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Ostholstein Umweltpreis für Pellets und Photovoltaik
Lokales Ostholstein Umweltpreis für Pellets und Photovoltaik
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12:15 22.09.2016
Jochen Schramm erläuterte, wie er seine insgesamt drei Häuser energetisch modernisiert hat. Quelle: Fotos: S. Latzel

30 Prozent Energieverbrauch gesenkt: Damit hat Jochen Schramm aus Timmendorfer Strand nicht nur seine Mieter erfreut und die Umwelt entlastet, sondern jetzt auch den diesjährigen Umweltpreis des Unternehmens Innogy (vormals RWE) in der Gemeinde bekommen. „Jede Initiative für den Umweltschutz verdient unsere Anerkennung“, betonte Bürgermeisterin Hatice Kara bei der Verleihung des mit 500 Euro dotierten Preises.

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Energiekonzern zeichnete drei Timmendorfer Projekte beziehungsweise Einsätze aus.

Erneuerbare Energien

Innogy ist eine Tochtergesellschaft des Energiekonzerns RWE. In ihr werden alle Aktivitäten in Bezug auf erneuerbare Energien zusammengefasst (Wind- und Bioenergie, Wasserkraft).

Mit dem Umweltschutzpreis werden in 450 Städten und Gemeinden Projekte gewürdigt, die den Umwelt- und Klimaschutz voranbringen. Bewerbungen für 2017 können vermutlich ab Januar 2017 eingereicht werden.

Zuvor hatte Schramm sein Projekt unter dem Titel „Modernisierung dreier Häuser mit umweltfreundlicher Energietechnik“ vorgestellt: Demnach hat er zum einen die Heizungsanlage seines Mehrfamilienhauses mit 18 Wohnungen in der Bergstraße sanieren lassen. „Im gesamten Gebäude waren zuvor 80 bis 90 Nachtspeicheröfen“, berichtete Schramm. Statt dessen sei eine Holzpellet-Anlage für die insgesamt 1077 Quadratmeter Wohnfläche eingebaut worden, so Schramm. Die Kosten für Heizenergie seien von 19 000 Euro im Jahr 2008 auf 8650 Euro jährlich gesunken. „Der Mieter einer 37-Quadratmeter-Wohnung zahlt jetzt statt 1000 Euro Heizkosten im Jahr nur noch 300“, sagte Schramm.

Das benachbarte Langhaus habe er mit einer Solarstrom-Anlage ausstatten lassen, die einen Ertrag von 8000 Kilowatt-Stunden im Jahr liefere. „Bei 20 Jahren Laufzeit werden so 80 Prozent der Investitionssumme abgedeckt.“ Auch auf dem Dach des zum Wohnhaus umfunktionierten Gartenhauses seien Photovoltaik-Module installiert worden. Schramm erklärte, er habe 300000 Euro in die Maßnahmen investiert. Damit seien die Heizenergiekosten drastisch gesunken, das Wohnklima sei angenehmer, die Strom-Ernte bringe Kapitalertrag, und die Häuser seien besser isoliert. „Mein Fazit: ein voller Erfolg.“ Und eben der erste Platz beim Umweltpreis, wegen der Kriterien „Innovationsgrad, Vorbildwirkung und persönlicher Einsatz“, zählte Dietmar Schindowski, Leiter der Innogy-Sparte Netz und Infrastruktur in Ostholstein.

Der Preis solle ein Ansporn für andere sein, führte er aus: „Es gibt keine Patentrezepte für den Umweltschutz, aber jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten.“ Der mit 300 Euro dotierte zweite Preis ging an den ehemaligen Timmendorfer Lehrer Ingo Lükemann für seinen Einsatz im Zusammenhang mit dem Wettbewerb des BUND, „Bienenfreundliche Kommune Schleswig-Holstein“, bei dem Timmendorf auf den zweiten Platz gekommen war. Den dritten Preis (200 Euro) erhält die Jugendfeuerwehr Timmendorfer Strand, deren Mitglieder bei der Aktion „Saubere Landschaft“ Müll entsorgt und dessen Auswirkungen auf die Landschaft aufgelistet hatten.

 latz

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