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Ostholstein Tunnel: Baltic FS will profitieren
Lokales Ostholstein Tunnel: Baltic FS will profitieren
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22:43 08.03.2016

Eine Bauzeit von acht Jahren und mehr: Auf Fehmarns dänischer Nachbarinsel Lolland träumen viele Unternehmen und Bürger vom kräftigen Wachstumsschub durch den Belttunnel. Entsprechend euphorisch war am vergangenen Freitag der Jubel , unter anderem bei den insgesamt vier Wirtschafts-Netzwerken, die den großen Baukonsortien ihre Service-Dienste anbieten wollen.

 

„Wir freuen uns riesig auf die nächsten Verhandlungen mit den beiden Baukonsortien.“Mirko Schönfeldt, Baltic FS

Ganz anders auf Fehmarn: „Nun geht es bald los. Und was hat die regionale Wirtschaft davon?“, warnt Mirko Schönfeldt, Geschäftsführer des ostholsteinischen Unternehmens Baltic FS, vor weiteren Verzögerungen im Planfeststellungsverfahren. Er erklärte gestern: „Jede weitere Verzögerung bedeutet eine unmittelbare Schädigung unserer heimischen Wirtschaft. Das können auch die Gegner des Projekts nicht wollen.“

Baltic FS mit Sitz in Neustadt gehören bislang 22 offizielle Partner an, die den großen Baukonsortien sämtliche Nebenaufgaben abnehmen wollen. Dahinter stehen nach eigenen Angaben über 10000 Mitarbeiter aus der Region sowie deren Familien.

Ihre Perspektive beschreibt Schönfeldt: Kaum hatte das dänische Parlament vergangenen Freitag endgültig grünes Licht für den Bau des größten Absenktunnels der Welt gegeben, habe der Bauherr, die dänische Staatsfirma Femern A/S, nachgezogen. „Auch für gut informierte Kreise überraschend früh“ wurden prompt die „Gewinner“ der Bauaufträge bekannt gegeben. Zwei Verträge gehen an das Konsortium FLC mit dänischen Unternehmen und dem deutschen Baukonzern Max Bögl, ein Vertrag an das Konsortium FBC mit dänischer Beteiligung und mit den deutschen Baukonzernen Hochtief und Züblin.

Für Baltic FS sind das keine Unbekannten. Im Gegenteil: „Wir haben beiden Konsortien bislang Angebote in Höhe von jeweils über 100 Millionen Euro gemacht“, bestätigt Schönfeldt. Und ergänzt: „Es ist natürlich eine sehr positive Überraschung. Kurz nach der Bekanntgabe hatten wir bereits Kontakt zu den beiden Konsortien.“ Natürlich freue man sich „schon riesig“ darauf, wenn die Konsortien mit Baltic FS in die nächsten Verhandlungen eintreten.

Das Problem ist nur: Durch einen Bürgerentscheid vor einem Jahr ist die Belt-Sonderfläche zwischen Puttgarden und Marienleuchte vorerst vom Tisch — bis mindestens Frühjahr 2017. Dennoch hofft Schönfeldt auf einen baldigen Umschwung. Als positives Signal wertet er auch die Gründung des Vereines „beltoffen“ als Gegengewicht zu den „Beltrettern“.

Von Gerd-J. Schwennsen

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