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Ostholstein Teure Schäden: Ärger um Vandalismus
Lokales Ostholstein Teure Schäden: Ärger um Vandalismus
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22:23 11.07.2018
„Die Reparaturen kosten uns viel Zeit und Geld.Heiko Müller Heiligenhafen
Ostholstein

Besonders schlimm gestaltet sich die Situation in der Warderstadt laut Bauamtsleiter Roland Pfündl bei den öffentlichen Toiletten. Allein für Reparaturen am (erst vor zwei Jahren von grundauf sanierten) Rathaus-WC habe die Stadt dieses Jahr bereits mehr als 10000 Euro bezahlt. Die Automatiktüren würden nachts regelmäßig demoliert, Toiletten und Abflüsse mit Papier verstopft. Bei der öffentlichen Toilette am Wilhelmsplatz sehe es ähnlich aus.

Beschmierte Wände, eingeschlagene Lampen und angekokelte Bänke: Vandalismus wird für Ostholsteins Kommunen zum echten – und teuren – Problem. Der Ärger über die mutwillige Zerstörung ist groß. In Heiligenhafen ist jetzt sogar eine Kameraüberwachung im Gespräch.

Woran man erkenne, dass auch eine Benutzungsgebühr – am Wilhelmsplatz müssen 50 Cent bezahlt werden – die Verwüster nicht abschrecke, sagt Bürgermeister Heiko Müller (parteilos). Ohnehin sei er der Auffassung, dass öffentliche WCs eigentlich ein kostenloser Service sein müssten. Da die Anlagen immer wieder bewusst zerstört würden, sei die Stadt zu zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen gezwungen.

Der Verwaltungschef plädiert für eine Kameraüberwachung des Eingangsbereichs am Markt. Zwar sei das mit Blick auf den Datenschutz grundsätzlich schwierig, unter bestimmten Voraussetzungen – wie wiederholtem Vandalismus – aber möglich.

Während auch Geschäftsleute in Timmendorfer Strand schon seit Längerem für mehr Sicherheit durch Kameras plädieren (die LN berichteten), würde so etwas in

Ratekau laut Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) derweil vermutlich nicht viel helfen. Die Randale konzentriere sich nicht auf bestimmte Orte. Das größte Problem seien Graffiti – und zwar im gesamten Stadtgebiet. Insgesamt habe die Gemeinde im vergangenen Jahr knapp 10000 Euro als Folge von Vandalismus ausgegeben.

Auch in Oldenburg ist der Ärger groß. Burkhard Naß von der Stadtverwaltung berichtet unter anderem von aufgebrochenen Verteilerkästen, beschädigten Straßenlaternen und herausgerissenen Pflanzen. Von einem neu eingerichteten Grillplatz im Stadtpark sei schon in der ersten Nacht das Grillrost gestohlen worden. Auch habe die Sitzgruppe innerhalb von nur zwei Wochen schon dreimal von Kritzeleien gesäubert werden müssen. Hauswände würden ebenfalls beschmiert und es sei sogar versucht worden, eine Bank anzuzünden. Naß: „Die Stadt richtet etwas für die Allgemeinheit her und es wird kaputt gemacht – warum?“

Bad Schwartaus Ordnungsamtsleiter Bernd Kubsch hat für so etwas ebenfalls kein Verständnis. Dort wurde wegen Vandalismus-Schäden jetzt sogar die Bahnhofshalle gesperrt – und das, obwohl es am Bahnhof Kameras gibt. Auch ärgert sich Kubsch, dass Bänke, Lampen und Mülleimer in der gerade erst neugestalteten Fußgängerzone schon mit Aufklebern zugepflastert werden.

In Neustadt sieht Bauamtsleiterin Antje Weise indes „keine übermäßigen Probleme“. Die Stadt versuche, Graffiti schnell zu entfernen, um Sprayer zu entmutigen. Zu größeren Schäden komme es nur vereinzelt: Etwa hätten Unbekannte Teile von Kunstwerken abgeschlagen. So etwas sei allerdings „grenzwertig“.

Heiligenhafens Bürgermeister will das Geschehen jedenfalls nicht mehr hinnehmen. Ob beziehungsweise wann tatsächlich eine Kamera installiert wird, ist allerdings noch unklar. Die Stadt sei dabei, die rechtlichen Rahmenbedingungen abzuklopfen. Klar ist laut Bauamtsleiter Pfündl bereits, dass die Aufnahmen nicht dauerhaft gespeichert und gegebenenfalls ausschließlich von Ermittlungsbehörden ausgewertet würden.

Von Jennifer Binder

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