Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Tödliches Gift im Chili con Carne
Lokales Ostholstein Tödliches Gift im Chili con Carne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:21 20.12.2017
Am Landgericht Lübeck in der Schwartauer Allee wird der Prozess am 11. Januar um 9 Uhr fortgesetzt. *FOTO: WOLFGANG MAXWITAT
Dahme/Lübeck

Staatsanwältin Anne-Sofie Portius verlas gestern die Anklageschrift, aus der einige Details hervorgingen, die bisher in der Öffentlichkeit nicht bekannt waren. So soll die Floristin ihrem Mann ein pflanzliches Gift ins Mittagessen – Chili con Carne – gemischt haben. Sie selbst habe vorgegeben, keinen Hunger zu haben. Der heute 57-Jährige aber habe trotz eines bitteren Geschmacks gegessen.

„Die Angeklagte wollte eine teure Scheidung vermeiden.Anne-Sofie Portius Staatsanwältin

Der Geschädigte soll wenige Stunden nach dem Verzehr der Mahlzeit schwerwiegende Vergiftungserscheinungen gezeigt haben, vor allem Brechdurchfall, Sehstörungen und Herzrasen. Die Symptome sollen akut zwei Tage lang angedauert haben, der Zustand des Opfers sei lebensbedrohlich gewesen.

Portius: „Es handelt sich um ein pflanzliches Gift aus mehreren Samenkapseln des Zerberusbaumes, das man nicht dosieren kann. Daher gehen wir davon aus, dass die Frau ihren Mann mit dem festen Willen vergiftete, ihn auch töten zu wollen.“

In der Ehe hatte es gekriselt

Die beiden waren zum Zeitpunkt der Tat am 15. August 2015 erst seit zwei Monaten verheiratet. Staatsanwältin Portius führte aus, die Frau sei zu diesem Zeitpunkt bereits wieder frisch in einen anderen Mann verliebt gewesen und habe eine teure Scheidung vermeiden wollen. Es habe in der Ehe gekriselt, daher habe der Mann auch sofort einen Verdacht gegen seine Frau gehegt.

Die 50-Jährige, die seit dem 6. Juli 2017 in Untersuchungshaft sitzt, soll mittlerweile eingeräumt haben, ihrem Ehemann das Gift ins Essen gemischt zu haben. Die Dahmerin bestreite jedoch, dies mit dem Vorsatz getan zu haben, ihn töten zu wollen. Es sei ihr nicht bewusst gewesen, wie hochgiftig die Substanz ist.

Angeklagte will sich vor Gericht äußern

Gestern bezog die Angeklagte keine Stellung, antwortete aber auf die Frage von Richter Christian Singelmann, ob sie sich im Laufe des Prozesses zur Person und zum Sachverhalt äußern werde, mit einem „Ja“. Sie und ihr gegenüber sitzender Ex-Mann, der als Nebenkläger auftritt, blickten sich mit ernsten Gesichtern an. Sie sprachen kein Wort miteinander. Bis auf Pressevertreter waren zum Auftakt auch keine anderen Zuhörer wie Familienangehörige oder Freunde der beiden im Saal.

Zwischen Tat und Prozess liegen mehr als zwei Jahre. Diese Zeitspanne wird damit begründet, dass die vom Geschädigten eingereichten Stuhlproben mit einem aufwendigen Verfahren untersucht werden mussten.

Fortgesetzt wird der Prozess am Donnerstag, 11. Januar, um 9 Uhr.

Von Peter Mantik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gegen 10 Uhr gab es gestern Vormittag Alarm für gleich drei Feuerwehren. Zwischen Arfrade und Eckhorst war eine Ölspur zu beseitigen.

20.12.2017

Auf dem Weg zur Fairtrade-Insel ist Fehmarn in diesem Jahr sehr gut vorangekommen. „Wir sind auf offene Ohren gestoßen“, sagt Peter Mester, Ideengeber der Initiative. 2018 wird die Anerkennung als „Fairtrade-Town“ angestrebt.

20.12.2017

Harmonie vor dem Fest. In einem „sehr freundlichen Gespräch“ haben Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) und Architekt Olaf Blanck ihre Differenzen offenbar beigelegt. „Die Stadt möchte mir eine Bebauung gern ermöglichen“, lautet Blancks Fazit nach dem Treffen im Rathaus.

20.12.2017