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Ostholstein Therapie und Seeluft für sieben Tschernobyl-Kinder
Lokales Ostholstein Therapie und Seeluft für sieben Tschernobyl-Kinder
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14:06 03.03.2016
Abschied von Fehmarn: Ada Solina (l.) und „ihre“ sieben Jungs aus Weißrussland mit den Mitarbeitern der Südstrand-Klinik. Quelle: Schwennsen

 Gastgeber war bereits im zwölften Jahr in Folge die Südstrand-Klink Fehmarn der IFA in Burgtiefe.

„Wir geben den Jungs Medikamente mit nach Hause.“Dr. Karen Hinkelmann

Inzwischen haben sie ihre strapaziöse Heimreise mit dem Bus angetreten. Mit einer Zwischenstation auf Usedom: Denn eine weitere zehnköpfige gemischte Kindergruppe war in der dortigen IFA-Klinik mit drei Betreuern zu Gast. Partner auch der diesjährigen Aktion war der Verein „Den Kindern von Tschernobyl e.V.“.

Zur guten Tradition gehört es, am Tag vor der Abreise allen Helfern und Sponsoren bei einer gemeinsamen Kaffeetafel zu danken. Auch diesmal war es ein ganz herzlicher Abschied. Dabei stand der Insel-Aufenthalt anfangs unter keinem guten Stern. Die vorgesehene Begleiterin musste kurzfristig ins Krankenhaus. Für sie sprang dann die rüstige Rentnerin ein, die alle liebevoll „Ada“ nennen.

„Für mich war das ein Paradies, ich war erstmals an der Ostsee“, kommentierte sie in perfektem Deutsch. Dann ließ „Ada“ ihre Jungs sprechen — einen nach dem anderen. Jeder hatte sein ganz besonderes Fehmarn-Erlebnis. „Ich habe erstmals in meinem Leben Garnelen probiert“, sagte einer. Ein anderer hat fleißig am Strand gesammelt: „Steine mit Löchern drin bringen Glück. Die habe ich für meine Mutter eingepackt.“

„Tolle Seeluft“ oder „Suppe mit Frikadellen drin“ bleiben ebenso in Erinnerung wie die Haie im Meereszentrum, die sich im großen Becken über den staunenden Jungs tummelten. Mit der Fähre nach Dänemark, Tagesausflug nach Lübeck, Schwimmen im FehMare, Spielen im AktivHus oder Naturerlebnis in Wallnau: Elfriede Hünicke von der Klinik bilanzierte ein abwechslungsreiches Programm neben der gezielten Therapie.

Glück hatte ein Junge, der zum zweiten Mal auf Fehmarn war. Er ist allergisch gegen Pferdehaare und wollte so gerne auf dem Gestüt Rüder reiten. Mit passenden Medikamenten klappte es.

Kinderärztin Dr. Karen Hinkelmann: „Das wussten wir noch vom letzten Jahr.“ Ein anderer holte nach, was sein Zwillingsbruder 2015 erlebte. Daniel, der Älteste, der hier seinen 14. Geburtstag feiern durfte, betonte: „Wir haben uns wie zu Hause gefühlt. Wir werden Euch vermissen.“

Von Gerd-J. Schwennsen

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