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Ostholstein Tobias Aust wird neuer Chef der Eutiner Aufklärer
Lokales Ostholstein Tobias Aust wird neuer Chef der Eutiner Aufklärer
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10:24 15.11.2017
So „ritt“ er 2008 vom Hof, jetzt kommt Tobias Aust als Kommandeur zurück in die Eutiner Rettbergkaserne.  Quelle: ECKHARD MEIER
Eutin

Seit fast drei Jahren haben die Eutiner keinen Kommandeurswechsel mehr erlebt. Radü war der erste Kommandeur, der in den Genuss einer dreijährigen sogenannten Stehzeit kam. Aber jetzt geht seine Amtszeit in Eutin ihrem Ende entgegen. Anfang April übergibt er das Zepter an Tobias Aust.

Der Neue ist ein alter Bekannter: Oberstleutnant Tobias Aust übernimmt im kommenden April das Kommando über das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“. Er löst Oberstleutnant Alexander Radü ab. Aust war schon einmal in Eutin und ist einigen in Ostholstein noch in guter Erinnerung.

4 Kompanien gehören zum Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“: Versorgung und Unterstützung (1. Kompanie), Späher (2.), leichte Aufklärungskompanie (3.), technische Aufklärungskompanie (4.). Hinzu kommt der Stab.

Für den ist Eutin bekanntes Terrain. 2000 war er als Oberfähnrich bei den Eutiner Aufklärern. 2006 übernahm Aust, zuvor Adjutant des Kommandeurs der 14. Panzergrenadierdivision in Neubrandenburg, als damals 28-jähriger Hauptmann die „Rote Zwote“, die 2. Kompanie. Sie ist Patenkompanie von Schönwalde. Der Schönwalder Bürgermeister Hans-Alfred Plötner (CDU) erinnert sich noch gut an den jungen Hauptmann. „Wir haben ein gutes Verhältnis gehabt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“ Er gönne dem Soldaten die neue Position.

2008 gab Aust die „Rote Zwote“ wieder ab. Auf einem Holzpferd „ritt“ er damals vom Hof der Rettbergkaserne, um anderswo weiter an seiner Karriere als Berufssoldat zu arbeiten. Von Eutin aus wechselte Aust als Ordonnanzoffizier zum Inspekteur des Heeres in Bonn. Ein Studium an der Bundeswehruniversität Neubiberg (Bayern) schloss er mit einem Schnitt von 1,06 als bester Absolvent seines Jahrgangs ab. Nach LN-Informationen war Aust schon einmal als Kommandeur für die Eutiner Aufklärer im Gespräch. Zurzeit soll er im Stab der Panzergrenadierbrigade 41 in Neubrandenburg, dem „Mutterkonzern“ der Eutiner Aufklärer, sein.

Der Kommandeurswechsel soll am 6. April vollzogen werden. Anders als bisher erfolgt der Wechsel an der Spitze des Bataillons nicht mehr alle zwei, sondern alle drei Jahre. Die neue Zeitspanne, die Kommandeure an der Spitze eines Bataillons stehen, ist ein Teil der Agenda Attraktivität, die im Juni 2014 beschlossen wurde, hieß es damals aus dem Berliner Verteidigungsministerium. Mit der neuen Stehzeit wird die Zahl der Versetzungen reduziert. Zum anderen komme eine dreijährige Kommandeurszeit der Truppe entgegen. Sie verschaffe ihr mehr Kontinuität. Die Agenda Attraktivität war im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD im November 2013 vereinbart worden.

Eutin ist bei Soldaten wie Kommandeuren ein beliebter Standort, die Rettberg-Kaserne zudem die letzte Heereskaserne in Schleswig-Holstein. Der Standort ist vor allem deshalb so beliebt, weil er in die Stadt eingebettet ist und sich die Soldaten von den Eutinern und den Ostholsteinern angenommen fühlen. Patenschaften einzelner Kompanien bestehen mit Schönwalde, Bad Schwartau, Süsel, Eutin und Ratekau. Dabei kommt es immer wieder zu Begegnungen zwischen Soldaten und Ostholsteinern außerhalb des Protokolls.

Weder Tobias Aust noch Alexander Radü waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch sonst wollte sich bei der Bundeswehr niemand zu dem Kommandeurswechsel äußern.

 Susanne Peyronnet

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