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Ostholstein Tschüß, Orgel!
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22:06 07.11.2017
Thomas Matkei (r.) von der Orgelbaufirma Eule und Marian Majcher von der Firma In Plenum Pl bauen die alte Marcussen-Orgel gemeinsam auseinander. Quelle: Fotos: Binder
Oldenburg

„Der Posaunenchor hat jetzt sicherlich erstmal mehr zu tun“, kündigt Kirchenmusiker Matthias Voget scherzhaft an. Ansonsten gebe es noch die kleine Chororgel, die bisher hauptsächlich für Hochzeiten genutzt wurde. Eigentlich sei sie nur für kleinere Gesellschaften geeignet, erklärt Voget, weil ihr Klang die Kirche nicht vollständig ausfülle. Bis die neue „große Schwester“ anreist, muss die Chororgel nun jedoch wohl auch in Gottesdiensten musizieren.

Der Abbau der alten Orgel in der Oldenburger Johanniskirche hat begonnen. Die Pfeifen wurden bereits verpackt, das Gehäuse entkernt. Am ersten Advent 2018 soll der Nachfolger des Instruments eingeweiht werden. Bis dahin wird im Gotteshaus nun auf andere Weise musiziert.

Die alte Marcussen-Orgel wird seit Montag in ihre Einzelteile zerlegt. Weil das Instrument bei einem Umbau Ende der 50er Jahre Schaden genommen hat, wird es nun ersetzt. 530000 Euro investiert die Kirchengemeinde in das Projekt; mehr als 100000 davon hat der eigens gegründete Orgelbauverein eingeworben (die LN berichteten).

Jetzt gehen Pfeifen und Co. auf Reisen – in verschiedene Richtungen. Während das Gehäuse und einige historische Pfeifen auch in der neuen Orgel ihren Platz bekommen, sollen andere Pfeifen künftig in einer polnischen Kirche Musik machen. Sie werden zurzeit von Marian Majcher und seinen Kollegen von der Firma „In Plenum Pl“ ausgebaut und für den Transport verpackt. Zwischen den Kirchenbänken stapeln sich bereits Kartons mit kleinen Metallpfeifen und einzeln verpackte große Exemplare aus Holz.

„Wenn man die Pfeifen so sieht, sehen sie ganz schön riesig aus“, stellt Organist Voget fest, als er durch die Reihen geht. „Wie das wohl erst wird, wenn die neue Orgel eingebaut wird?“, überlegt er.

Immerhin sollen deren Pfeifen bis zu 4,80 Meter groß sein – und damit doppelt so lang wie der bisherige Spitzenwert.

Mitte August 2018 soll der Aufbau des neuen Instruments in Oldenburg beginnen. Zunächst aber reisen die Teile der Marcussen-Orgel, die in deren Nachfolger integriert werden sollen, nach Bautzen. Dort hat die Hermann Eule GmbH ihren Sitz, die das zukünftige Instrument für die Kirche baut. Heute soll das große Gehäuse von der Empore geholt werden – und eigentlich soll dann auch schon ein Speditionsunternehmen anrücken, um den Transport zu organisieren. „Wir hoffen, dass wir dann auch so weit sind“, sagt Thomas Matkei von der Orgelbaufirma, während er die Tastatur der alten Orgel ausbaut. Bis dahin sei schon noch eine Menge zu tun, betont er – wenngleich es für den Laien gestern so aussah, als sei auf der Empore kaum noch Orgel übrig. . .

Der Standort selbst soll ebenfalls noch umgebaut werden: Für das neue Instrument wird der Boden der Empore ein Stück abgesenkt, damit die Pfeifen genug Platz haben. Diese Arbeiten sollen aber erst nach Weihnachten beginnen, wie Matthias Voget ankündigt. Bei allem Trubel „möchten wir es über die Feiertage in der Kirche doch gern etwas ruhiger haben“.

Von Jennifer Binder

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