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Timmendorf will nicht für Brodtener Wanderweg zahlen

Timmendorfer Strand Timmendorf will nicht für Brodtener Wanderweg zahlen

Bürgermeisterin und Tourismuschef weisen Forderungen aus Lübeck zurück.

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Wer zahlt für den beliebten Ausblick? Um die Kosten für den Wanderweg am bröckelnden Brodtener Ufer gibt es Ärger.

Quelle: W. Maxwitat

Timmendorfer Strand. Die Gemeinde Timmendorfer Strand will sich nicht an den Kosten für den Wanderweg am Brodtener Ufer beteiligen: Das geht aus den meisten Reaktionen auf einen Vorschlag aus den Reihen der Lübecker Kommunalpolitik hervor. „Es ist die Aufgabe der Kommunen, die Hausarbeiten in ihren eigenen Gebieten zu machen“, erklärt Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD). Ähnlich äußert sich Timmendorfs Tourismuschef Joachim Nitz.

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Wer zahlt für den beliebten Ausblick? Um die Kosten für den Wanderweg am bröckelnden Brodtener Ufer gibt es Ärger.

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Hintergrund sind die Querelen um den beliebten Wanderweg zwischen Travemünde und Niendorf. Am Montag hat sich der Wirtschaftsausschuss der Lübecker Bürgerschaft gegen die Schließung des Weges und für die Verlängerung der Mietverträge mit den betroffenen Landwirten ausgesprochen. 21 700 Euro Miete zahlt Lübeck demnach pro Jahr an die Landwirte, über deren Grund der Weg führt. Hinzu kommen 20

000 Euro für den Unterhalt der Strecke, die größtenteils auf Travemünder Gemeindegebiet liegt. Kosten, an denen sich die Nachbargemeinde Timmendorfer Strand beteiligen solle — so zumindest lautete die Forderung von Lübecks SPD-Fraktionsvize Peter Reinhardt. „Sonst sollten wir kurz vor Niendorf einen Zaun hinmachen“, hatte Reinhardt erklärt.

Es sei wichtig, den Wanderweg zu erhalten, meint Bürgermeisterin Kara auf LN-Anfrage. Da die Strecke aber für die ganze Region von Bedeutung sei — sie ist Teil des Ostseeküsten-Radwanderwegs — hätte der Hinweis aus Lübeck nicht an die Nachbargemeinde, sondern vielmehr an die zuständigen überregionalen Stellen, den Kreis oder das Land, gehen müssen. „Über so etwas sollten benachbarte Gemeinden nicht streiten“, sagt Tourismuschef Nitz. „Lübeck generiert ja auch Einnahmen aus den Betrieben, die von dem Wanderweg profitieren — das müsste bei einer Beteiligung ja gegengerechnet werden, und wie soll das gehen?“ Zwischen Niendorf/Timmendorfer Strand und Travemünde wechselten die Gäste ohnehin hin und her. „Ich würde vermuten, dass Travemünde mehr von Timmendorf profitiert als umgekehrt“, so Nitz.

„Ich halte die Forderung für absurd“, ärgert sich Jacob Bielfeldt, Fraktionsvorsitzender der WUB in Timmendorfer Strand. Wenn man einen Weg über eigenen Grund anbietet, müsse man auch dafür zahlen.

„Es ist gut, dass es den Wegezoll nicht mehr gibt“, so Bielfeldt. Jörn Eckert (SPD) sieht das ähnlich. Grundsätzlich müsse derjenige zahlen, zu dessen Gebiet ein Weg gehöre. „Wir setzen ja auch keinen Schlagbaum vor Scharbeutz.“ Dennoch signalisiert Eckert Diskussionsbereitschaft: „Ich sage nicht, dass wir uns an den Kosten beteiligen, wir sind aber gesprächsbereit.“

Rainer Steen sieht Lübeck am Zug. „Die Stadt muss jetzt erstmal auf uns zukommen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende. Eine finanzielle Beteiligung schließt er allerdings nicht aus.

„Eigentlich ist das Lübecker Sache, aber wir haben schon viel verhandelt“, so Steen. Und schließlich werde der Weg von allen genutzt. „Es geht ja nicht um gewaltige Summen“, zeigt sich auch Ingo Muuss vom Niendorfer Fremdenverkehrsverein kompromissbereit. „Ich könnte mir eine symbolische Beteiligung vorstellen, einfach, um zumindest guten Willen zu zeigen.“

„Ich halte die Forderung für absurd. Es ist gut,

dass es den Wegezoll

nicht mehr gibt.“
Jacob Bielfeldt, WUB-Fraktionschef

Sabine Latzel und Britta Kessing

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