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Ostholstein Tierheime: Aufnahmestopp für Katzen
Lokales Ostholstein Tierheime: Aufnahmestopp für Katzen
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00:00 20.10.2012
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Ostholstein

Eutin – Die Schwarzweiße rettet sich gerade noch vor dem Absturz vom Tisch. Die Getigerte krallt sich mit ihren kleinen Tatzen im Haar von Anna Gomberg fest. Die Vorsitzende der Tierhilfe Ostholstein in Stolpe hat ein Problem: Die Katzen wachsen ihr über den Kopf. „Dieses Jahr werden besonders viele Jungkatzen abgegeben. Seit Mitte September kommen ständig Anfragen, ob Katzen abgegeben werden können“ sagt Gomberg. Mit 30 Katzen und 13 Jungkatzen ist die Tierhilfe Ostholstein voll. „Die Versorgung der Katzen wird immer schwieriger. Da es so viele Tiere sind, brauche ich jeden Tag eine Stunde länger, um sie zu versorgen,“ sagt Sven Petersen, Mitarbeiter der Tierhilfe Ostholstein. Momentan kann das Außengehege auf dem Stolper Gelände noch als Herberge für die Katzen mitbenutzt werden, überwintern können die Tiere dort allerdings nicht. Deswegen verhängte Anna Gomberg nun einen Aufnahmestopp für Katzen: „Mehr können wir einfach nicht aufnehmen, wir haben keinen Platz mehr“, stöhnt die Tierliebhaberin. Damit sie schnell wieder Platz für neue Katzen hat, werden dringend neue Besitzer für die vielen Katzenbabys der Tierhilfe gesucht.Auch in den Tierheimen in Lübbersdorf und Eutin müssen die ersten Katzen abgewiesen werden: „Wir haben 84 Katzen, die zusammen acht Räume besetzen“, klagt Maren Smets, Mitarbeiterin im Tierheim Lübbersdorf. In Eutin wurden gerade gestern sechs neue Jungkatzen abgegeben. „Eigentlich leben wir nach der Devise: Geht nicht, gibt’s nicht. Aber langsam wird es mit 50 Katzen wirklich eng“, sagt Barbara Mohr, die stellvertretende Leiterin des Tierheimes in Eutin.Zweimal im Jahr kommt es in den Tierheimen zu einer vermehrten Abgabe von Katzen. Zunächst im Frühjahr und dann im Oktober, wenn die Katzen ihre Jungen werfen. Aufgrund der Witterungsbedingungen ist die Aufnahme von Katzen im Herbst komplizierter als im Frühjahr, wenn sie draußen gehalten werden können. Besonders ärgert sich Anna Gomberg darüber, wie viele von den abgegeben Katzen Waisen sind: „Leider ist es keine Seltenheit, dass Katzenjunge im Alter von etwa vier Wochen in Straßengräben oder in kleinen Kartons am Straßenrand ausgesetzt werden. Den Besitzern wird die Pflege der Tiere zu viel und sie setzen sie dann einfach aus.“ Maren Smets vom Tierheim in Lübbersdorf kennt das Problem und sie weiß auch, warum es derzeit besonders akut ist: „Viele unserer Katzen wurden auf Campingplätzen entdeckt und dann zu uns gebracht. Einige Touristen lassen ihre Katze jetzt nach dem Sommer einfach da oder füttern im Urlaub eine Jungkatze an, die sie am Ende nicht mitnehmen.“Auch vor dem Tierheim in Eutin seien in diesem Jahr schon drei Kartons mit jeweils fünf bis sieben Jungkatzen einfach abgestellt worden, sagt Barbara Mohr.Gomberg nennt eine weitere Ursache für das alljährlich wiederkehrende Problem: „Es werden zu wenig Katzen kastriert. Die Kastration ist die einzig sinnvolle Methode, mit dem Katzenüberschuss fertig zu werden.“ Für die Leiterin der Tierhilfe Ostholstein hängt das auch mit den Kosten für eine Kastration zusammen: „Der Preis von 100 bis 120 Euro schreckt viele Katzenbesitzer ab. Da nehmen viele Menschen lieber den billigen, einfachen Weg und setzen die Tiere einfach aus.“ Katzenhalter, die ihre Jungtiere jetzt noch abgeben möchten, müssen sich gedulden. Die stellvertretende Leiterin des Tierheimes in Eutin rät: „Die Menschen müssen sich bewusst machen, dass sie für das Wohl eines Lebewesens und nicht für ein Stofftier verantwortlich sind. Dazu gehört auch die Kastration. Wenn es wirklich keinen anderen Weg als die Abgabe der Katzenjungen gibt, dann müssen sie sich wenigstens noch bis Januar gedulden, wenn wieder Plätze in den Tierheimen frei sind.“

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