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Überraschung: Ausschuss will Kinder-und Jugendparlament

Eutin Überraschung: Ausschuss will Kinder-und Jugendparlament

Er steckte im Stau und kam erst, als die Positionen schon fix und die Entscheidung absehbar schienen: Dann aber schilderte der Neustädter Stadtjugendpfleger Andreas Adler seine Arbeit mit dem dortigen Kinder- und Jugendparlament und eroberte den Eutiner Schulausschuss im Handumdrehen.

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Hier schwebt eines der Elemente der lang ersehnten künftigen Offenen Ganztagsschule ein.

Quelle: Fotos: Jabs

Eutin. Der Ausschuss hatte sich doch lange schwer mit einer Lösung zur Umsetzung der (auch gesetzlich geforderten) Kinder- und Jugendbeteiligung getan. Zuvor hatten die Stadtvertreter nach intensiver Diskussion einen zweimal jährlich tagenden Jugendausschuss ins Auge gefasst, denn ein Parlament erschien ihnen bei der Verschiedenheit der Argumente eine Nummer zu groß: „Ein hehres, wenn auch sehr fernes Ziel“, hatte es Reinhard Sohns von den Grünen genannt.

LN-Bild

Neustädter Beispiel gab den Ausschlag – Ebenfalls befürwortet: Erhaltung aller drei Grundschulstandorte in Eutin.

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„Ich bin davon überzeugt, dass sich die Standorte halten werden.“ Christine Ludwig, Schulleiterin

Adlers Erfahrungen mit dem seit 1997 existierenden Gremium von 14 jungen Abgeordneten im Alter von sieben bis 15 Jahren verkehrten das Eutiner Zögern dann jedoch ins Gegenteil. So stand unter dem Strich ein neuer Antrag, formuliert von der CDU-Fraktion, zur Gründung eines Kinder- und Jugendparlamentes im Jahr 2017. Mit zehn Ja-Stimmen und einer Enthaltung passierte er den Ausschuss.

Orientieren will man sich dabei am Neustädter Vorbild: „Kontinuität in der Durchführung und Glaubwürdigkeit sind ausschlaggebend“, das gab Andreas Adler den Eutinern mit. So kämen zu den monatlich stattfindenden Sitzungen, die alle aktuellen Felder der Stadtpolitik behandeln, häufig Vertreter der „erwachsenen“ Fachausschüsse und fragten nach Rat bei der Entscheidungsfindung. Wie dies dann letztlich berücksichtigt werde, sei eine politische Frage. Zum Erfolg konnte er viel sagen: „Meine ersten Kinder sind jetzt um die 30 Jahre alt – die haben ein ganz anderes Bewusstsein für Demokratie und Kommunalpolitik. Einige engagierten sich auch aktiv in der Politik.“ Bis dahin ist es in Eutin noch ein weiter Weg, für den es viel Engagement braucht – und: „Es hängt immer auch an der Person“, wie Christiane Balzer (Bündnis 90/Grüne) anmerkte.

Weniger Einigkeit herrschte bei der Diskussion zur Schulentwicklungsplanung für den Standort Am Kleinen See, der eine Zweigstelle der Gustav-Peters-Grundschule sowie die fünften und sechsten Klassen der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule in zwei Gebäudetrakten beherbergt. Sowohl die Pavillonbauten der Grundschule als auch die Turnhalle gelten als abgängig. Auch für den zweistöckigen Bau der Wisserschule würde sich eine Sanierung kaum noch lohnen, wie Rektor Sven Ulmer nicht zum ersten Mal konstatierte. Unzulänglichkeiten, mit denen sich Schulleiterin Christine Ludwig für einen überschaubaren Zeitrahmen arrangieren könnte – vorausgesetzt, dahinter stünde „ein vernünftig durchdachtes Konzept, das systematisch umgesetzt wird“.

Daran, dass Eutin auch in Zukunft mit drei Grundschulstandorten (Kleiner See, Blaue Lehmkuhle, Fissau) planen sollte, bestand für Ludwig kein Zweifel: „Ich bin felsenfest überzeugt, dass sich die Standorte halten werden.“ Neben den Schülerzahlen sprächen auch die pädagogischen Anforderungen und die Tendenz zur Ganztagsschule dafür. Auf CDU-Antrag sprach sich der Ausschuss dann auch für einen Erhalt der drei Grundschuladressen aus. Über das politische Bekenntnis hinaus ist dies die Arbeitsgrundlage für die Verwaltung. Rektor Sven Ulmer vermisste Systematik und konkrete Handlungsgrundlagen wie eine Kostenberechnung: „Es ist wieder so: Wir beschließen mal was und gucken, was daraus wird. Und wenn die Kosten feststehen, läuft es möglicherweise wieder anders.“

Mit Bezug auf die Forderung von Christine Ludwig: „Wir brauchen eine Sporthalle“, beantragte Hanjo Iwanowitsch (SPD) im Namen seiner Fraktion einen Hallenneubau am Standort Am Kleinen See anstelle des alten Güterbahnhofes. Eine gut erreichbare Turnhalle für Grund- und Gemeinschaftsschule und Parkplätze am Güterbahnhof in Innenstadtnähe waren wesentliche Argumente. Malte Tech (FWE) verwies auf wesentlich schnellere Bauzeiten Am See und auf das Problem, am Güterbahnhof Barrierefreiheit zu gewährleisten. Nicht überzeugend für CDU und Grüne: Sie lehnten den Antrag ab.

 Astrid Jabs

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