Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein „Theoterlüüd“ unter sich beim Niederdeutschen Bühnentag
Lokales Ostholstein „Theoterlüüd“ unter sich beim Niederdeutschen Bühnentag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 28.05.2016
In Süsel steht der Theaternachwuchs der erwachsenen Truppe in nichts nach: „De Süseler Kulturbanausen“ zeigten, was man bisher nicht über „Dornröschen“ wusste. Quelle: Fotos: Astrid Jabs

Besuch von Gleichgesinnten stand den Süseler Schauspielern der Niederdeutschen Bühne am gestrigen Sonnabend ins Haus: 60 Theaterleute waren zum Niederdeutschen Bühnentag gekommen, um sich auszutauschen und die Gemeinsamkeit zu pflegen. „Diese Grundidee, bei einem jährlichen Treffen zu hören, was die anderen machen und den Kontakt lebendig zu halten, kommt noch aus der Zeit vor Email und Smartphone“, erzählte der Geschäftsführer des Niederdeutschen Bühnenbundes Schleswig-Holstein, Rainer Seidel.

In die Kulturscheune in Süsel kamen 60 Schauspieler aus ganz Schleswig-Holstein zusammen / Das Immaterielle Kulturerbe hat viele treue Fans.

„Alle, wie wir hier sind, sind

ein bisschen verrückt.“ Reiner Seidel,

Geschäftsführer

Dass die Tradition lebendig ist, auch wenn man nicht mehr wie früher gleich zwei Tage miteinander verbringt, zeigte die harmonische Stimmung in Süsel. 15 Bühnen sind mit ihren 800 Mitgliedern im Bühnenbund Schleswig-Holstein organisiert: Ahrensburg, Elmshorn, Flensburg, Glückstadt, Husum, Itzehoe, Kiel, Lübeck, Neumünster, Nordangeln, Preetz, Rendsburg, Schleswig, Süsel und Westerland. Alle drei Jahre steht der Große Bühnentag mit den Ensembles aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen/Bremen und Hamburg auf dem Kalender.

Dazwischen treffen sich die Schleswig-Holsteiner Theaterleute einmal jährlich bei wechselnden Gastgebern im Lande. Mit ihrem eigenen Haus konnten die Süseler dafür beste Voraussetzungen bieten. Und das galt, wie gestern zu erleben war, nicht nur für den stimmigen Rahmen und eine gute Bewirtung, sondern auch und gerade für die Lust am Theaterspielen, wie sie hier gepflegt wird – sowohl von den „alten Hasen“ als auch von den „Süseler Kulturbanausen“. So nennt sich der Theaternachwuchs, der mit einem amüsanten neuen Blick auf das Märchen „Dornröschen“ reichlich Applaus von den Gästen einheimsen konnte. Immer montags proben die elf Kinder und Jugendlichen zwischen sieben und 16 Jahren und haben nach eigenem Bekunden „een Barg Höög“ – frei übersetzt: jede Menge Spaß.

Der lässt auch Rainer Seidel seit 1963 ungezählte Probenstunden, Lampenfieber und viel Arbeit gern in Kauf nehmen: „Alle, wie wir hier sind, sind ein bisschen verrückt“, gestand er augenzwinkernd. Der Geschäftsführer des Bühnenbundes spielt bei der Niederdeutschen Bühne Flensburg und wird mit dem Stück „Toeerst kümmt de Familie“ beim 25. Niederdeutschen Theatertreffen in der Winkelscheune des Freilichtmuseums Molfsee zu sehen sein. Vom 4. bis zum 12. Juni gibt es dort täglich niederdeutsches Theater, auch die Süseler Truppe wird ihr aktuelles Stück „Lust un Leev in’t Kloster“ aufführen. Zu den Aktivitäten des Bühnenbundes gehört außerdem ein Autorenwettbewerb, der 2016 zum zweiten Mal ausgeschrieben wurde. Seit 2014 zählt das Niederdeutsche Theaterspiel zum Immateriellen Kulturerbe. Das wurde 2015 mit 879 Vorstellungen und 110376 Zuschauern von den 15 Niederdeutschen Bühnen gepflegt.

Astrid Jabs

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lions Club Lübecker Bucht und Wirtschaftsvereinigung spenden zwei Defibrillatoren.

28.05.2016

Drei Tage steht die Landesgartenschau im Zeichen des Niederdeutschen.

28.05.2016

Interkulturelle Fragen bei Tagung des Landesjugendrings in Scharbeutz und Wahlen.

28.05.2016
Anzeige