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Ostholstein Umweltausschuss lehnt barrierefreien Steg ab
Lokales Ostholstein Umweltausschuss lehnt barrierefreien Steg ab
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09:05 29.01.2015
Unterhalb dieser Treppe könnte der Dünensteg, den sich die BGN vorstellt, beginnen. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Pelzerhaken

Die Bürgergemeinschaft Neustadt (BGN) fordert einen zweiten Dünensteg in Pelzerhaken. Sie will eine 230 Meter lange, barrierefreie Konstruktion zwischen dem westlichen Ende der Pelzerhakener Promenade und der Treppe zum Strand unterhalb des Eschenweges. Vorbild ist der Steg, der von der Seebrücke bis hinter das DLRG-Gebäude führt. Ein entsprechender Antrag wurde jedoch am Dienstagabend im Umwelt- und Verkehrsausschuss abgelehnt. Die beiden BGN-Vertreter waren die einzigen, die für ihre Idee stimmten.

Aufgeben kommt für Clemens Reichert dennoch nicht in Frage. Der zweite stellvertretende Vorsitzende kündigte gegenüber den LN an, das Thema in den Tourismusausschuss bringen zu wollen. „Die Bevölkerung wird immer älter, wir verzeichnen viele Zuzüge, darauf müssen wir reagieren“, sagte Reichert. Ein behindertengerechter durchgehender Weg entlang der Ostsee gehöre für ihn dazu. Derzeit bestehe für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl „keine Möglichkeit, vom Hohen-Ufer- Weg zur Pelzerhakener Promenade zu gelangen, ohne einen sehr großen Umweg in Kauf zu nehmen“.

Der Vorstoß wurde von den anderen Ausschussmitgliedern nicht positiv aufgenommen. Dr. Horst Pasenau (Grüne) erzählte gestern, dass die regionalen Gegebenheiten zu bedenken seien. „Wo eine Steilküste ist, kann nicht so einfach etwas hingestellt werden“, betonte er. Auch seien die Kosten sehr hoch — gerade im Hinblick auf andere Projekte, wie die Sanierung der Schulgebäude. Die Verwaltung rechnet damit, dass der Bau etwa 414 000 Euro teuer wäre. Zudem müsse aufgrund des vorhandenen Biotops die Naturschutzbehörde beteiligt werden.

Reichert entgegnete, dass die Düne durch einen Steg sogar geschützt würde, da dieser nicht so einfach zu verlassen sei und wie eine Barriere wirke. Das Einwerben von Fördermitteln sei ebenfalls denkbar und zudem dürfe nicht vergessen werden, dass Neubürger auch Zweitwohnungssteuer und Strandgebühr zahlen. „Das muss man in die Kostenplanung mit einbeziehen“, so der BGN-Mann.

Zustimmung bekommt er auf jeden Fall vom Kinderzentrum Pelzerhaken. In einem Schreiben der Geschäftsführung heißt es, dass Patienten immer wieder über fehlende Barrierefreiheit klagen würden. Deshalb spricht sich Geschäftsführer Dr. Volker Schulz für eine Beseitigung des Problems aus.

„Für Barrierefreiheit muss es öffentliche Mittel geben.“
Clemens Reichert (BGN)

Sebastian Rosenkötter

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