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Ostholstein Trostpflaster für hilfebedürftige Kinder
Lokales Ostholstein Trostpflaster für hilfebedürftige Kinder
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21:15 11.04.2017
Hoffen auf viele Spenden: Die Vorsitzende Heidi Feilke (r.) mit Uta Steinkamp (v. l.), Silke Hüttmann und Matthias Thoms. Quelle: Foto: Beke Zill
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Eutin

Einen Rucksack für die Klassenfahrt, ein Monatsbeitrag für den Sportverein oder Fußballschuhe fürs Kicken: Es sind oft nur kleine Dinge, die Familien oder alleinerziehende Mütter für ihren Nachwuchs benötigen. Mit der Aktion „Trostpflaster“ will der Ortsverband Eutin des Deutschen Kinderschutzbundes allen Eutiner Kindern schnelle Unterstützung geben.

Der Verband

„Gemeinsam handeln für Kinder und ihre Familien in Eutin“ ist seit mehr als 35 Jahren das Motto des Ortsverbandes Eutin des Deutschen Kinderschutzbundes.

Infos: kinderschutzbund-eutin.de

Ab sofort gibt es einen Spendenfonds für in Not geratene Familien. „Wir wollen Geld sammeln, um unbürokratisch und schnell zu helfen“, erklärt Ortsverbands-Geschäftsführer Matthias Thoms.

In vielen Lebensmittel- und Kleidungsgeschäften in der Rosenstadt werden Sammeldosen aufgestellt. Mit dem Geld wird den Hilfesuchenden nicht nur mit materiellen Dingen kurzfristig zur Seite gestanden. Mit den Spenden sollen auch Projekte und Angebote für Eltern angeschoben werden, erklärt die Vorsitzende Heidi Feilke.

Thoms wünscht sich im Rahmen der Aktion, dass die Menschen wieder dichter zusammenrücken. Der persönliche Kontakt spielt eine große Rolle. Denn Uta Steinkamp, Leiterin des Kindertagesstätte Kinderinseln, weiß, dass die Eltern sich oft nicht trauen, ihre Probleme anzusprechen und den Verband aufzusuchen. „Der Schritt zu sagen, wir kriegen das nicht hin, ist riesengroß.“ Es gehe um Vertrauen, das zwischen den Helfern und bedürftigen Eltern und Müttern hergestellt werden muss, sagt auch Silke Hüttmann, Geschäftsführerin des Ortsverbandes Eutin. „Wir benötigen Begegnungen, um soziale Kontakte zu knüpfen“, sagt sie. In diesem Zusammenhang sucht der Ortsverband auch Ehrenamtliche, die bei Projekten und sonstigen Angeboten für Kinder und ihre Familien unterstützen.

Kinderarmut bereitet dem Ortsverband Eutin seit Jahren Sorgen. Auch das Thema Chancengleichheit beschäftigt die Mitarbeiter. Das Portemonnaie der Eltern entscheidet oft über die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben der Kinder, sagt Thoms. „Kinder bleiben Angebote oft verwehrt“, beklagt er. Viele Eltern wissen auch nicht, welche Möglichkeiten der Hilfe es gibt und ziehen sich eher zurück. „Es lohnt sich, Unterstützung einzuholen“, betont Thoms. Mit dem Spendenfonds kann zumindest kurzfristig etwas getan werden, ohne einen Antrag bei Behörden ausfüllen zu müssen. Der Name „Trostpflaster“ stand nach einem „Brainstorming“-Gespräch zwischen den Mitarbeitern schnell fest. Die Hilfe muss wie eine Verletzung akut sein. Die Heilung tritt ein, sobald geholfen werden kann.

„Wenn die Krise versorgt ist, ist das Pflaster irgendwann wieder überflüssig“, erklärt Silke Hüttmann.

Beke Zill

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