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Ostholstein „Undine II“ rückt die Welt unter Wasser in den Fokus
Lokales Ostholstein „Undine II“ rückt die Welt unter Wasser in den Fokus
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20:43 01.03.2017
Wie auf diesem Symbolbild wollen die Akteure von „Undine II“ die Unterwasserwelt untersuchen, auswerten und vorstellen. Quelle: Fotos: Dpa, Rosenkötter
Neustadt

Zwei Länder, ein Ziel: Bei der gestrigen Auftaktveranstaltung des Projekts „Undine II“ in Neustadt standen nachhaltiger Tourismus sowie Meeresschutz im Mittelpunkt. Ziel der deutsch-dänischen Initiative ist, die Unterwasserwelt der Ostsee im Fehmarnbelt sowie im südlichen Dänemark erlebbar zu machen. Bis Ende 2019 stehen hierfür 1,466 Millionen Euro zur Verfügung. 1,1 Millionen stammen aus dem europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. Es ist der zweite Teil eines ambitionierten Vorhabens von Umweltschützern, Touristikern, Meeresexperten und Forschern.

Deutsch-dänisches Projekt geht in die zweite Runde – Nachhaltiger Tourismus und Meeresschutz gehen Hand in Hand – EU gibt mehr als eine Million Euro.

Projektleiterin ist Stefanie Sudhaus vom BUND Schleswig-Holstein. Die Frau, die ursprünglich aus Niederbayern stammt, während eines Au-Pair-Aufenthaltes ihre Liebe zum Tauchen entdeckte und seit bald 20 Jahren bei Kiel wohnt, bezeichnet die Lebenswelt unter Wasser als „faszinierend schön“. Sie weiß genau, dass viele Taucher und Schnorchler die Ostsee als langweilig empfinden. Dabei gebe es viel mehr Leben, beeindruckende Pflanzenwelten und Lichteffekte, als viele wüssten. „Wir haben ein wundervolles Gut unter der Oberfläche. Das wollen wir bewahren. Es ist vergänglich“, sagt Sudhaus.

Die selbstgesetzte Aufgabe ist groß. Während des ersten Undine- Projektes (Juli 2012 bis Juni 2015) drehten die Akteure Kurzfilme, stellten die Meeresbewohner auf ihrer Homepage vor, waren mit Kindergruppen am Strand unterwegs, kartierten Tauchplätze und installierten Info-Tafeln an Promenaden und auf Seebrücken. Auf dänischer Seite gab es währenddessen viele Tauchangebote. Maßgeblich beteiligt war das Geocenter Møns Klint.

In den kommenden Jahren wollen die derzeit neun Partner (siehe Info-Kasten) unter anderem eine interaktive Karte entwickeln, auf der Tauch- und Schnorchelplätze eingetragen werden. Sensible Gebiete werden dabei bewusst ausgeklammert. Darüber hinaus steht die Familie im Blickpunkt. Insbesondere Kinder sollen die Ostsee mit ihren Bewohnern – wie Seehasen – kennenlernen. Da nicht jedes Kind den Kopf unter Wasser stecken möchte, wird es spezielle Beobachtungstrichter mit einer Glasscheibe geben. So lässt sich beobachten, was unter Wasser los ist.

Von wesentlicher Bedeutung ist, dass all die Informationen bekannt werden. Deshalb ist eine große Medien-Kampagne geplant. Undine-Filme sollen vor Kinofilmen, in Arztpraxen, auf Fähren und an Bahnhöfen laufen. Plakatwerbung und Messeauftritte sind ebenfalls avisiert.

Dass sich all die Mühen lohnen, davon ist Stefanie Sudhaus überzeugt. Zahlreiche Gespräche hätten ihr verdeutlicht, dass unter anderem Gespräche über die Verschmutzung der Ostsee einen positiven Effekt haben. „Das Bewusstsein steigt. Die Menschen lernen, dass sie etwas machen können“, sagt Sudhaus.

Hinzu kommt, dass die Projektpartner dazu beitragen, dass Tourismus und Meeresschutz nicht mehr als Gegensatz angesehen werden. Dies betont auch Neustadts Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD), die die Auftaktveranstaltung ebenfalls besuchte. Die Natur habe einen hohen Erholungswert. Deshalb sei es wichtig, sie zu erhalten und durch nachhaltigen Tourismus zugänglich zu machen. „Nur wenn man etwas kennt und es schätzt, schützt man es“, sagt Batscheider.

Søren Sørensen von der dänische Kommune Vordingborg verdeutlicht während seines Grußwortes, dass immer mehr Dänen in Deutschland Urlaub machen und umgekehrt. Ein Austausch und gute Produkte würden demnach an Bedeutung gewinnen.

Die Partner

Undine ist die Abkürzung für Underwater Discovery and Nature Experience.

Neben dem BUND Schleswig-Holstein gehören die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht, AG GeoMedien der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Geobytes KG, Ostsee Info-Center Eckernförde, Vordingborg Kommune, Geocenter Møns Klint, Fjord & Baelt Center und Naturturisme I/S zu den Partner.

Ausführliche Informationen zu dem Interreg-Projekt gibt es auf der Internetseite www.undine-baltic.eu.

Sebastian Rosenkötter

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