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Ostholstein Universitätsgesellschaft Fehmarn bleibt den Insulanern erhalten
Lokales Ostholstein Universitätsgesellschaft Fehmarn bleibt den Insulanern erhalten
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20:25 14.10.2016
Es geht weiter in der Universitätsgesellschaft Fehmarn, deren Tradition bis ins Jahr 1924 zurückreicht: Die neue Sektionsleiterin Dr. Silke Struve- Blanck (links) verabschiedet ihren Vorgänger Werner Zeiß sowie dessen Ehefrau aus dem Vorstands-Team. Quelle: Schwennsen

Sie zählt zu den ältesten Kulturinstitutionen im Land. Am 8. Oktober 1924 wurde im Burger „Hotel Wisser“ – nur sechs Jahre nach Gründung der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft – die Sektion Fehmarn ins Leben gerufen. Jetzt ist sicher: Sie bleibt den Insulanern erhalten. Denn mit Dr. Silke Struve-Blanck (Bojendorf) gibt es eine Nachfolgerin für Werner Zeiß (Burg), der seit 1998 Sektionsleiter war.

Bisherige Sektionsleiter

1924 bis 1937: Karl Ernst Albert Reinecke (1860-1955), Sanitätsrat, Mitbegründer des Fehmarnschen Museumsvereins.

1937 bis 1963: Karl Micheel (1886- 1968), Jurist, Gammendorf (danach kurzzeitig Dr. Wolfgang Gründel).

1963 bis 1983: Dr. Friedrich Illner (1901-1992), Oberbergrat a. D.

1983 bis 1998: Dr. Urban Kaps (1915-2008), Arzt.

1998 bis 2016: Werner Zeiß (geboren 1950), Rechtsanwalt und Notar.

Erstmals rückt damit eine Frau an die Spitze. Mit 18 Jahren Verzögerung: Denn eigentlich sollte Gisa Zeiß 1998 die Nachfolge von Dr. Urban Kaps antreten, verriet bei seiner Verabschiedung Ehemann Werner Zeiß. Doch sie war damals noch aktiv eingebunden in die VHS-Leitung in Burg. „Daher sollte ich es dann machen“, schmunzelte er im Rückblick. Daraus wurden 18 erfolgreiche Jahre – mit Unterstützung seiner Ehefrau, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Ich finde es schön, dass es weitergeht“, betonte der scheidende Sektionsleiter. Er räumte ein, dass der Zuspruch in den vergangenen Jahren ein wenig gebröckelt sei. Daran konnten auch mehrere Ortswechsel für die Vortragsabende im Wintersemester nichts ändern.

Die Arbeit in der Universitätsgesellschaft Fehmarn stützt sich aber weiter auf ein Team – wie in der Ära Zeiß. Neben Dr. Silke Struve- Blanck gehören ihm Peter Jirjahlke (Burg) und Prof. Hermann Becker (Todendorf) an.

Dass die Universitätsgesellschaft bereits seit 1924 besteht, ist eigentlich ziemlich erstaunlich. Denn bei der Gründung vor 92 Jahren gab es auf der Insel gar kein Gymnasium, das Kontakte zur Kieler Uni hätte knüpfen können. Es dauerte noch Jahrzehnte, ehe nach der Eröffnung der Vogelfluglinie Mitte der 60er Jahre in Burg das Insel-Gymnasium gebaut wurde. Bis dahin mussten Oberschüler aufs Festland fahren – in der Regel mit auswärtiger Unterbringung.

Dennoch unterstrichen die Gründungsväter der Universitätsgesellschaft den damaligen „Bildungswillen“ auf der Insel. Den ersten Vortrag hielt bereits wenige Wochen später am 28. November 1924 Prof.

Dr. Alfred Tode (Uni Kiel) in der Aula der Mittelschule über „Ostholstein in vorgeschichtlicher Zeit.“

Drei Aufgabenbereiche stehen heute im Mittelpunkt der Arbeit der Universitätsgesellschaft. Erstens: Interessierten Bürgern aus allen Schichten Einblick in die an der Uni Kiel geleistete Forschungsarbeit und deren Ergebnisse zu ermöglichen. Zweitens: An der Erwachsenenbildung mitzuwirken. Seit 1976 kooperierte sie viele Jahre eng mit der VHS Burg, beide eröffneten früher gemeinsam im Herbst das neue Wintersemester. Und drittens: Die wissenschaftliche Arbeit an der Uni Kiel nach Kräften zu fördern.

In der Regel werden sechs Vorträge, die vom Oktober bis März stattfinden, vom Vorstand gemeinsam mit der Uni Kiel ausgewählt. Kleine Besonderheit unter den 51 Sektionen im Land: Es ist auf Fehmarn üblich, dass der Referent beim Sektionsleiter einen Abendimbiss erhält. Bis zum Bau der Sundbrücke übernachtete er sogar in dessen Haus.

Gerd-J. Schwennsen

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