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Ostholstein Unmut über Hotel-Projekt in Presen
Lokales Ostholstein Unmut über Hotel-Projekt in Presen
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20:14 03.11.2017
Beschaulicher Ortseingang von Presen: Einige Dorfbewohner befürchten durch das geplante Hotelprojekt starken Durchgangsverkehr. Quelle: Foto: Schwennsen
Fehmarn

„Wir sind doch kein Durchgangsdorf“, empörte sich Anwohnerin Alexandra Schmitz. Stein des Anstoßes ist für sie vor allem die Zuwegung zum geplanten Hotel mit Frühstück über die Dorfstraße, auf der Kinder spielen. Ihre Rechnung: „90 Betten sind 50 Autos mehr und damit geschätzt rund 200 zusätzliche Fahrten durch unser Dorf.“ Ein ausgebauter Feldweg zum Grundstück könnte das Dorf entlasten.

Zum Auftakt der Extra-Sitzung der Stadtvertretung Fehmarn sorgte eine kleine Abordnung aus Presen im Inselosten für Aufsehen. Der Grund: Sie äußerten in der Einwohnerfragestunde „große Bedenken“ gegen einen Hotelbau mit etwa 90 Betten im eher beschaulichen Dorf.

Bürgermeister Jörg Weber (SPD) bestätigte, dem Investor sei dies bekannt. Er versuchte, die Gemüter zu beruhigen: „Über das Projekt ist in den städtischen Gremien noch gar nicht gesprochen oder entschieden worden.“ Ganz so optimistisch stufte Bauausschuss-Vorsitzender Andreas Herkommer (SPD) die Ausgangslage für die besorgten Dorfbewohner nicht ein.

Denn ohne B-Plan für Presen seien die Einflussmöglichkeiten für die Stadt „leider nur gering“. Sie könne allenfalls eine Empfehlung aussprechen. Ob die dann beim Kreis als Genehmigungsbehörde gehört werde, wisse niemand. Herkommer: „Ich selbst finde das Vorhaben auch zu mächtig.“

Bislang hat der auswärtige Investor sein Projekt nur auf einer Info-Veranstaltung im Dorf vorgestellt – ohne großen Widerspruch. Bauamtsleiter Marcel Quattek betonte schon vor Wochen: „Für den Ortsteil Presen gibt es keine gesonderte Bauleitplanung. Lediglich im Flächennutzungsplan ist er als Mischgebiet ausgewiesen worden. Hotelanlagen sind in einem Mischgebiet zulässig.“ Noch liegt bei der Stadt aber kein Bauantrag vor.

Wieder kein Beschluss zu Westermarkelsdorf

Ein ganz anderes Bauvorhaben hatte überhaupt zu dieser Extra-Sitzung geführt. Konkret ging es um die Erweiterung eines bestehenden Ferienhofes in Westermarkelsdorf. Doch mit Blick auf Lärmimmissionen durch den benachbarten Windpark scheiterte ein Beschluss abermals. Zu ungewiss war für die Mehrheit der Stadtvertreter die noch offene Windkraft-Planung des Landes. Bereits vorab stimmte der Bau- und Umweltausschuss mit sieben zu vier gegen eine F-Plan-Änderung. In der Stadtvertretung fiel das Nein mit zwölf zu sechs Stimmen ohne jegliche Diskussion noch deutlicher aus. Nur SPD und Grüne waren dafür.

Frustriert betonte Bürgervorsteherin Brigitte Brill (SPD), bevor sie nach einer guten Viertelstunde die Sitzung schloss: „Ich habe diese Sondersitzung nicht blauäugig angesetzt, aus den Fraktionen kamen vorher andere Signale. Ich finde es schade, da hätten wir uns das ganze Prozedere schenken können.“

Von Gerd-J. Schwennsen

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