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Ostholstein Timmendorfer Strand feiert „Sommerfest der Kulturen“
Lokales Ostholstein Timmendorfer Strand feiert „Sommerfest der Kulturen“
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21:12 18.07.2016
Trommeln, Tanzen, Lachen: Bacar Gadji (mit Mikrofon in der Hand) sorgte für gute Stimmung auf dem Sommerfest der Kulturen.

Auf der Bühne standen Musiker wie Sulaman Mohammad mit seiner Oud, der syrischen Gitarre. Oder LaTiDo, ein Chor von Flüchtlingen, die über die Musik erst im Februar einander kennengelernt haben. Das Bugenhagenwerk tischte dazu unter anderem Kamouneya, ägyptisches Kümmelfleisch mit Couscous, oder syrisches Fatet Dajaj, Reis mit Hühnchen, auf. Die Organisatoren vom inzwischen dritten „Sommerfest der Kulturen“ in Timmendorfer Strand hatten ein multikulturelles Unterhaltungsprogramm, dazu internationale Küche und ein vielseitiges Angebot für Kinder angekündigt – und nicht zu viel versprochen. Der Zuspruch war groß, die Stimmung bestens. Von 15 bis 22 Uhr feierten am Sonnabend Einheimische, Touristen, Asylsuchende und Kriegsflüchtlinge gemeinsam an der Kurpromenade.

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Bei exotischer Musik und leckerem Essen kommen Einheimische, Touristen und Flüchtlinge einander näher.

„Wir sind sehr glücklich, dass das Fest so gut angenommen wird“, sagte Dorothea Janssen-Terveen von der 2014 gegründeten Initiative „Sommerfest der Kulturen“. Es soll die Integration fördern und neu in der Gemeinde angekommenen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Kultur vorzustellen und sie zu leben. „Timmendorfer Strand hat Türen und Herzen geöffnet“, lobte Janssen-Terveen. Das Fest wird von freiwilligen Helfern, der Gemeinde, der Tourist-Information und zahlreichen Sponsoren unterstützt. Im Veranstaltungskalender des Ostseebades ist es inzwischen fest verankert. „Wir leben hier das Ziel der Integration“, sagte Bürgermeisterin Hatice Kara. Das Fest zeige, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander Freude haben können.

Es wurde aber nicht nur gefeiert, es wurde auch über Schicksale informiert. In einem Zelt hingen mit viel Mühe geschriebene Vorstellungen von Asylsuchenden aus, die gerade ein bisschen Deutsch gelernt haben. „Ich komme aus Eritrea“, schreibt ein junger Mann. Zu Fuß sei es durch den Sudan, die Sahara nach Libyen gegangen, dann mit dem Boot nach Italien, von dort ging es weiter nach Deutschland. „Diese Reise dauerte 1,5 Jahre.“ Auf die Frage nach Wünschen für die Zukunft heißt es: „Frieden, gute Arbeit, nette Freunde.“ Karin Schlebrowski-Kobus, die Deutschkurse gibt, berichtete:

„Besucher, die das lesen, sind teilweise geschockt und sagen: Wir hätten nicht gedacht, welche Wege die Menschen hinter sich haben.“

pet

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