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Ostholstein Traditionssegler "Dagny" im Neustädter Hafen versunken
Lokales Ostholstein Traditionssegler "Dagny" im Neustädter Hafen versunken
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18:23 01.10.2014
Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Am Dienstagnachmittag gegen 15.30 Uhr wurde die Feuerwehr Neustadt in Holstein und die Polizei alarmiert, weil ein altes Segelschiff im Stadthafen deutlich Schlagseite hatte und zu sinken drohte. Das 15 Meter lange Holzschiff mit dem Namen „Dagny“ hat einen festen Liegeplatz im Neustädter Osthafen.

Innerhalb von Minuten ist das Schiff gesunken. Die Hilfe der Feuerwehrleute kam zu spät.

Die ersten eintreffenden Kräfte versuchten zunächst eingedrungenes Wasser aus dem Schiff abzupumpen. Noch bevor der Lenzeinsatz erfolgreich begonnen werden konnte, legte sich das Schiff auf die Steuerbordseite und sank innerhalb weniger Minuten. Die Feuerwehr musste die Vor- und Achterleinen, mit denen das 117 Jahre alte Schiff an den Pollern befestigt war, mit einer Axt kappen, um ein reißen zu verhindern. Das Schiff sackte auf den dort 3,5 Meter tiefen Grund ab, Teile der Aufbauten ragen noch aus dem Wasser.

Dutzende Schaulustige verfolgten und filmten den Untergang. Sie erlebten wie Kanister, Dosen und Seile aus der Kajüte herausgedrückt wurden und sich ein Dieselfilm auf der Wasseroberfläche bildete.

Eine größere Menge Dieselkaftstoff lief in das Hafenbecken. Die Feuerwehr legte mit Hilfe ihres Arbeitsbootes „Grisu“ eine Ölsperre um den Havaristen. Das THW Neustadt wurde zusätzlich angefordert, um mit weiteren Ölsperren ein Abtreiben des Kraftstoffes in das Binnenwasser zu verhindern. Dadurch kann es auch abgesaugt werden. Anschließend sicherte die Feuerwehr den Havaristen mit Seilen, damit der Segler nicht aufschwimmen und in das Hafenbecken treiben kann.

Die durchgehende Schifffahrt ist durch den Unfall nicht beeinträchtigt. Der  52-jährige Eigner aus Lübeck war vor Ort und wird sich nun um die Bergung kümmern müssen. Was genau mit der „Dagny“ passieren soll, war gestern Abend noch nicht entschieden. Klaas Raloff, Leiter des städtischen Amtes für gesellschaftliche Angelegenheiten, sagte den LN, dass das Boot durch eine Spezialfirma mit einem Kran aufrichteten werden soll.

Die Wasserschutzpolizei Lübeck-Travemünde hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Schiff befand sich ersten Ermittlungen nach in einem maroden und schlechten Zustand.

Schon kurz nach dem Unglück machten Gerüchte die Runde, dass die „Dagny“ marode gewesen sei. Seit Stunden, wenn nicht gar seit Tagen soll eine Pumpe Wasser aus dem Inneren gepumpt haben.

Sebastian Rosenkötter / jar

 

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