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Ostholstein Timmendorfer Wasserwerk soll jetzt doch auf die grüne Wiese
Lokales Ostholstein Timmendorfer Wasserwerk soll jetzt doch auf die grüne Wiese
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21:12 19.07.2016
Blick ins Wasserwerk von Timmendorfer Strand: Für Spitzenzeiten reicht die Fördermenge nicht mehr. Quelle: Fotos: Petersen/latzel

Wende im Tauziehen um ein neues Wasserwerk für Timmendorfer Strand: Im Juni 2015 hatte sich der Hauptausschuss der Gemeinde gegen den bereits unterschriftsreifen Verkauf eines Grundstücks an der B 76 gestellt, wo die Energietochter vom Zweckverband Ostholstein (ZVO) ein neues Wasserwerk bauen will. Jetzt beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, „unverzüglich“ neue Vertragsverhandlungen mit der ZVO Energie GmbH aufzunehmen. Ein entsprechender Antrag von WUB, CDU, SPD und Neue Perspektive wurde am Montagabend mit Mehrheit angenommen. Das bestätigte Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD). Beraten wurde in nicht-öffentlicher Sitzung.

ZVO macht Zugeständnisse – Hauptausschuss sammelt Absage von 2015 wieder ein – Es soll „unverzüglich“ verhandelt werden – Aber ein alter Stolpersteine bleibt.

Beide Seiten – ZVO und Gemeinde – wollen nun offenbar an einem Strang ziehen und den Konflikt beilegen. Rüdiger Lange-Jost, Geschäftsführer der ZVO Energie GmbH, signalisierte in zwei Punkten Entgegenkommen. Am derzeitigen Standort in der Poststraße 35 könnten bei einem Neubau des Wasserwerks zwei der jetzt vier Brunnen dauerhaft weiterbetrieben werden. Zudem bot er Hilfe an, sollte es durch die Brunnenschließung in der Poststraße zu Problemen bei Brunnen auf Privatgrundstücken kommen. Die Zugeständnisse sollen Sorgen entkräften, dass bei einer Verlegung des Wasserwerks an die B 76 der Grundwasserpegel im Ort womöglich ansteigt. Bürgermeisterin Kara sprach von einem „großen Entgegenkommen“ von Seiten des ZVO. Auch im Hauptausschuss kam das Angebot allgemein gut an.

Allerdings enthält der an die Gemeinde erteilte Verhandlungsauftrag Auflagen. Eine ist mit dem Weiterbetrieb von Brunnen in der Poststraße erfüllt. Aber der ZVO soll nach Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks auch fünf Jahre lang für sämtliche Schäden infolge eines Grundwasseranstiegs an Bauwerken aufkommen, die im Bereich des alten Werks liegen bis hin zu den Wohngebieten südöstlich des Sportplatzes. Die Beweislast soll dabei beim ZVO liegen. Die Haftungsfrage war schon in der Vergangenheit der Knackpunkt. Man könne nicht für Risiken möglicherweise ungenügend verschlossener alter Hausbrunen aufkommen, hieß es von Seiten der ZVO Energie GmbH.

Aber auch hier gibt es Entspannungssignale. Der Trinkwasserversorger will sich an die Bürger der Gemeinde wenden, um einen Überblick über private Brunnen zu bekommen. Weitere, vom Hauptausschuss beschlossene Auflagen: Die Gemeinde soll mit dem ZVO über einen Grundstückstausch verhandeln. Im Gegenzug für das Gelände für das neue Wasserwerk an der B 76 soll der ZVO Nachbargrundstücke übertragen, die jetzt von der Gemeinde für Bauhof, Malteser und Feuerwehr gepachtet sind. Außerdem wird ein Vorkaufsrecht für das alte Areal in der Poststraße gewünscht.

„Es würde Sinn machen, oben auf der Wiese ein neues Wasserwerk zu bauen“, kommentierte CDU-Fraktionschef Rainer Steen den Beschluss des Hauptausschusses. Ob ein Vertrag gelinge, müsse sich noch zeigen. „Vieles ist lösbar“, fügte Steen hinzu. „Ich bin guter Dinge, dass es zu einem Abschluss kommt“, sagte Nicole Hopp von der WUB. Optimismus auch bei Klaus-Peter Ninnemann (SPD): „Ich glaube, dass wir jetzt zu einem Ergebnis kommen.“

Der ZVO hält ein neues Wasserwerks für zwingend erforderlich, um langfristig die Trinkwasserversorgung von Timmendorfer Strand sicherzustellen. Das alte Werk, dessen Bau 1935 begann, sei viel zu klein, um in Spitzenzeiten den Wasserbedarf zu decken. Scheitern die Neubaupläne, will der ZVO bei laufendem Betrieb auf dem alten Gelände ein neues Wasserwerk errichten. Für das Ostseebad würde das für sechs bis acht Jahre Lärm, Staub und Schwerlastverkehr mitten im Ort bedeuten.

pet

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