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Ostholstein „Um zehn muss der Kärcher aus sein“
Lokales Ostholstein „Um zehn muss der Kärcher aus sein“
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22:16 03.06.2016
Die Festspiel-Macher: Geschäftsführerin Sabine Kuhnert (l.), Technischer Leiter Arend Knoop und Intendantin Dominique Caron. Quelle: Astrid Jabs

Eutin. Manchmal muss es schnell gehen, und zeitig begonnen werden muss es auch. Dann stehen schon morgens um fünf Männer mit dem Hochdruckreiniger im Halbrund der Seebühne und machen die Tribüne sauber. Sie haben nicht viel Zeit. „Um zehn fangen die Proben an“, sagt Arend Knoop, „dann muss der Kärcher aus sein.“

„Eine Herausforderung, aber das schaffen wir.“Sabine Kuhnert über das Nebeneinander von Gartenschau und Festspielen

Knoop ist Technischer Leiter bei den Eutiner Festspielen, und dass er momentan viel zu tun hat, liegt am 24. Juni. Dann hat abends um acht der „Freischütz“ Premiere. Es sind noch drei Wochen, die Vorbereitungen gehen auf die letzten Meter, und die sind in diesem Jahr etwas beschwerlicher als sonst.

Grund ist die Landesgartenschau, mit der sich die Festspiele das Gelände teilen müssen. Da muss man planen und reden, da muss man sich abstimmen und Kompromisse machen. Da ist Organisation gefragt.

Und es klappt ganz gut. „Es ist eine Herausforderung, aber das schaffen wir“, sagt Festspiel-Geschäftsführerin Sabine Kuhnert. „Das kriegen wir hin.“

Da sind zum Beispiel die Zugänge aufs Gelände, die der Gartenschau-Wachdienst morgens um neun verlässt und vor denen eine Stunde später die Künstler stehen. Aber dann postiert man da halt eigene Leute. Oder es fallen Mehrkosten an, weil die Wege länger sind. Das lasse sich zwar noch nicht beziffern, werde aber mit den höheren Fördergeldern von Stadt, Land und Kreis beglichen, sagt Sabine Kuhnert.

Wirklich zu schaffen machten derzeit die Parkmöglichkeiten für die jeweils etwa 60 Chor- und Orchestermusiker. Da fehle der Platz, aber dafür könne die Gartenschau nichts. Da brauche man noch ein wenig, bis sich das eingespielt habe „und es für alle vom Bauchgefühl stimmt. Aber das ist auch das Einzige, worüber wir jetzt andauernd Gespräche führen.“ Dass der Shuttle-Bus spät abends nicht mehr verkehrt, sei kein Problem.

Die Künstler sind seit dieser Woche aktiv, am Montag begannen die Proben. Morgens um zehn fangen sie an und dauern bis in den späten Abend. In den ersten zehn Tagen geht es nur um den „Freischütz“, in der nächsten Woche kommt „Carmen“ dazu, dann wechseln sich die Stücke ab.

Die Musiker kommen aus der Region, aus Kiel, Lübeck oder Hamburg, einige Chormitglieder wie schon im vorigen Jahr aus Rumänien. Geführt werden sie von der Intendantin Dominique Caron, und für die ist die Geschäftsführerin des Lobes voll. „In gut drei Wochen eine Oper einzustudieren, wo es im Normalfall mindestens sechs Wochen sind, das ist einfach genial.“

Wenn die Stücke wechseln, wird es spannend für Arend Knoop und die sechs bis acht Bühnenarbeiter. Der Umbau dauert etwa zwölf Stunden, und wenn die Vorstellung gegen Mitternacht zu Ende ist, muss man am nächsten Morgen um fünf anfangen, sonst wird es knapp. Bewegt wird alles von Menschenhand, einen Kran können sie nicht einsetzen.

„Problematisch wird es erst Ende August“, sagt Knoop. „Dann müssen wir in einer Woche die Bühne ab- und das Galazelt aufbauen.“ Und die Bühnenteile müssten irgendwo gelagert werden. Bei der Bundeswehr gehe das ab November nicht mehr, der Schuppen solle abgerissen werden. Er hoffe, nach der Gartenschau eine Unterstellmöglichkeit auf dem Gelände zu bekommen. „Vielleicht der alte Kuhstall, wo die Jugendherberge hin soll. Aber auch da bin ich guter Dinge, weil wir bei der Stadt und der Gartenschau super Ansprechpartner haben.“

Vorige Woche waren schon 13000 Karten verkauft, mehr als die Hälfte. Mit 62 Prozent habe man geplant, und das sehe auch ganz gut aus, sagt die Geschäftsführerin. Abgerechnet aber werde zum Schluss. Die Festspiel-Besucher kommen aus ganz Schleswig-Holstein, dem nördlichen Niedersachsen, dem Hamburger Randgebiet. Ein gutes Viertel sind Stammkunden, etwa ebenso viele kommen mit Reisebussen. Wegen der Gartenschau sind diese Gäste in diesem Jahr zahlreicher, kann man doch mit seinem Ticket eine bis anderthalb Stunden vor Opernbeginn aufs Gelände.

Mit der „Fledermaus“ und „Cavalleria rusticana/Der Bajazzo“ stehen die Stücke für 2017 fest. Ob es dann auch wieder – wie jetzt mit Chaplins „Lichter der Großstadt“ – die Movie Night gibt, ist noch offen. Nach der Premiere im vorigen Jahr sei das Interesse diesmal aber sehr groß gewesen, sagt Sabine Kuhnert. Und die EM in Frankreich sei auch keine wirkliche Hürde. Man habe die Festspiele um die Fußball-Termine herum gelegt, und es habe auch weitgehend geklappt. „Alles andere“, sagt sie, „wäre ein Planungsfehler.“

Peter Intelmann

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