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Ostholstein Telekom verweigert schnelles Internet
Lokales Ostholstein Telekom verweigert schnelles Internet
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08:45 27.01.2016
Im Sundweg bei der Firma Pfützenreuter misst Uwe Schmidt (l.) Empfang und Signalstärke. Hans-Jürgen Ochsen (M.) und Karlheinz Pfützenreuter gehen ihm zur Hand, hinten ist der Funkmast zu sehen. Quelle: Fotos: Klatt

Karlheinz Pfützenreuter, Hans-Jürgen Ochsen und Michael Pajonk waren zuversichtlich. In Sichtweite hatte die Telekom kürzlich einen Funkmast in Betrieb genommen, von dem sich die drei Gremersdorfer schnelles Internet versprachen. Genährt wurde diese Zuversicht durch eine Verfügbarkeitskarte der Telekom, die sämtlichen Haushalten in Gremersdorf bescheinigt, schnelles Internet via LTE-Funktechnik empfangen zu können. Dennoch verweigert das Unternehmen dem Trio Neuverträge und beharrt auf der Aussage, dass ein Anschluss der zwei Privathaushalte und eines Kfz-Betriebes nicht möglich ist. Diese Betroffenen wandten sich jetzt an die LN.

Im Kfz-Betrieb von Karlheinz Pfützenreuter ist man auf schnelles Internet angewiesen. Gibt es hier aber nicht. „Wenn einer meiner Mitarbeiter telefoniert, geht gar nichts mehr“, beklagt sich Seniorchef Karlheinz Pfützenreuter über die lahme DSL-Verbindung. Eine PDF-Datei zu öffnen dauere ewig. Noch schlimmer sei es bei immer wieder erforderlichen Software- Updates für technische Geräte.

Von dem Telekom-Angebot „Call & Surf via Funk“ hatte sich Pfützenreuter Abhilfe versprochen. Die Kapazitäten des Turms seien bereits erreicht, habe ihm jedoch ein Mitarbeiter der Telekom auf seine Anfrage hin erklärt. Pfützenreuter wandte sich daraufhin an den Gremersdorfer Uwe Schmidt, der als Funkamateur über eine ausgeklügelte Messstation verfügt. Der machte Messungen vor Ort und stellte fest: „Die gemessenen Werte sind hervorragend und wären gar nicht möglich, wenn die Kapazitäten — wie von der Telekom behauptet — ausgelastet wären.“

Ärger auch bei Hans-Jürgen Ochsen, wiederholt war er im Kundencenter der Telekom vorstellig geworden, hatte dort zunächst erfahren, dass eine Umstellung auf LTE-Funk kein Problem sei. Denn auch der dortige Mitarbeiter hatte zunächst einen Blick auf die Verfügbarkeitskarte seiner Firma im Internet geworfen. Dann das Dementi: „Der Computer lässt einen Vertragswechsel nicht zu. Wir können Ihnen leider auch nicht sagen, warum“, habe er als Antwort zu hören bekommen. Mehrfach habe ihm die Telekom zugesichert, einen Mitarbeiter für Messungen zu ihm zu schicken. Auch der für diesen Nachmittag vereinbarte Termin sei verstrichen, ohne dass sich ein Mitarbeiter der Telekom bei ihm gemeldet habe. Bei Michael Pajonk weist die Verfügbarkeitskarte ebenfalls die Möglichkeit aus, „Call & Surf via Funk“ zu empfangen. Doch auch hier die Nachricht: Eine Umstellung ist nicht möglich.

Die Lübecker Nachrichten fragten deshalb jetzt beim Anbieter Telekom nach: „Für die Verfügbarkeit ist es entscheidend, dass wir dem Kunden eine ausreichende Mindest-Bandbreite Festnetzanteil dauerhaft, beziehungsweise stabil, anbieten können“, teilte Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney als Begründung mit. Dazu Uwe Schmidt: „Das ist völliger Unsinn. Die Telekom bezieht sich hier nur auf die Hybridtechnik. Auf die zur Verfügung stehende LTE-Technik und das Angebot ,Call & Surf via Funk‘ wird mit keinem Wort eingegangen.“ Dass die Voraussetzungen gegeben sind, habe man bewiesen, sagt er. Schmidt: „Es wäre auch seltsam, wenn der neu in Betrieb genommene Turm in Goldkamp, der nur 600 Meter entfernt steht, diese Leistung nicht bringen könnte.“

Schmidt hat sowohl bei Hans-Jürgen Ochsen wie auch bei der Firma Pfützenreuter eine Feldstärke von -50 Dezibel Milliwatt und eine Download-Geschwindigkeit von fast 50 Megabit pro Sekunde gemessen.

Schmidt: „Das sind hervorragende Werte für einen LTE-Empfang über Funk.“

Was der Funkamateur nicht versteht: „Es gibt Nachbarn, die nur 50 Meter weiter entfernt wohnen und trotzdem Verträge über ,Call & Surf‘ oder mit Hybrid-Technik abschließen konnten. Warum die Verfügbarkeit dort auf einmal ausreicht, soll mir die Telekom bitteschön mal erklären.“

Weshalb der Konzern die Verfügbarkeit infrage und keine Neuverträge ausstellt, darüber kann auch Gremersdorfs Bürgermeister Henning Pries (CDU) nur mutmaßen: „Nach einem Gespräch mit einem Telekom-Mitarbeiter hatte ich den Eindruck, dass der Vertrieb noch gar nicht realisiert hat, dass es hier einen neuen Funkturm gibt.“

Pries und auch die betroffenen Gremersdorfer wollen jedenfalls weiter darum kämpfen, schnelles Internet flächendeckend nach Gremersdorf zu holen.

„Ich hab den Eindruck, der Vertrieb hat nicht realisiert, dass es den neuen Mast gibt.“
Henning Pries, Bürgermeister

Thomas Klatt

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