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Ostholstein Umwelthaus Neustadt benötigt vier Millionen Euro
Lokales Ostholstein Umwelthaus Neustadt benötigt vier Millionen Euro
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20:55 07.12.2017
Umwelthaus-Leiterin Martina Stapf (v. l.) plant mit Edda Disselhoff, Ole Eggers (beide BUND), Bettina Hagedorn (SPD), David Simon (Architekt) und Dr. Tordis Batscheider (Neustadts Bürgermeisterin) die Zukunft des Umwelthauses. Das Haupthaus soll erhalten bleiben. Quelle: Fotos: Ser

Die Planungen für die Umgestaltung laufen seit zwei Jahren. Bereits Ende 2016 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind wenig überraschend. Das Haus ist zu klein.

Weil die Zahl der Betten für Gruppen zu gering ist, soll das Neustädter Umwelthaus des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) saniert und vergrößert werden. Ein Erbpachtvertrag mit der Stadt könnte 2018 abgeschlossen werden. Vier Millionen Euro werden benötigt.

Ausgebucht

Die einzige Umweltbildungsstätte an der Ostsee existiert seit dem 1. April 1992.

Zuvor wurde das Gebäude unter anderem als Waldschänke, Mädelsheim und Jugendaufbauwerk genutzt.

Die Einrichtung ist auf Jahre ausgebucht.

Alle Neustädter Fraktionen unterstützten das Vorhaben.

Der energetische Zustand ist schlecht. „Wir bekommen keine zwei Gruppen parallel rein“, sagt BUND-Landesgeschäftsführer Ole Eggers. Die Folge ist eine permanente Unterbelegung. Rund 20 von 44 Betten können kaum genutzt werden. Das hat wirtschaftliche Konsequenzen. Pro Kind gibt es für einen Besuch von montags bis freitags 160 Euro. Das bedeutet bei 20 ungenutzten Betten fehlende Einnahmen von 3200 Euro. „Die Effizienz ist nicht gegeben. Wir sind auf Jugendherbergsniveau, die Einnahmen passen nicht zu den Mitarbeiterkosten“, betont die Neustädterin Edda Disselhoff, stellvertretende BUND-Landesvorsitzende.

Mitarbeiterzahl soll vervierfacht werden

Aktuell arbeiten drei Kräfte im Umwelthaus. Nach dem Umbau sollen es zwölf sein. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits soll es in Zukunft 58 Betten für Kinder und Betreuer geben. Andererseits soll in den kommenden Jahren die BUND-Academy aufgebaut werden. Das Umwelthaus könnte ein Standort für deren verschiedene Umweltbildungsprojekte werden, dafür würde es einen festen Mitarbeiter in Neustadt geben.

Umfangreiche bauliche Veränderungen sind beschlossen. Spatenstich ist 2019. Gebaut werden soll allerdings immer nur von Oktober bis März. Während der sogenannte Altbau unweit der Strandpromenade erhalten bleiben soll, wird der etwas flachere Gebäudeteil in Richtung Parkplatz abgerissen. Ebenfalls verschwinden sollen Garagen und Gartenhaus. Auch hat Architekt David Simon einen Aufzug eingeplant. „Zudem wünschen wir uns einen Ausstellungsbereich“, sagt Eggers. In diesem sollen Wald und Meer im Fokus stehen. Perspektivisch sei die Einrichtung eines Baumpfades denkbar. „Es geht darum einen Raum zu schaffen, an den sich Kinder gerne erinnern“, so Ole Eggers.

Förderchancen durch

den Bund vorhanden

Um Abriss, Neubau und Umbau für das derzeit von der Stadt gemietete Umwelthaus zu finanzieren, benötigt der BUND vier Millionen Euro. Künftig soll es dann einen Erbpachtvertrag geben. „Er sollte eine Laufzeit von 20 bis 25 Jahren haben. Es muss sich betriebswirtschaftlich rechnen“, sagt Eggers. Ihre Unterstützung zugesagt hat Bettina Hagedorn (SPD). Die Bundestagsabgeordnete aus Ostholstein hält eine Förderung für möglich. „Es ist eine Vorzeige-Bildungseinrichtung. Wir reden hier nicht von einem Mondprojekt. Das Umwelthaus läuft seit Jahrzehnten“, erläutert sie.

Sebastian Rosenkötter

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