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Ostholstein Inklusives Theaterfestival: Projekt nimmt Gestalt an
Lokales Ostholstein Inklusives Theaterfestival: Projekt nimmt Gestalt an
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10:41 02.11.2018
Das Oldenburger Ensemble probt schon fleißig fürs Theater-Festival im Herbst. Quelle: *BINDER
Oldenburg

Die Planung des inklusiven Theaterfestivals in Oldenburg nimmt Fahrt auf. Neben Ensembles aus ganz Schleswig-Holstein haben sich laut Initiator Thomas Wroblewski mittlerweile auch Gruppen aus Dänemark und sogar aus Frankreich angekündigt. Sie alle wollen im Herbst 2019 das Bühnenprogramm unter dem Motto „Theater all inclusive“ mitgestalten.

In Oldenburg probt die neu gegründete Gruppe aus Menschen mit und ohne Behinderung schon fleißig an ihrem ersten Stück. „Backstage“ hat Regine Wroblewski das Werk genannt, das sie eigens für das zwölfköpfige Ensemble geschrieben hat und das zur Abwechslung einmal das Geschehen vor der Vorstellung in der Garderobe auf die Bühne bringt. Voraussichtlich Anfang Februar wollen die Darsteller zum ersten Mal vor Publikum spielen – als eine Art Testlauf für das Festival im Oktober.

Handwerker und Maskenbildner gesucht

Die Organisatorendes inklusiven Theaterprojekts suchen noch freiwillige Unterstützer. Insbesondere Hobby-Handwerker und Maskenbildner werden gebraucht, die beim Bühnenbild mitarbeiten beziehungsweise die Schauspieler vor den Aufführungen schminken können. Weitere Infos geben Regine und Thomas Wroblewski unter Telefon 043 61/182 43 14.

Auf die Aufführung sei sie selbst auch sehr gespannt, sagt Regine Wroblewski. Denn: Während der Titel des Stücks steht, ist die Handlung bei jeder Probe wieder etwas anders. Nicht nur gebe es immer wieder neue Ideen, die sie dann einarbeite – auch seien die Interpretationen der Darsteller zum Teil etwas eigenwillig, erzählt die Autorin lachend. Da werde aus einer tragischen schon mal eine lustige Szene oder aus einem „Sein oder Nichtsein“ ein „Lass es sein oder lass es nicht sein“.

So ganz lasse sich das Geschehen auf der Bühne nie vorhersehen, bestätigt schmunzelnd Martin Benz, der zusammen mit Regine Wroblewski die Leitung der Oldenburger Truppe übernommen hat. Entsprechend könne auch die Länge des Stücks variieren. „Die Aufführung wird mit Sicherheit anders als die Generalprobe“, prognostiziert er. Von den beiden Gruppenleitern – Benz und Wroblewski spielen auch selbst mit – ist deshalb Improvisationstalent gefragt. „Unsere Aufgabe wird es nicht zuletzt sein, Löcher zu überspielen und darauf zu achten, dass wir den Handlungsfaden behalten“, sagt Martin Benz. Eine spannende Herausforderung, wie seine Partnerin betont. Das inklusive Theater-Projekt ist auch für sie selbst eine ganz neue Erfahrung; im Gegensatz zu Benz probt sie zum ersten Mal mit Schauspielern mit Handicap. Bei den Proben hätten sie aber stets viel Spaß, sind sich alle Beteiligten einig, „wir sind als Ensemble richtig gut zusammengewachsen“.

Thomas Wroblewski hat das Theater-Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung initiiert, nachdem er eine Vorstellung des professionellen Inklusionstheaters „RambaZamba“ in Berlin gesehen hatte. Quelle: BINDER

Regine Wroblewskis Ehemann Thomas, der die Initiative angeschoben hat, freut sich, „wie gut das Ganze angelaufen ist“. Inzwischen haben sich nicht nur in Oldenburg viele freiwillige Unterstützer gefunden, sondern Bund und Land haben auch Fördermittel für das Pilotprojekt in Aussicht gestellt. Davon sollen im kommenden Jahr unter anderem Workshops zu verschiedenen Themen rund ums Theater organisiert werden – natürlich auch sie für Teilnehmer mit und ohne Beeinträchtigung.

Für den 19. Oktober ist dann schließlich das große Festival geplant. Dass nun sogar internationale Kontakte hergestellt worden seien, finde er großartig, betont Wroblewski. Sorge, dass das Publikum die Auftritte der dänischen und französischen Ensembles vielleicht gar nicht verstehe, habe er nicht. Die Stücke lebten vor allem von Mimik und Gestik. Martin Benz pflichtet bei: „Theater versteht man immer.“

Jennifer Binder

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