es keinerlei Rolle, ob jeder Schritt sitzt.

„Ich gebe die Tanzschritte zwar vor, aber ich korrigiere nicht ständig. Wenn jemand einen Schritt nur halb setzt, ist das auch okay“, sagt Heidrun Seidel, die seit 13 Jahren im Seniorensport tätig ist.

„Mein Betreuungs-Schwerpunkt liegt auf der Bewegung und der Gymnastik. Durch das Tanzen werden die Senioren locker und die Balance und die Beweglichkeit wird erhöht“, erklärt Heidrun Seidel. Da falle es einigen der Tänzer gar nicht mehr auf, dass sie ihren Rollator zwischendurch sogar loslassen, um sich zu drehen. „Die Musik macht vieles leichter“, sagt Seidel. Nur eines sei nicht möglich. „Hier wird keiner seinen Rollator durch die Luft wirbeln, es ist alles ganz ruhig.“

Am Sonntag wird in der Einrichtung das Sommerfest gefeiert. Die Rollator-Tänzer haben dann ihren ersten großen Auftritt.

Sebastian Rosenkötter

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