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Ostholstein Übungshalle kommt: Grundsteinlegung im Sommer
Lokales Ostholstein Übungshalle kommt: Grundsteinlegung im Sommer
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22:47 13.01.2016
Noch trainieren die Auszubildenden (hier Anwärter im ersten Dienstjahr beim Kick-Boxen) in der alten Budo-Halle. Eine weitere, besser zu belüftende, wird es künftig in der Einsatztrainingshalle geben. Quelle: Fotos: Benthien

Im Improvisieren sind die Beamten auf der Hubertushöhe mittlerweile geübt. Bis zum Sommer 2018 werden sie das auch noch weiter tun müssen. Erst dann wird die 2600 Quadratmeter große, lang erhoffte Einsatztrainingshalle fertiggestellt sein. Baubeginn für das mittlerweile acht Millionen Euro teure Vorhaben ist im Frühsommer 2016. „Das wird ein Exotenprojekt, einzigartig im Land. Wir sind froh und glücklich, dass es endlich losgehen kann“, sind sich Behördenleiter Jürgen Funk und sein Stellvertreter Michael Kock einig.

Während anderswo in Schleswig-Holstein Hallen von den Direktionen angemietet und dann für Übungszwecke ausgestattet worden sind, wird das Gebäude der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und die Bereitschaftspolizei (PD AFB) in Eutin „eine maßgeschneiderte Lösung“, so Michael Kock. Dazu haben sich die Einsatztrainer Thorsten Ziehm und Jörg Wensien in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen, in den Niederlanden, in Finnland und in den baltischen Staaten umgesehen und die Erfahrungen aus dortigen Einrichtungen aufgenommen. „Wir verzichten auf ganz hochwertige Technik, sie ist störungsanfällig und erfordert zu viel Manpower“, sagt Thorsten Ziehm. Stattdessen werde auf persönliche Kompetenz der Trainer und Ausstattung gesetzt, „wir können künftig in Eutin verschiedene Szenarien abbilden“.

So werden in einem Teil der Trainingshalle die Lagen dargestellt, die im Einsatz immer wiederkehren. Beispielsweise soll es Themenräume wie eine Arztpraxis, ein Lehrer- und Hotelzimmer, eine Bank, einen Kiosk und Gastronomie geben. Jürgen Funk: „Die Auszubildenden und Kollegen sollen Situationen durchspielen können, das schafft Routine.“ Diejenigen, die nicht in die Trainingseinheit eingebunden sind, können die anderen von einer umlaufenden, mit Plexiglas geschützten Galerie aus beobachten oder das Geschehen per Kameraübertragung parallel in einem Gruppenraum analysieren.

Entstehen soll der schon seit Jahren von der PD FAB dringend benötigte und immer wieder geforderte Bau zwischen dem Volleyballfeld und dem Schießstand. Die Doppelhalle, eine voll befahrbar, eine teilweise, wird auch eine zweigeschossige Wohnung enthalten, eine Halle rund ums Kfz, eine voll funktionsfähige Polizeiwache, eine Budo-Halle, einen Stressraum mit Laufband, eine Waffenkammer, Aufenthaltsräume und zwei Unterrichtsräume.

Angesichts der steigenden Ausbildungszahlen — 2016 beginnen 150 Anwärter für den mittleren, 250 für den gehobenen Dienst, 2015 waren es insgesamt 260 Anwärter — benötigt die PD AFB auch weitere Lehrkräfte und Hörsäle. „Wir sollen für die Liegenschaft sieben bis acht Hörsäle bekommen“, berichtet der Direktionsleiter. Dazu gebe es bereits Pläne des Gebäudemanagements des Landes (GMSH).

Als Übergangslösung müssten die Kollegen aber mit Containern oder Gebäuden in Mobilbauweise vorliebnehmen.

Bis zum Sommer 2018 werden Ausbilder, Anwärter und Beamte zur Fortbildung weiterhin eine der fünf Schießbahnen nutzen müssen. „Dank einer Kooperation mit der Kreisfeuerwehrschule in Lensahn können wir auch dort üben“, sagt Thorsten Ziehm. Gesucht werden zu Trainingszwecken allerdings weiterhin leerstehende Gebäude wie vormals die ehemalige Klinik Hängebargshorst in Krummsee. „Für die Fachlehrer sind der planerische Aufwand und das Improvisieren eine Belastung“, weiß Jürgen Funk und richtet den Blick nach vorn: „Ab 2018 wird es komfortabler.“ Er lobt ebenso wie Ziehm „die kompetenten Partner beim GMSH. Es wird möglich gemacht, was nur geht. Wir bekommen das, was wir haben wollen und benötigen.“

Neubau der Kantine
550 Frauen und Männer sind als Stammpersonal bei der PD AFB beschäftigt, hinzu kommen 650 Anwärter für den Polizeidienst.
80 Apartments hat der Dienstherr, das Land Schleswig-Holstein, für die Zeit ihrer Ausbildung auf der Hubertushöhe in der benachbarten Seniorenwohnanlage Wilhelmshöhe angemietet, da mehrere der Wohnkomplexe der PD AFB saniert werden mussten. Festgestellt worden waren in mehreren Häusern Legionellen in den Wasserleitungen sowie Benzolkonzentrationen in der Raumluft. Zudem waren Brandschutzmaßnahmen erforderlich. „Im kommenden Monat wird das dritte Gebäude fertiggestellt sein. 2018 soll die Sanierung der Unterkünfte komplett abgeschlossen sein“, berichtet Gunnar Asmus, Leiter der Wirtschaftsverwaltung. Umfassende Erneuerungsarbeiten seien auch für das Wirtschaftsgebäude (Kantine) vorgesehen gewesen: Verbesserung des Brandschutzes, neue Lüftung und Trinkwasserleitungen. Auch sei die Tragfähigkeit des Dachstuhls kritisch eingestuft worden, „der Statiker prüft von Jahr zu Jahr“. Nach Abwägung der Kosten für die Rundum-Sanierung oder einen Neubau sei die Entscheidung für letzteren gefallen. Einen Termin für den Baubeginn gebe es aber noch nicht, so Asmus.

Ulrike Benthien

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