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Ostholstein Trauer um Karl-Heinz Dahl
Lokales Ostholstein Trauer um Karl-Heinz Dahl
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22:41 08.03.2016
Auf seinen Feldern bei seinen Erdbeeren fühlte sich Karl- Heinz Dahl am wohlsten. Quelle: Peyronnet
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Warnsdorf

Karl-Heinz Dahl war in zweiter Generation Obstbauer und schuf nach dem Krieg in Warnsdorf ein Erdbeer-Imperium. Während seine Tochter Ulrike das einstige Hofcafé in Warnsdorf zu einem Erlebnisbauernhof ausbaute und Sohn Robert in Rövershagen bei Rostock seinen eigenen Betrieb gründete, widmete sich Karl-Heinz Dahl mit großer Hingabe und ebenso großem Erfolg weiter seinem Erdbeer-Anbau. Kaum jemand wusste so viel über die Früchte wie er, kaum jemand liebte sie so wie er. In diesem Frühsommer hätte er seine 63. Erdbeer-Ernte eingebracht. Stets hat er mit Stolz auf seiner Hände Werk gesehen und voller Überzeugung gesagt, er betreibe den schönsten Erdbeerhof Schleswig-Holsteins. „Für ihn drehte sich alles um die Erdbeere“, berichtet seine Tochter Ulrike. Viele Innovationen im Erdbeeranbau und -vertrieb gehen auf Karl-Heinz Dahl zurück.

Er war 14 Jahre alt, als sein Vater Karl Dahl in Warnsdorf die ersten Erdbeeren pflanzte. Er setzte damit eine Tradition fort, die 1921 in Rövershagen begann. Damals hatte Vater Dahl mit dem Anbau von Obst und Gemüse für den Wochenmarkt begonnen. Nach dem Krieg wurde der Familienbetrieb in Warnsdorf neu aufgebaut. Heute bringt der Erdbeerhof jedes Jahr um die 3000 Tonnen Erdbeeren hervor.

Verkauft werden sie unter anderem in den rollenden Erdbeeren, roten Verkaufswagen, die überall in der Region stehen.

Außer seinem enormen Wissen über Erdbeeren zeichnete Karl-Heinz Dahl seine Dünkellosigkeit aus, wie es Tochter Ulrike formuliert. Er drückte sich nie vor der Öffentlichkeit, suchte sie aber auch nicht. Für seine Kinder war er ein Vorbild, das sie nie zu etwas zwang, aber ihnen vieles vorlebte. Für seine Mitarbeiter war er ein Chef mit stets offenen Ohren und jemand, dessen Anerkennung sie sich erarbeiten konnten. „Für ihn gab es nie Probleme, nur Lösungen“, so Ulrike Dahl. Und er habe sich stets für Sauerkeit, Effizienz und Ordnung eingesetzt.

Außerhalb der Erdbeerfelder widmete sich Karl-Heinz Dahl dem Marathon, den er zwei Mal in New York, ein Mal in Honolulu und ein Mal in Hamburg absolvierte, und seiner Harley. „Er hat mehr Kilometer mit seinen Füßen abgerissen als mit seiner Harley“, sagt seine Tochter. Außerdem war Dahl kunstinteressiert, gläubig und ein grenzenloser Optimist.

sas

 

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