Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein B-76-Kreuzung: Politik fordert schnelles Handeln
Lokales Ostholstein B-76-Kreuzung: Politik fordert schnelles Handeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:22 29.11.2018
An der Kreuzung B 76/Abzweigung Höppnerweg in Timmendorfer Strand häufen sich die Unfälle. Quelle: Beke Zill
Timmendorfer Strand

Zuletzt krachte es an der berüchtigten Kreuzung Höppnerweg/B 76 in Timmendorfer Strand am Abend des 13. November. Ein Sprinter war mit einem aus Niendorf kommenden Pkw kollidiert. Insgesamt waren vier Fahrzeuge in den Unfall verwickelt, es gab fünf Verletzte, davon zwei Schwerverletzte. Immer wieder passieren an dieser Stelle Unfälle. 2017 wurde die Kreuzung von der Polizei erneut als eine von 14 Unfallhäufungsstellen in Ostholstein mit drei Verkehrsunfällen gleichen Typs eingestuft. Die politischen Gremien fordern nun schnelles Handeln, um die Kreuzung zu entschärfen. Die Gemeinde reagierte und machte in einem Schreiben an den für die Bundesstraße zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV), Niederlassung Lübeck, auf die Dringlichkeit einer Verkehrsberuhigung aufmerksam.

SPD: Kreuzung eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer

Laut der Statistik der Polizeidirektion Lübeck wurden 2015 vier Unfälle, 2016 zwei, 2017 wieder fünf Unfälle registriert. Die SPD brachte im vergangenen Verkehrsausschuss das Thema auf die Tagesordnung, nachdem tags zuvor der Unfall auf der Kreuzung passiert war. In einem Dringlichkeitsantrag sollte die Verwaltung beauftragt werden, unverzüglich die zuständige Straßenverkehrsbehörde zu bitten, einen Kreisverkehr, eine Ampel oder eine sonstige verkehrsberuhigende Maßnahme an der B 76 zu prüfen und gegebenenfalls priorisiert zu installieren. „Im Kreuzungsbereich B 76/Ecke Höppnerweg kommt es immer wieder zu Unfällen beim Abbiegen. Die Verkehrsstatistik ist so auffällig, dass diese kritische Situation in jeder der jährlich stattfindenden Unfallkommissionssitzungen der Polizeidirektion Lübeck zur Debatte steht“, erklärt der SPD-FraktionsvorsitzenderJörn Eckert. Da eine Gefahr für Personen und Sachschäden unvermindert weiter bestehe, muss seitens der Gemeinde auf eine Entschärfung dieser Situation bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde gedrungen werden.

Auch die CDU Timmendorfer Strand fordert alle Entscheidungsträger auf, unverzüglich zu handeln. Bereits im November 2015 habe die CDU mit einem Antrag die Prüfung der Einrichtung eines Kreisverkehrs an der B 76/Höppnerweg von der Verwaltung eingefordert, heißt es in einer Mitteilung. „Nachdem nun auch Polizei und Feuerwehr sich für einen Kreisverkehr ausgesprochen haben, drängt die Zeit, das Thema schnellstens anzupacken und umzusetzen“, sagt die CDU-Fraktionsvorsitzende Melanie Puschaddel-Freitag. „Es sind erneut ernsthaft Menschenleben in Gefahr gekommen, eine Lösung ist mehr als überfällig“, ergänzt sie. Die Fraktion gebe sich nicht damit zufrieden, dass sich die Verwaltung schriftlich an die zuständige Behörde gewandt habe. „Die CDU hat immer wieder auf die zunehmend unsichere Verkehrssituation hingewiesen. Uns reicht die Aussage der Verwaltung –,das haben wir im Blick’ – nicht mehr aus. Jetzt muss gehandelt werden“, betont der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Andreas Tönnsen.

Laut Ordnungsamtsleiter ist die Kreuzung kein Unfallschwerpunkt

Der Dringlichkeitsantrag der SPD wurde abgelehnt – auch, weil die Verwaltung erklärte, dass dem Landesbetrieb ein Antrag der Gemeinde inzwischen vorliegt. Michel Soltmann, Ordnungsamtsleiter, stellt jedoch klar: „Es handelt sich nicht um einen Unfallschwerpunkt.“ Erst, wenn mehrere Jahre lang mindestens fünf schwerste Unfälle pro Jahr passierten, stufe die Polizei den Bereich als Unfallschwerpunkt ein, erläuterte Soltmann. Jedoch gibt es noch eine Besonderheit, die für ein Eingreifen des Landesbetriebs spricht. „Die Verkehrsbedeutung ist herausragend“, sagt Soltmann.

Um in den Ort zu kommen, nutzen Einheimische und vor allem Touristen den Weg über die Bundesstraße 76 und den Höppnerweg. Besonders in den Sommermonaten herrscht reger Betrieb auf der Strecke zwischen Autobahn und Timmendorfer Zentrum. Der dichte Verkehr an der Unfallhäufungsstelle wurde auch bei der Unfallkommissionssitzung der Polizei Lübeck im Jahr 2017 diskutiert: So heißt es in einem Auszug, „dass die Probleme hauptsächlich durch das hohe Verkehrsaufkommen auf der B 76 und der Schwierigkeit, eine Lücke zum Abbiegen zu finden, verursacht werden.“ Da die Unfälle vor allem in der Urlaubssaison erfolgten, sei 2018 ein Ortstermin in der Saison vorzunehmen, um nach Möglichkeiten zu suchen, die Situation zu entschärfen. Bis jetzt hat sich an der Kreuzung jedoch nichts getan.

Der LBV hat auf LN-Anfrage bestätigt, dass ein Schreiben der Gemeinde vorliegt. „Die Punkte werden bearbeitet. Danach setzen wir uns mit der Gemeinde in Verbindung. Dann werden wir weitersehen“, erklärte LBV-Leiter Jens Sommerburg. Besteht die Chance auf eine verkehrsberuhigte Maßnahme? Man handle situationsbedingt, sagte Sommerburg nur so viel zum weiteren Prozess.

Beke Zill

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

120 Liter wurden übergeben. Das erste Türchen wird am 30. November geöffnet. Die Türchen wurden von Kindern aus der Region gestaltet. Jeden Abend gibt es Musik und Lesungen.

29.11.2018

Musiker Terje Isungset gibt zum Auftakt ein Konzert auf Eisinstrumenten. Der Norweger und sein Kollege Eric Mutel haben Horn, Trommel und Iceophon zuvor selbst aus Eisklötzen geschnitzt.

28.11.2018

Überall sollen moderne LED-Leuchten installiert werden. Damit die Voraussetzungen für eine Smartcity Ahrensbök geschaffen. Hunde- und Grundsteuer werden erhöht.

28.11.2018