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Ostholstein „Tritt ein, sag nein“: Oder doch lieber „Ja“?
Lokales Ostholstein „Tritt ein, sag nein“: Oder doch lieber „Ja“?
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12:55 10.02.2018
Rund 24500 SPD-Parteibücher wurden seit Jahresbeginn bundesweit ausgegeben – auch in Ostholstein stieg die Mitgliederzahl. Quelle: Foto: Kappele/dpa
Ostholstein

„Tritt ein, sag nein“ heißt die Juso-Kampagne, mit der sie die GroKo verhindern möchten. Uwe Tewes, Ortsvereinsvorsitzender in Eutin, kann zwölf Neuzugänge seit Mitte Januar vermelden. „Jetzt sind wir 122“, sagt er und dass er „sehr, sehr zufrieden über diese Entwicklung“ sei. Aus Gesprächen mit den neuen Genossen weiß Tewes, dass ein Großteil von ihnen gegen eine erneute Große Koalition (GroKo) ist und auch dagegen stimmen will, weil sie Angela Merkels Politik nicht gutheißen. Dafür stünden sie hinter Juso- Chef Kevin Kühnert, einer der schärfsten Kritiker einer GroKo. Tewes ist sicher, dass sich die neuen Mitglieder nach der Abstimmung nicht gleich wieder verabschieden werden: „Die wollen bleiben, haben sie mir gesagt.“ Der Ortsvereinsvorsitzende berichtet weiter: „Zwei, drei Neue sind zu uns gekommen, weil sie kommunalpolitisch mitmischen wollen.“

„Wir freuen uns über jedes neue Mitglied.Niclas Dürbrook

Kreisvorsitzender der SPD und Juso-Landeschef

Der Entscheid

463723 SPD-Mitglieder stimmen über den Koalitionsvertrag ab.

Stimmberechtigt ist, wer bis 18 Uhr am Dienstag, 6. Februar, im Mitgliederverzeichnis der SPD stand.

Der GroKo-Mitgliederentscheid läuft vom 20. Februar bis 2. März.

Doch nicht nur „NoGroKo“ ist ausschlaggebend für die Eintritte. Von Bernhard Kardell, 1. Vorsitzender des Ortsvereins Malente, kommt ein klares „Nein“. Seit Anfang des Jahres haben sich „seinem“

Ortsverein mit bis dahin 50 Mitgliedern sieben neue angeschlossen. „Das ist für uns schon eine große Zahl“, sagt Kardell, „aber deren Motivation hängt nicht mit der GroKo zusammen.“ Nach seiner Einschätzung seien die Neuen des Ortsvereins auch eingetreten, weil die Kommunalwahl anstehe. „Sie wollen Veränderung bei uns im Ort und sich in den Prozess einbringen.“ Malente stehe vor einem Umbruch, Stichwort „Malente 2030“ , das rege Menschen an, mitzumachen, sagt Kardell. „Hier bei uns ist in den vergangenen Monaten eine ganz andere Atmosphäre entstanden. Wir sind parteiintern sehr beschäftigt – und ein bisschen entkoppelt von der GroKo.“

Der Ortsverein Bad Schwartau mit seinen aktuell rund 110 Mitgliedern hat in den letzten Wochen sieben neue Mitglieder aufgenommen. „Das hat schon etwas mit der Kampagne der Jusos zu tun“, sagt Uwe Beckmann. Der stellvertretende Ortsvorsitzende weiß aber auch, dass nicht alle Neuzugänge tatsächlich Gegner der GroKo seien. „Es sollen auch Leute in die Partei eingetreten sein, um für die Koalition zu stimmen“, berichtet Beckmann, der keine Prognose abgeben mag. Aus seiner Sicht gibt es für beide Seiten gute Argumente. „Die Abstimmung ist vollkommen offen. Auch die Stimmung in unserem Ortsverein ist geteilt“, sagt Beckmann.

Der Stockelsdorfer SPD-Ortsverein zählt aktuell 89 Mitglieder. Sechs davon, sagt der Vorsitzende Jens Andermann, seien in den vergangenen zwei Wochen eingetreten. Da liege die Vermutung nahe, dass die Häufung mit der Abstimmung über die GroKo zusammenhängt. Von den Neuzugängen seien die meisten allerdings schon etwas älter. Andermann selbst ist mit dem Ergebnis der Verhandlungen in Berlin „zufrieden, auch wenn von den Beteiligten nicht jeder seine Ziele zu 100 Prozent umsetzen kann“. Er hofft, dass eine Mehrheit der SPD-Basis der GroKo zustimmt. Mögliche Neuwahlen und eine noch längere Hängepartie seien „nicht gut für Deutschland“.

„Wir haben schon im vergangenen Jahr fünf Neuzugänge gehabt. Alles Leute, die gerne mitarbeiten wollten“, sagt Erwin Wichelmann vom SPD-Ortsverein Neustadt. Seitdem die Verhandlung zur Neuauflage einer GroKo begonnen hätten, habe die SPD im Ort bis zum Stichtag drei neue Mitglieder gezählt.

Der SPD-Kreisvorsitzende Niclas Dürbrook sagt: „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied. Es ist eine richtig spannende Zeit, um zur SPD zu stoßen.“ Er ist sehr neugierig auf die Diskussionsveranstaltung am 25. Februar in Bad Schwartau, zu der neben der Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn auch der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert erwartet wird.

ben/mb/dd/sep

LN

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