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Ostholstein Trotz Protesten: Noch mehr Schweinemast auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Trotz Protesten: Noch mehr Schweinemast auf Fehmarn
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20:31 24.11.2016
Einer der beiden Zuchtställe in Vadersdorf. Jetzt darf der Schweinezüchter ein Stallgebäude für weitere 1316 Tiere bauen. FOTO: KIRCHNER

Vadersdorf a. F. Noch mehr Schweine auf Fehmarn: Auch bei Vadersdorf soll jetzt eine bestehende Mastanlage erweitert werden. Zwar nicht in solchen Dimensionen wie vor den Toren Petersdorfs in der Gemarkung Schlagsdorf, wo am Ende rund 10 000 Mastplätze vorgehalten werden sollen (LN berichteten mehrfach). Aber immerhin sollen in Vadersdorf statt bisher 1632 künftig 2948 Schweine gehalten werden – fast eine Verdoppelung.

9 der 11 Mitglieder des Bauausschusses sahen keine Hindernisse, dem Landwirt das

Einverständnis für den Hallenbau zu erteilen.

In der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Fehmarn sorgte das Vorhaben des Landwirts Andreas Hopp (41) jetzt für einige Turbulenzen. Zunächst sah alles eher nach einer Formsache, nach einem „alten Hut“ aus, denn laut Tagesordnung ging es lediglich um die „Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens für den Bau eines 24 mal 81 Meter großen Stallgebäudes“. Wie Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer (SPD) eingangs betonte, sei die Baugenehmigung sogar schon 2010 vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume erteilt worden, jetzt gehe es nur noch um eine leichte Abweichung vom ursprünglichen Standort. „Wir sind hier im Bauausschuss“, erinnerte Vorsitzender Andreas Herkommer. „Es geht nur um ein Bauvorhaben und nicht um die Schweinezahl“, unterstrich er noch einmal wörtlich und warnte davor, „jetzt ein Fass aufzumachen“. Der Antragsteller müsse sich schließlich auf die 2010 erteilte Baugenehmigung verlassen können, forderte er. Ihm persönlich sei es völlig egal, ob der Neubau jetzt um ein paar Meter verlegt werde.

Zuvor hatte in der Einwohnerfragestunde Christa Woitalla, bekannt als mutige Kämpferin bereits gegen die Mastanlage bei Petersdorf, das Thema aufgegriffen und ihre Bedenken insbesondere wegen des Gülleanfalls geäußert. Sie schilderte, dass der bereits vorhandene Güllebehälter keine Abdeckung habe. Geruchsbelästigungen seien die Folge. Wie sich in den späteren Beratungen ergab, gehört zur Baumaßnahme aber auch die Errichtung eines abgedeckten Gärrestbehälters mit einer Lagerkapazität von 7300 Kubikmetern und ein neuer abgedeckter Güllebehälter für 2500 Kubikmeter Inhalt.

Ausschussmitglied Marco Eberle (Grüne), der am Schluss als Einziger gegen die Maßnahme stimmte, warf den Politikern am Tisch und dem Schweinezüchter „Instinktlosigkeit und mangelnde Sensibilität“

vor. „Die Stimmung in der Bevölkerung zum Thema Schweinemast ist wegen Schlagsdorf im Augenblick mehr als gereizt, da verstehe ich absolut nicht, wie jetzt jemand seinen Schweinebestand dermaßen erhöhen kann“, erregte sich der Grünen-Politiker.

Außerdem sei die Baugenehmigung für den Stall fünf Jahre alt, da müsse man doch prüfen, ob das Vorhaben nicht einer Umweltverträglichkeitsprüfung bedürfe, forderte Eberle weiter. Das konnte Bauamtsleiter Marcel Quatteck aber klar verneinen, das habe eine Prüfung durch die Verwaltung ergeben.

Mit neun Ja-Stimmen, einer Enthaltung und der Gegenstimme von Marco Eberle gab der Ausschuss am Ende grünes Licht für die Erweiterung der Mastanlage.

Michael Kirchner

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