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Ostholstein Timmendorf braucht neuen Feuerwehr-Chef
Lokales Ostholstein Timmendorf braucht neuen Feuerwehr-Chef
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23:24 20.03.2017
„Ich hoffe, dass wir schnellstmöglich einen guten Mann bekommen.“ Carsten Dede Ortswehrfüher Niendorf
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Timmendorfer Strand

 Vom 1. April an übernimmt der Niendorfer Ortswehrführer Carsten Dede kommissarisch das Amt des Gemeindewehrführers, bis ein Nachfolger für Muuss gewählt ist, was im Juni passieren könnte.

Stephan Muuss tritt zum 31. März zurück – Carsten Dede aus Niendorf übernimmt das Amt kommissarisch.

Unfrieden schwelt seit Langem innerhalb der Timmendorfer Feuerwehren. Anfang 2016 kam es auf der Jahresversammlung wegen eines Streits um ein Löschgruppenfahrzeug zum Eklat. Im September 2016 verkündeten Muuss und Wegener ihren Rücktritt. Sie beklagten unter anderem „enttäuschtes Vertrauen und Einmischung der Politik“ im Zusammenhang mit Änderungen des Feuerwehrbedarfsplans sowie dem geplanten Bau des neuen Feuerwehrgeräte- und Dorfgemeinschaftshauses in Groß Timmendorf.

„Zwischen Weihnachten und Neujahr sind dann die Ortswehrführer an mich herangetreten“, berichtet Stephan Muuss. Er sei gefragt worden, unter welchen Bedingungen er Gemeindewehrführer bleiben würde.

„Da habe ich zwei Voraussetzungen genannt“, schildert Muuss. Erstens: Er wolle künftig mit zwei Stellvertretern arbeiten, „um die Feuerwehr zukunftsfähig aufzustellen“. Andere Wehren hätten mit dieser Organisationsform gute Erfahrungen gemacht. Zweitens: „Es gibt keinen Rücktritt vom Rücktritt.“ Heißt: Muuss wollte nur dann weitermachen, wenn er im Zuge einer neuen Wahl bestätigt worden wäre.

Delegierte der Mannschaften hätten aber gefordert, dass er seine restlichen zwei Dienstjahre ableiste, ohne erneut gewählt worden zu sein. „Ich sollte mich auf diese Weise bewähren und dann sehen, ob ich wiedergewählt werde“, sagt Stephan Muuss, der das Amt 2013 übernommen hat. Zudem hätte er keinen zweiten Stellvertreter bekommen sollen. „Daraufhin haben Burkhard und ich unseren kompletten Rückzug zum 31. März erklärt.“

Der Niendorfer Wehrführer Carsten Dede betont, dass er das Amt nur vorübergehend übernimmt. „Dazu fühle ich mich als dienstältester Wehrführer in der Gemeinde einfach verpflichtet“, erklärt er.

Dauerhaft wären Gemeinde- und Ortswehrführung aber zu viel – „unter anderem auch, weil diese Aufgaben mit immer mehr Bürokratie verbunden sind“. Einen Stellvertreter hat Dede nicht, wird aber von den drei anderen Ortswehrführern unterstützt: „Im Grund machen wir das jetzt zu viert, aber ich habe eben den Hut auf.“ Dede hofft, „dass wir nun schnellstmöglich einen guten Mann für dieses hohe Amt bekommen“. Es sei allgemein „sehr schwer geworden, Führungskräfte für unseren Bereich zu finden“, sagt dazu Kreiswehrführer Thorsten Plath. Immerhin: Einen Bewerber soll es schon geben.

Die Jahresversammlung fand wegen der Querelen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bilanziert wurden 398 Einsätze, die die 140 aktiven Feuerwehrleute – Frauenanteil: elf Prozent – der Gemeinde Timmendorfer Strand im Jahr 2016 leisteten. Der aufwendigste dabei war das Großfeuer in der Timmendorfer Edel-Disco „Nautic“ Ende Oktober 2016. Ein weiterer Großeinsatz war die Evakuierung des Maritim-Seehotels im Mai, nachdem im vierten Stock Wäsche gebrannt hatte.

Das Durchschnittsalter der Timmendorfer Brandschützer liegt bei 42,6 Jahren, mittlerweile sind unter ihnen 59 Atemschutzgeräteträger. „Eine tolle Quote“, lobt Stephan Muuss. Er selbst will nach seinem Rücktritt „normaler Löschknecht“ bei der Niendorfer Wehr bleiben. „Mein Herz hängt an der Feuerwehr“ erklärt er. „Aber es gibt eben Leute, die mich mögen – und Leute, die mich nicht mögen.“

Wenn Teile der Mannschaften eine andere Meinung hätten als er, „dann füge ich mich dem. Es bringt doch nichts, Dinge mit der Brechstange durchzusetzen“.

 Sabine Latzel

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