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Ostholstein Trotz Schließungen: Polizei will „in zehn Minuten vor Ort“ sein
Lokales Ostholstein Trotz Schließungen: Polizei will „in zehn Minuten vor Ort“ sein
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21:19 12.09.2013
Vier von der Zentralisierung der Polizei betroffene Bürgermeister (von links): Amtsvorsteher Gerd Heino (Heringsdorf/CDU), Thomas Bauer (Göhl/BGG), Bernd Bruhn (Neukirchen/CDU) und Eckhard Klodt (Wangels/CDU) hörten sich die Ausführungen an, hatten aber auch eigene Anmerkungen und Fragen. Quelle: Fotos: Peter Mantik (2)
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Oldenburg

Die Polizeistation in Heringsdorf wurde am 31. Juli geschlossen, folgen sollen die Stationen in den Gemeinden Neukirchen (31. Dezember 2013) und Wangels, dort in Weissenhäuser Strand (31. März 2014). So hat es die Polizeidirektion Lübeck in Absprache mit dem Land vorgesehen. Die ersten Reaktionen aus der Region fielen, wie in den LN beschrieben, recht kritisch aus. So befürchtet etwa der ehemalige Amtsvorsteher des Amtes Oldenburg-Land, Klaus Klinckhamer, dass der ländliche Raum durch die Zentralisierung der Polizei geschwächt würde. Die angespannte Stimmung veranlasste den Landtagsabgeordneten Lars Winter (SPD/Lensahn) dazu, Lübecks Polizeichef Heiko Hüttmann, Innenminister Andreas Breitner (SPD) aus Kiel sowie die Bürgermeister aus der Region zu einem Austausch in Oldenburg einzuladen.

Während Breitner eine vermittelnde Rolle zukam („wir wollen für Verständnis und Rückendeckung werben“), führte Hüttmann die Planungen für den Norden Ostholsteins aus. Tenor: „Wir zentralisieren, agieren taktisch, aber schwächen weder den Raum noch sparen wir Personal ein.“ Das Beispiel Fehmarn, wo die Stationen in Puttgarden und Westfehmarn geschlossen und in Burg zentralisiert wurden, sei ein positives. Er verspricht: „Wenn Not am Mann ist, sind wir binnen zehn Minuten mit den Kollegen vor Ort.“ Diese Worte werden vor allem Eckhard Klodt, Bürgermeister der großflächigen Gemeinde Wangels, beruhigen. Der warb für Sprechstunden der Polizei sowie Angebote an Schulen im Bereich Hansühn. Hüttmann: „Das können wir uns sehr gut vorstellen.“

Hüttmann bezog auch Stellung zu den letzten Polizeistationen im ländlichen Raum. Den Standort Großenbrode mit demnächst drei Beamten (einer kommt aus Neukirchen) beschrieb er als speziell, was auch mit der Nähe zu Heiligenhafen zusammenhängt. Sehr zum Aufatmen von Bürgermeister Jens Reise (CDU) erklärte Hüttmann aber: „In den kommenden zweieinhalb Jahren bis zu meiner Pensionierung sind dort keine weiteren Veränderungen zu erwarten.“ Ebenso wenig wie in Lensahn (fünf Beamte), Schönwalde und in Hutzfeld (je zwei). In zwei Jahren werden die Zentralstationen Burg, Heiligenhafen und Oldenburg, wie Hüttmann betont, „als reine Briefkastennummern verwalterisch zu einem Revier zusammengefasst“. In der Praxis bliebe alles beim Alten. Hüttmann glaubt, dass Ostholstein insgesamt dazugewinnt. „Wir werden in Scharbeutz mit mehr als 100 Beamten ein großes Revier haben und wollen künftig 18 Streifenpolizisten in Timmendorfer Strand stationieren.“

„Wir brauchen das Verständnis in der Region.“
Innenminister Breitner

pm

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