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Ostholstein Teure Reinigung des Regenwassers
Lokales Ostholstein Teure Reinigung des Regenwassers
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20:29 12.10.2016
Die Brücke über die Schwentine bei der Gremsmühle muss saniert werden. Quelle: Fotos: Dirk Schneider

Die Sitzung des Malenter Planungsausschusses begann mit einer Enttäuschung. „Es ist leider kein Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr anwesend, so dass der Sachstandsbericht über den Ersatzneubau an der Brücke über die Schwentine in der Hindenburgallee vertagt werden muss“, bedauerte der Ausschussvorsitzende Klaus Schützler (CDU). Grund der Absage seitens des LBV seien noch offene Detailfragen, die geklärt werden müssten. Mit der Erneuerung der Oberflächenentwässerung und dem Neubau der Fußgängerbrücke am Intermar standen zwei weitere Punkte auf der Tagesordnung, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Großprojekt stehen.

Malente muss für die neue Straßenbrücke über die Schwentine die Abläufe modernisieren.

„Wir müssen doch

wissen, wie wir angefahren werden können.“ Günter Koch, Gastronom

Betroffene Anwohner und Geschäftsleute wie der Gastronom Günter Koch reagierten mit Unverständnis auf die Abwesenheit der Straßenbauer und die Begründung der Absage. „In fünf, sechs Monaten ist der geplante Baubeginn, und wir habe immer noch keinen Planungsstand, das werden wir nicht so hinnehmen“, forderte Koch einen runden Tisch für einen schnellen und verlässlichen Informationstausch. Die Vorbereitung für die nächste Saison laufe auf Hochtouren und die Gespräche mit den Reiseveranstaltern hätten begonnen. „Wir müssen doch wissen, wann und wie wir angefahren werden können.“

Um zumindest aus Malenter Sicht das Verfahren zu beschleunigen, diskutierte der Ausschuss über die Möglichkeiten, wie im Zuge der umfangreichen Baumaßnahmen die Regenwasserrückhaltebecken und Einleitstellen an der Schwentine erneuert werden können. „Das Niederschlagswasser wird derzeit ungereinigt weiter geleitet. Das ist nicht mehr zulässig. Die Bauwerke müssen erneuert werden, um Öle, Schwermetalle und Feinstaub, die von den versiegelten Flächen eingetragen werden, säubern zu können“, stellte der beratende Bauingenieur Wolfgang Kirstein fest.

Diese Aufgabe könne auf zwei Arten gelöst werden. Variante eins: Das Regenwasser wird zentral in zwei größeren Behandlungsbecken nördlich und südlich der Schwentine gesammelt, gereinigt und eingeleitet. Die Baukosten beliefen sich auf rund 291000 Euro, die jährlichen Wartungsarbeiten schlügen mit weiteren 7000 Euro zu Buche. Auf den ersten Blick deutlich günstiger sei eine dezentrale Lösung, bei der die 68 Straßenabläufe im Planungsgebiet mit Filterkartuschen nachgerüstet würden. Die Investition liege hier bei 173000 Euro, die Wartungskosten jedoch bei 117000 Euro pro Jahr. Bei einer Lebenserwartung der Anlagen von 80 Jahren wäre diese zweite Variante mit 1,15 Millionen Euro jedoch über 200000 Euro teurer, rechnete Kirstein vor. Egal für welche Lösung sich der Ausschuss entscheide, kämen noch einmal 45800 Euro für die Erneuerung der Straßenkanäle hinzu, sofern man Synergieeffekte nutze und das gemeindlichen Vorhaben als zusätzliches Los im Zuge der Straßen- und Brückensanierung des Landes ausschreibe.

Weitgehend grünes Licht signalisierten die Gemeindevertreter für den Neubau der Fußgängerbrücke über die Schwentinemündung in den Dieksee am ehemaligen Intermar-Hotel. „Hier haben wir ein sehr enges Zeitfenster. Wenn wir dies bis April schaffen wollen, ist größte Eile geboten“, betonte Schützler. Um mit Abriss und Pfahlgründung für ein neues Fundament – letztere Notwendigkeit ergibt sich aus einer Baugrunduntersuchung – beginnen sowie die Ausschreibung noch 2016 auf den Weg bringen zu können, sollten die geschätzte Investitionssumme per Nachtragshaushalt bereitgestellt werden. Die Planungsausschussmitglieder beschlossen einstimmig eine entsprechende Empfehlung für den Finanzausschuss und die Gemeindevertretung.

Dirk Schneider

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