Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Trotz Einigung: Kein Liftbetrieb am Bungsberg in diesem Winter
Lokales Ostholstein Trotz Einigung: Kein Liftbetrieb am Bungsberg in diesem Winter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:46 17.01.2017
Kehrt auf dem Bungsberg bei Schönwalde nun Frieden ein? Die Parteien haben sich in Sierksdorf geeinigt und wollen den ausgehandelten Vertrag auch unterzeichnen. Vom nächsten November an könnte der Lift somit wieder aufgebaut werden. Quelle: Jennifer Binder

Die erneute Einigung über den Betrieb eines Skiliftes auf dem Bungsberg (LN berichteten) ist in der Gemeinde Schönwalde mit Erleichterung aufgenommen worden.

Auch dieser „2. Bungsberger Friede“ wurde von Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) vermittelt. Er hatte bereits im vergangenen Herbst einen ersten Versuch unternommen. Kurz darauf gerieten die Besitzerfamilie Schnoor und der Zweckverband Bungsberg jedoch wieder in Streit und baten Carstensen um ein zweites Treffen.

Die Zeit der gegenseitigen Vorwürfe scheint jetzt aber vorbei. Am Montagnachmittag trafen sich Peter Harry Carstensen und Landrat Reinhard Sager (CDU) mit der Besitzerfamilie Schnoor, den Mitgliedern des Zweckverbandes sowie zwei Rechtsanwälten im „Haus des Gastes“ in Sierksdorf. Medien waren nicht dazugeladen worden. Erleichtert sprach Verhandlungsführer Carstensen am späten Abend im Telefonat mit den LN davon, „dass die Kühe endlich vom Eis seien“. Wörtlich sagte er: „Das war eine wirklich schwere Geburt.“ Das Gespräch sei teils sehr zäh verlaufen: „Die Atmosphäre war behindert durch viele Ungeschicklichkeiten.“ Doch nach zweieinhalbstündiger Diskussion sei ein Kompromiss gefunden worden.

Dieser sieht nun vor, dass die Besitzerfamilie jährlich einen Betrag von 1800 Euro vom Zweckverband Bungsberg erhält. Im Gegenzug wurde festgelegt, dass neben dem Skilift auch ein Kiosk betrieben werden darf. Beschlossen wurde ferner, dass unabhängig vom Wintereinzug die Hälfte des Betrages auf jeden Fall gezahlt wird. Von dem Moment an, wo Skilift und Kiosk betrieben werden, sollen die restlichen 900 Euro überwiesen werden. Im Gegenzug verzichtet die Familie Schnoor auf Medienrechte und eine Beteiligung am Kiosk-Umsatz.

Auf diesen Vorschlag von Peter Harry Carstensen verständigten sich die Kontrahenten. Die Rechtsanwälte arbeiten jetzt das Vertragswerk aus, das von den Parteien unterzeichnet werden muss. Somit ist aber auch klar: Trotz der Einigung, die jetzt erzielt wurde, wird es in diesem Winter keinen Liftbetrieb mehr geben. Ab November steht dem Wintersportvergnügen dann nichts mehr im Weg. Carstensen: „Wir haben wirklich eine vernünftige Lösung gefunden.“

Zufrieden mit dem Ergebnis ist auch Alexandra Schnoor. „Es ist alles wunderbar. Wir freuen uns, dass alles geklappt hat und es ist gut, dass Peter Harry Carstensen noch mal vermittelt hat.“ Zudem erzählt sie, dass unabhängig von der Skilift-Diskussion am vergangenen Wochenende bereits erste Rodler vor Ort waren und den höchsten Berg des nördlichsten Bundeslandes in eine Rutschbahn verwandelten.

Bärbel Seehusen (SPD), stellvertretende Bürgermeisterin Schönwaldes, betont, dass auch mit dem Eigentümer des unteren Bereichs des Bungsbergs noch ein Vertrag abgeschlossen werden muss. Dies sollte jedoch unproblematisch sein.

Trotz der zweiten Einigung innerhalb von vier Monaten gibt es aber noch einige Baustellen. Nun muss der Zweckverband Bungsberg bis November einen Betreiber für Kiosk und Skilift finden. „Damit kann vielleicht noch der ein oder andere Euro verdient werden“, so Schönwaldes Bürgermeister Hans- Alfred Plötner (CDU). Ebenfalls unklar ist, ob die Nutzer des außerschulischen Lernortes „Erlebnis Bungsberg“ die Flächen während der restlichen Jahreszeit in Anspruch nehmen dürfen. „Bislang gibt es darüber keine Einigung. Wir würden das Gelände gerne das komplette Jahr über pachten und hoffen noch auf ein gutes Ende“, so Seehusen. Alexandra Schnoor sagt dazu, dass es am Montag in Sierksdorf nur um die Winternutzung gegangen sei. „Alles andere steht nicht zur Diskussion.“

Carstensen machte zum Abschluss nachdrücklich klar, dass er für einen dritten Vermittlungsversuch nicht zur Verfügung stehe.

Der Bungsberg

Der Bungsberg ist mit 167 Metern Höhe die höchste Erhebung in Schleswig-Holstein. Er ist ein beliebter Aussichtspunkt. Bei gutem Wetter kann man bis zur Ostsee blicken. Im Winter ist er einziges und damit Deutschlands nördlichstes Wintersportgebiet. Eine Abfahrt dauert rund 25 Sekunden. Eine Piste ist für Rodler, zwei für Skifahrer oder Snowboarder.

 Louis Gäbler und Sebastian Rosenkötter

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige