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Ostholstein Trotz Absagen: Nachfolger für den Anrufbus kommt
Lokales Ostholstein Trotz Absagen: Nachfolger für den Anrufbus kommt
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21:11 28.12.2017
Der bisherige Anrufbus soll weiterfahren, bis das Nachfolge-Konzept anläuft. Laut Kreis könnte das neue Projekt um Ostern herum starten. *FOTO: JEN
Oldenburg

Horst Weppler, Fachdienstleiter Regionale Planung bei der Kreisverwaltung, hatte eigentlich erklärt, es müssten sich alle betroffenen Kommunen an den Kosten beteiligen, damit das neue Projekt umgesetzt werden könne (die LN berichteten). Nachdem sich nun sowohl Dahme als auch Großenbrode gegen die Teilnahme entschieden haben, rudert er zurück: Den übrigen Orten dürfe „daraus kein Nachteil entstehen“; das geplante „Dorfbus-Konzept“ als Ergänzung zum ÖPNV werde trotzdem kommen.

Zwei Gemeinden haben sich gegen eine Beteiligung am Nachfolge-Konzept für den Anrufbus im Norden Ostholsteins entschieden. Dennoch soll das Projekt anlaufen; den fehlenden Kostenanteil übernimmt der Kreis. Angepeilter Startpunkt ist Ostern. Bis dahin fährt der bisherige Bus weiter.

Dem Anrufbus fehlen die Fahrgäste

Ursprünglich sollte der jetzige Anrufbus schon zum Ende dieses Jahres eingestellt werden. Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es zu wenige Fahrgäste. Stattdessen sollen deshalb nun sogenannte Anruf-Linien-Fahrten, kurz ALFA, eingerichtet werden. Anders als bisher verkehren die Transportmittel hier ausschließlich auf festgelegten Routen und zu festgelegten Zeiten. Werden die Fahrten nicht telefonisch angemeldet, fahren die Busse gar nicht.

Weppler: „Der Fahrplan kann noch angepasst werden“

Während sich beispielsweise Oldenburg und Heiligenhafen – trotz durchaus auch kritischer Stimmen aus den Stadtvertretungen – für das ALFA-Projekt ausgesprochen haben, hat Großenbrode eine finanzielle Beteiligung abgelehnt. Die Gemeinde habe von dem Vorhaben keine Vorteile, hatte Bürgermeister Jens Reise (CDU) kritisiert: Die Busse sollten das Ortsgebiet gar nicht anfahren.

Horst Weppler bestätigt, dass Großenbrode nicht zu den zukünftigen Zielen der Dorfbusse gehören soll. Das Gemeindegebiet sei durch öffentliche Verkehrsmittel ausreichend versorgt. Insofern habe er Verständnis für den Beschluss der Gemeindevertretung – wenngleich „man ein solches Projekt auch aus Solidarität mit seinen Nachbargemeinden unterstützen könnte“, wie er sagt. Die Entscheidung sei jedoch nachvollziehbar; den entsprechenden Kostenanteil werde der Kreis übernehmen, kündigt Weppler an.

Für die Gemeinde Dahme – wo das ALFA-Projekt ebenfalls ein klares Nein bekam – soll ein eigenes Konzept erstellt werden. Laut Horst Weppler laufen bereits Gespräche darüber, wie auch im Raum Grömitz der ÖPNV verstärkt werden könnte.

Die Wangelser Gemeindevertretung hat sich derweil zwar für eine Beteiligung am ALFA-Projekt entschieden, will allerdings noch mit dem Kreis über den Fahrplan verhandeln. Der allgemeine Tenor: Die Dorfschaften sind nicht ausreichend mit angebunden. Die Kommunalpolitiker plädierten dafür, dass auch Karlshof, Neutestorf und Kükelühn angefahren werden sollen.

Horst Weppler versichert, dass die Routen gegebenenfalls noch angepasst werden könnten. „Wir müssen erst einmal starten. Dann können wir evaluieren, ob und wie die Fahrpläne verändert werden müssen.“

Dorfbusse könnten ab Ostern fahren

Starten soll das neue ALFA-Projekt im Nordkreis voraussichtlich um Ostern herum. „Das hängt allerdings auch ein bisschen davon ab, wann wir die Fahrzeuge bekommen“, so Weppler. Es könne auch sein, dass die Dorfbusse erst im Sommer fahren.

 Von Jennifer Binder

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