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Ostholstein Traditions-Markt schließt nach 48 Jahren
Lokales Ostholstein Traditions-Markt schließt nach 48 Jahren
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20:21 31.08.2013
Chefin Marion Müller (2. v. re., vorne) und ihr Team sagen schon mal „Tschüss!“. Am 31. Oktober werden die Türen des Edeka-Marktes in Haffkrug für immer geschlossen. Nach einer kurzen Umbauphase soll dort noch im November „Top Kauf“ eröffnet werden. Fotos (3): Christina Düvell-Veen

Die Tage bis zur Schließung des Edeka-Marktes an der Haffkruger Bahnhofstraße lassen sich zählen. Am Donnerstag, 31. Oktober, werden sich morgens die Türen zum letzten Mal öffnen, und abends wird die Marktchefin Marion Müller (50) sie zum letzten Male schließen. Die gelernte Einzelhandelskauffrau beendet damit dann eine 48-jährige Geschäftsgeschichte, die eng mit ihrer Familie verbunden ist.

Ins Rollen kam das „Aus“ für den Edeka-Markt einerseits durch den Verkauf des Grundstücks, auf dem neben dem Markt auch eine Apotheke angesiedelt ist. Außerdem gibt es seit Jahren Pläne, am Waldweg einen modernen „Sky“-Markt zu bauen.

Besonders in den vergangenen Wochen hatten sich Feriengäste sowie Haffkruger, nicht zuletzt mit einer Unterschriftenaktion, für den Markt stark gemacht. „Vorher hat mir keiner geholfen. Besonders die Politik hat mich alleine gelassen“, klagt Marion Müller. Da ihr Mietvertrag mit dem jetzigen Grundstückseigentümer Jens Friedländer Ende diesen Jahres auslaufe, habe sie schon vor längerer Zeit begonnen, die Ladenschließung vorzubereiten. So trennte sie sich von einigen ihrer 14 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Bis Ende Oktober werden mit ihr noch vier Angestellte in der Schlachterei, zwei Kassiererinnen und zwei Verkäuferinnen arbeiten. „Alle meine Mitarbeiter haben eine neue Arbeit bekommen“, freut sie sich.

Marion Müller übernahm die Leitung des Geschäftes im Jahr 1997 von ihren Eltern Armin und Monika. Beide hatten den Betrieb 1965 aufgebaut. Damals gab es 200 Quadratmeter Verkaufsfläche, heute sind es 340 Quadratmeter. Geblieben ist der ganz besondere Kundenservice mit Warenlieferungen nach Hause und einem täglich wechselnden Mittagstisch. „Bei uns ist es noch wie im Tante Emma-Laden“, beschreibt Marion Müller das Geschäftsleben.

Da sich der Bau des neuen „Sky“-Marktes verzögert hat und der Markt nicht, wie geplant, in diesem November eröffnet werden kann, suchten die Gemeinde und Vertreter der Coop-Gruppe, zu der „Sky“

gehört, nach einer Übergangslösung. Und die ist gefunden. In der zweiten November-Woche soll im dann ehemaligen Edeka-Markt ein „Top Kauf“ eröffnet werden. Die drei Coop-Vertreter, Regionalleiter Hermann Gehrdt, Regionsleiter Björn Bannow und Immobilien-Fachmann Michael Fuljahn, erläuterten gemeinsam mit dem Scharbeutzer Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) und dem Grundstückseigentümer Jens Friedländer das weitere Vorgehen.

Auf den 340 Quadratmetern Verkaufsfläche könne nicht das gesamte „Sky“-Sortiment angeboten werden, erläuterten die Coop-Vertreter. Es werde „abgespeckt“ und durch besondere Flyer bekannt gemacht.

Die Baugenehmigung vom Kreis erwartet Owerien für September. Da aber der Bau von Parkplätzen nicht genehmigungspflichtig sei, werde damit am Waldweg bereits früher begonnen. Eröffnet werden soll der „Sky“-Markt Ostern 2014.

Gewinner dieser Übergangslösung, so Owerien, seien weder die Coop noch der Grundstückseigentümer. Da beide auf Rendite und Gewinnmaximierung verzichteten, sei Gewinnerin die Bevölkerung Haffkrugs.

Acht Millionen Euro für Wohnungen und Läden
Den beiden Gebäuden an der Haffkruger Bahnhofstraße, in denen derzeit noch die Apotheke und der Edeka-Markt untergebracht sind, wird noch eine Gnadenfrist eingeräumt. Nicht mehr in diesem, sondern erst im nächsten Jahr sollen sie abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht werden. Wie der neue Grundstückseigentümer Jens Friedländer berichtete, will er auf dem etwa 2000 Quadratmeter großen Grundstück einen zusammenhängenden Gebäudekomplex errichten. Die Gesamtinvestitionskosten beziffert er auf etwa acht Millionen Euro. Gebaut werden soll ein Objekt mit einer Ladenzeile im Erdgeschoss sowie Ferienwohnungen darüber. Friedländer: „Es werden reine Ferien- und keine Zweitwohnungen entstehen.“ Wie viele und welche Geschäfte in die Ladenzeile einziehen werden, weiß Friedländer noch nicht. Gerne sähe er einen Frischmarkt oder ein Café für die Nahversorgung der Urlauber.

Nicht nur durch die Bebauung, sondern auch durch Arbeiten an und auf der Bahnhofstraße soll sich das Erscheinungsbild von Haffkrug verändern. Nach Angaben des Scharbeutzer Bürgermeisters Volker Owerien soll der Bereich von der Dorfstraße bis zur Strandallee „promenadenmäßig“ ausgebaut werden. cd

Christina Düvell-Veen

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