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Ostholstein Tödlicher Motorradunfall am Süseler Baum
Lokales Ostholstein Tödlicher Motorradunfall am Süseler Baum
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20:56 19.09.2016
Der Fahrer des Motorrades kam mit dem Rettungshubschrauber in die Lübecker Uniklinik. Quelle: Marc Hoffmann
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Süsel

Erneut ist es am Süseler Baum zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen, diesmal mit tödlichem Ausgang. Eine 59-jährige Soziusfahrerin auf einem Motorrad erlag am Sonntag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Ihr 63-jähriger Ehemann und Fahrer wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber in die Uni-Klinik Lübeck geflogen. Nach LN-Informationen stammen die Eheleute aus Bad Schwartau. Der Unfall verstärkt den Ruf, die Kreuzung durch einen Kreisel zu entschärfen.

Verursacht wurde der Unfall durch einen 32-jährigen Mann aus Sachsen. Er kam mit seinem Opel auf der Gemeindestraße „Am Süseler Baum“ aus Richtung Middelburg und wollte die vorfahrtberechtigte Landesstraße 309 Richtung Süsel überqueren. Dabei übersah er nach Angaben der Polizei das Motorrad mit den beiden Bad Schwartauern und prallte mit der Kawasaki zusammen. Das Motorrad sei nicht zu schnell gefahren, heißt es von der Polizei. Der Autofahrer und seine Tochter wurden leicht verletzt und in eine Eutiner Klinik gebracht. Der folgenschwere Unfall ereignete sich um 14.20 Uhr. Es ist der dritte am Süseler Baum seit Anfang Juli.

„Es muss kurzfristig etwas passieren, wir können nicht bis zum nächsten Unfall warten“, mahnt Süsels Bürgermeister Holger Reinholdt. Die Gemeinde habe sich bereits an die Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau mit der Forderung gewandt, die Kreuzung durch einen Kreisel zu ersetzen. Dies sei wegen zu geringen Verkehrsaufkommens abgelehnt worden. Seit den Juli-Unfällen bemühe sich die Gemeinde um eine Vor-Ort-Besichtigung zusammen mit Landesbetrieb und Polizei. „Das ist angeschoben, nur leider gibt es noch keinen Termin“, bedauert Reinholdt.

Angesichts des tragischen Unfalls am Sonntag pocht er nun „mit Hochdruck“ darauf. Als Sofortmaßnahme könnten etwa Blinkleuchten aufgestellt werden. Bei der Polizeidirektion Lübeck heißt es auf Anfrage, nach den Juli-Unfällen habe es bereits zusammen mit Gemeinde, Kreis, Autobahnmeisterei Scharbeutz und Polizei eine Verkehrsschau am Süseler Baum gegeben. Ergebnis waren drei Sofortmaßnahmen: Das bereits erfolgte Aufstellen reflektierender Stoppschilder samt Freischneiden von Bewuchs, dazu eine Erneuerung der Haltelinie. Letzteres soll im Oktober erfolgen.

Reinholdt bekräftigt die Forderung nach einem Kreisel und verweist auf Pönitz. Dort sei einer gebaut worden, obwohl das Verkehrsaufkommen nicht größer sei als am Süseler Baum. „Maßgebend müsste das Aufkommen in Spitzenzeiten sein, nicht der Jahresdurchschnitt“, meint der Bürgermeister.

So sieht es auch Gemeindewehrführer Kai Nagel, der sich schon länger für eine Entschärfung der Kreuzung einsetzt – und dafür viel Zuspruch erhält. „Ein Kreisel würde alle zwingen, erst einmal anzuhalten“, erläutert er. Nagel verweist darauf, das besonders an Wochenenden viele Ausflügler und Touristen auf der L 309 unterwegs seien, zumal bei Staus auf der Autobahn. Und bei viel Verkehr seien Einfädeln oder Kreuzen der Landesstraße oft schwierig. Von Süsel aus sei die L 309 zudem Richtung Neustadt schwer einsehbar, bemängelt er, aus Richtung Middelburg verleite die Straße zum Schnellfahren. „Da wird oft nicht Tempo 70 gefahren“, beobachtet Nagel.

Anwohner Jens Petersen bestätigt das. Die frühere Bundesstraße sei zu gut ausgebaut. Viele nutzten sie als Abkürzung von oder nach Eutin. „Wer keine Ortskenntnis hat, übersieht vermutlich das Stoppschild an der Kreuzung zur L 309“, vermutet der Anwohner.

pet/hof

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