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Ostholstein Timmendorf: Neun Wochen Skyliner?
Lokales Ostholstein Timmendorf: Neun Wochen Skyliner?
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11:05 15.11.2016
Weiter Blick über die Lübecker Bucht: Diese Aussicht bot der Skyliner aus 72 Metern Höhe im Sommer 2016. Quelle: Lena Modrow

Der Skyliner sei „als positive Ergänzung zum Freizeit-Angebot“ gut angenommen worden, heißt es in der Begründung.

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Im Ausschuss für Tourismus geht es heute um die Aufstellung des Aussichtsturms 2017 – und um die LTO-Frage.

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Auf der Tagesordnung der heutigen Tourismusausschuss-Sitzung (ab 18 Uhr, Timmendorfer Rathaus) stehen unter anderem auch ein Antrag der WUB zu regelmäßigen Berichten über das ETC und den Strandpark, der Bürgerentscheid zum ETC und ein Bericht der Bürgermeisterin zum Ortsentwicklungsprozess.

Demnach soll der 81 Meter hohe Turm mit rotierender Gondel in 72 Metern Höhe im kommenden Jahr vom 30. Juni bis 3. September wieder auf der Grünfläche neben dem Alten Rathaus am Timmendorfer Platz stehen. Also gut neun Wochen lang – in diesem Juli waren es bei der „Premiere“ lediglich drei Wochen. „Auf- und Abbau bedeuten einen enormen Aufwand“, sagt Tourismuschef Joachim Nitz, deswegen sei das Geschäft mit dem Skyliner umso rentabler, je länger der Turm stehe. Die Skyliner GmbH habe sich deshalb eine längere Standzeit gewünscht – sowie die Erlaubnis, in der angegliederten Bar Crêpes verkaufen zu dürfen. „Das Interesse der Gäste am Skyliner war positiv“, so Nitz.

Noch hat der Ausschuss nicht zugestimmt. „Der Aufsteller war ja offenbar zufrieden“, sagt der Ausschuss-Vorsitzende Kai-Ingo Menke-zum Felde (CDU). Allerdings müsse über die Höhe des Standgeldes entschieden werden, „das muss gerecht sein, verglichen mit dem, was andere Betriebe im Ort zahlen“. Denkbar ist offenbar eine Summe, die auf Basis der Fremdenverkehrsabgabe berechnet wird.

Der Standort stehe laut Menke-zum Felde noch nicht fest. Am Platz direkt am Alten Rathaus hatte es Kritik gegeben, vor allem von Anwohnern, die eine Beschädigung der Grünanlage, Lärm sowie den Verlust ihrer Privatsphäre fürchteten. Dennoch favorisiert Nitz auch für 2017 diesen Standort: „Von dort bietet sich ein toller Blick.“ Bleibende Schäden habe der Skyliner nicht hinterlassen und auch weniger Lärm verursacht als zuvor angenommen. „Einige, die sich zunächst quergestellt haben, haben festgestellt, dass es gar nicht so schlimm war.“

Das sieht der Anwohner Thomas Nörenberg aus der Poststraße anders. „Jetzt kommt es so, wie wir es uns schon gedacht haben“, sagt er. „Zunächst steht der Turm für drei Wochen, dann für zwei Monate, später wahrscheinlich für drei oder vier Monate.“ Es sei schlicht falsch, dass das Fahrgeschäft keine Beeinträchtigung für die Anwohner bedeute. „Man hört den ganzen Tag dieses Surren in einer hohen Frequenz, das ist sehr anstrengend.“

Ein weiteres Thema für die heutige Sitzung: Timmendorfer Strand wird sich wohl doch einer lokalen Tourismus-Organisation (LTO) anschließen müssen. Dieses Vorgabe des Landes gibt es seit 2008.

Timmendorf hat es bislang aber bei einer Art Absichtserklärung belassen und blieb damit auf Distanz etwa zur Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (TALB) – um als „eigenständige Premiummarke“ weiter zu bestehen, hatte es bisher geheißen. Das aber wird künftig nicht mehr funktionieren, wenn die Gemeinde Geld vom Land will: Spätestens seit Veröffentlichung des entsprechenden Gesetzes im Oktober 2015 sei die Mitgliedschaft in einer LTO unabdingbar, um touristische Fördermittel erhalten zu können, erklärt Tourismuschef Nitz.

„Aus dem Wirtschaftsministerium wurde klar signalisiert, dass wir eine LTO-Mitgliedschaft nachweisen müssen“, so Nitz. Aktuell betrifft das unter anderem die Suche nach Fördermöglichkeiten für die eventuelle Sanierung des Eissport- und Tenniscentrums (ETC). Dabei gebe es verschiedene Stufen der LTO-Zugehörigkeit, erklärt Nitz – Kooperationsvereinbarungen oder intensivere Abstimmungen etwa bei der touristischen Infrastruktur. Ein letzter Schritt wäre sogar eine Betriebszusammenführung, in diesem Fall beispielsweise eine Zusammenlegung von TSNT und TALB. „So weit wollen wir aber nicht gehen“, betont Nitz. Wie eine LTO-Mitgliedschaft aussehen könnte, wird heute zunächst im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besprochen.

latz

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