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Ostholstein Unfallflucht in Malente: Polizei setzt auf Werkstätten
Lokales Ostholstein Unfallflucht in Malente: Polizei setzt auf Werkstätten
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15:26 08.02.2016
Die Straße „Am Hünengrab“ in Malente: Hier wurde in der Nacht zum Mittwoch die 89-Jährige von einem Auto erfasst. Kurz darauf verstarb sie.
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Malente

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall, bei dem in der Nacht zum Mittwoch in Malente eine 89-jährige Fußgängerin ums Leben gekommen ist, tappt die Polizei bei der Suche nach dem Unfallverursacher offenbar noch im Dunkeln. Die Ermittlungen liefen, sagte der stellvertretende Stationsleiter Jochen Liedtke den LN auf Anfrage. Es habe aber bisher keine konkreten Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. Das könne sich möglicherweise am Montag ändern, wenn die Autowerkstätten in Malente und Umgebung wieder geöffnet haben.

Der Unfall ereignete sich in der Straße Am Hünengrab, einer ruhigen Wohngegend am Ortsrand von Malente, wo Tempo 30 gilt und kaum Autos fahren. Die 89-jährige Frau war kurz nach 3 Uhr schwer verletzt auf dem Gehweg entdeckt worden (die LN berichteten). Wenig später verstarb sie in einem Krankenhaus.

Eine Obduktion ergab, dass die an Demenz erkrankte Frau von einem Auto erfasst und zu Boden geschleudert worden sein muss, wie die Polizeipressestelle in Lübeck am Freitag mitgeteilt hatte. Die Frau wohnte zusammen mit ihrer Tochter und wurde unmittelbar vor dem Haus, wo sie zu Hause war, angefahren. Beide, Mutter und Tochter, lebten eher zurückgezogen, war zu hören.

Wer das Unfallopfer zu nächtlicher Stunde auf dem Gehweg entdeckt hatte, dazu wollte die Polizei gestern noch nichts sagen. Die Vermutung liegt nahe, dass die demente Frau unbemerkt ihre Wohnung verlassen und sich orientierungslos auf den Weg gemacht hatte.

Die Beamten haben inzwischen die Anwohner der Straße nach möglichen Beobachtungen befragt. Dort herrschten Betroffenheit und Entsetzen. Am Unfallort lag ein Blumengesteck, eingesäumt von zwei Kerzen.

Wie die LN erfuhren, hat offenbar eine Nachbarin auf der anderen Straßenseite etwas gehört, sich aber nichts dabei gedacht. Sie habe ein dumpfes Geräusch wahrgenommen und danach ein Wimmern, hieß es, jedoch vermutet, es handele sich um eine Katze. In der Straße Am Hünengrab ist es nachts sehr dunkel. Wie eine Anwohnerin berichtete, wird ab 24 Uhr die Straßenbeleuchtung zum Teil abgeschaltet. Das galt offenbar auch für die Laterne in direkter Nähe der Unfallstelle. Die Straße nimmt hier zugleich einen leichten Kurvenverlauf. Viele Häuser haben ihre Vorgärten mit hohen Hecken eingesäumt, so dass die Sicht verstellt oder eingeschränkt ist. Auch das mag neben der Uhrzeit dazu beigetragen haben, dass offenbar niemand den Unfall bemerkte. Beim Fahrzeug des Unfallflüchtigen dürfte es sich um einen Pkw oder auch einen Lieferwagen handeln.

Am Freitag hatte sich die Polizei mit folgenden Fragen an die Öffentlichkeit gewandt: Ist jemandem in der Nacht zum vergangenen Mittwoch oder in den Tagen danach ein beschädigtes Fahrzeug aufgefallen? Hat ein Autofahrer in einer Werkstatt gerade erst einen Frontschaden reparieren lassen? Gibt es Autos, die seit dieser Nacht nicht mehr an der gewohnten Stelle parken und womöglich versteckt werden? Entsprechende Hinweise werden weiterhin an die Polizeistation Malente erbeten, die telefonisch unter der Nummer 045 23/201780 zu erreichen ist. sls/pet

LN

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