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Ostholstein Theater-Begeisterte gesucht
Lokales Ostholstein Theater-Begeisterte gesucht
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12:28 19.06.2017
Der Vorstand des Theatervereins Süsel in der neuen Küche der Kulturscheune: Jörn Hilbrecht (v. l.), Marion Rumpel, Volker Paulsen, Anne Henningsen, Dieter Kühl, Silke Krellenberg und Anne Vehres. Quelle: Foto: Petersen

Eigentlich läuft die Kulturscheune Süsel prächtig. Die Stücke, die der Theaterverein auf die Bühne bringt, kommen beim Publikum an, die Sitzplatzauslastung von im Schnitt 80 Prozent kann sich sehen lassen. Die Finanzen sind solide, die Stimmung unter der Vereinsaktiven und im 28-köpfigen Ensemble, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche, ist gut. Trotzdem hat das erfolgreiche Amateurtheater Sorgen. Die Zahl derjenigen, die mit anpacken, wird kleiner.

Jazz in der Kulturscheune wird es nicht mehr geben, auch nicht mehr die beliebte Messe „Kunst und Kultur“ vor Weihnachten. „Wir finden niemanden, der bereit ist, das zu organisieren“, sagte Geschäftsführerin Anne Vehres auf der Mitgliederversammlung. Gekommen waren 30 der 165 Mitglieder, für Fritz Vehres ein weiteres Indiz für die bröckelnde Gemeinschaft. „Wir müssen versuchen, wieder mehr Mitglieder zu erreichen. Es kann nicht alles auf den Schultern des Vorstandes abgeladen werden“, bemerkte er am Ende der ebenso harmonischen wie launigen Versammlung.

So wurde etwa der Rückblick auf die abgelaufene Saison mit Anekdoten aus den Bühnenproben oder von kurzfristigen Umbesetzungen und ihren Tücken gespickt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Theaterspielen sehr viel Spaß machen kann, aber immer anders kommt, als man denkt“, bilanzierte der einstimmig wiedergewählte erste Vorsitzende Jörn Hilbrecht. Einstimmig wurden ebenso Kassenwart Dieter Kühl und Beisitzerin Marion Rumpel für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Silke Bock stand für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung, für sie rückte Anne Henningsen in den Vorstand auf.

Silke Bock wurde für zehn, Dieter Kühl für 25 Jahre Theaterarbeit geehrt. Ganz besonders wurde das zehnjährige Bühnenjubiläum von Freya Böhme und Kira Rode gewürdigt. Die beiden 15-Jährigen sind seit zehn Jahren bei den „Kulturbanausen“ dabei, dem Nachwuchs-Ensemble. Fast 1200 Stunden haben sie im Theaterverein verbracht, rechnete Silke Bock vor.

Eine Herausforderung bedeutete die Einführung der Online-Buchung in diesem Jahr, denn zunächst machte das schwache Internet immer wieder zu schaffen. Seit einigen Tagen hat die Kulturscheune einen Breitbandanschluss – und der digitale Vorverkauf flutscht nur so. 30 Prozent der Karten werden inzwischen per Mausklick geordert. Weitere Neuerungen sind ein Küchen-Umbau für 20 000 Euro und eine Licht-Ton-Anlage für gut 30 000 Euro. 68 Vorstellungen wurden in der Spielzeit 2016/17 gegeben, über 4800 Zuschauer gezählt. Ein Kassenschlager war „Witte Pracht“ mit gut 89 Prozent Auslastung. Zwei Vorstellungen von „Tussi Park“ der Niederdeutschen Bühne Kiel fielen aus, sie werden am 8. und 9. Juli nachgeholt.

Anne Vehres, die 2018 nach 35 Jahren definitiv aufhören will, gab einen Vorgeschmack auf die Spielzeit 2017/18. Sie selbst führt Regie in dem Lustspiel „Ik weer dat nich!“, Premiere: 7. Oktober.

Silke Bock bringt mit den Kulturbanausen „Keen lüggt den hier?“ auf die Bühne, Premiere: 2. Dezember. Am 4. März 2018 folgt die Komödie „Een Hart ut Schokolad“.

 pet

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